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    THERES

    Preisgekröntes Pilotprojekt

    Seit Februar wird die Kläranlage bei Buch zu einem zweistufigen Rohabwasserfilter mit integrierter Mischwasserbehandlung ertüchtigt. Dabei war es ein Segen, dass es so lange nicht geregnet hat. Denn so machten die Arbeiten gute Fortschritte, wovon sich der Gemeinderat Theres am Montagabend überzeugte.

    Reinhard Müller vom Büro Akut aus Bad Soden-Allenbach erläuterte den Gemeinderäten vor Ort die einzelnen Arbeitsschritte während des laufenden Betriebs der bestehenden Teichkläranlage. Er teilte mit, dass der Vorklärteich, der derzeit noch benötigt werde, am Ende der Sanierung ausgepumpt und mit Erde aufgefüllt werde. So könne der Platz dann als Zwischenlager für den Bauhof genutzt werden.

    Bei der neuen Anlage handelt es sich um eine zweistufige Pflanzenkläranlage mit zwei hintereinander geschalteten Vertikalfiltern, die vollkommen ohne Strom betrieben werden kann. Das gereinigte Wasser wird am Ende in den Vorfluter abgeschlagen und der Schlamm kann nach zehn bis 15 Jahren auf landwirtschaftliche Flächen aufgebracht oder verbrannt werden.

    Reinhard Müller erinnerte daran, dass dieses neuartige, naturnahe und kostengünstige Verfahren als Pilotprojekt für den ländlichen Raum den Abwasser-Innovationspreis des Bayerischen Umweltministeriums und eine Förderung in Höhe von 370 000 Euro bei Gesamtkosten von 787 000 Euro erhalten hat (wir berichteten). Wie er weiter mitteilte, werde die ausführende Firma Weipert aus Maßbach die Anlage bis 15. September fertiggestellt haben.

    Frage der Unterhaltspflicht

    Bei einem weiteren Ortstermin in der Gartenstraße in Untertheres befasste sich der Gemeinderat mit dem Wunsch des Anliegers Georg Göb, die Straße auf eigene Kosten zu asphaltieren, und mit dessen Bitte um eine Förderung durch die Gemeinde. Doch das Gremium hielt einen Zuschuss aus Gründen der Gleichbehandlung nicht für möglich. Der Gemeinderat möchte das Vorhaben nun zunächst rechtlich prüfen lassen. Denn im Fall eines privaten Ausbaus der Straße müsste die Gemeinde eventuell die Unterhaltspflicht übernehmen.

    Förderprogramm für Bauherren

    Die Allianz Main & Haßberge hat ein Förderprogramm für Investitionen zur Nutzung vorhandener Bausubstanz entworfen. Es regelt, unter welchen Bedingungen die Mitgliedskommunen Haßfurt, Königsberg, Theres, Wonfurt und Gädheim Zuschüsse bei Investitionen zur Erhaltung und Nutzung vorhandener Bausubstanz oder zur Schaffung neuer Bausubstanz in den Ortskernen gewähren.

    Weiterhin gibt es Beratungsgutscheine für Personen, die mit dem Gedanken spielen, ein älteres leer stehendes Gebäude zu sanieren oder durch Umbau, Anbau oder Teilabriss attraktiver zu gestalten, oder für Personen, die über die Bebauung einer Baulücke nachdenken (wir berichteten). Ziel ist es, leer stehende Gebäude zu revitalisieren. Allerdings bestimmt jede Kommune die Förderfähigkeit und die Maximalförderung eigenständig.

    So wird die Gemeinde Theres den Kauf eines Gebäudes nicht fördern. Förderfähig sind aber in der Gemeinde zum einen die Bausubstanz, die einer neuen Wohn- und/oder Gewerbenutzung zugeführt wird, und zum anderen der Abbruch eines Gebäudes. Der Bauherr muss mindestens 35 000 Euro investieren und kann höchstens 10 000 Euro Förderung erhalten. Das 2017 von der Gemeinde Theres beschlossene Förderprogramm wird dann mit in Krafttreten des Allianz-Förderprogramms zum 1. Januar 2019 aufgehoben.

    Warten auf Stellungnahmen

    Eine Arbeitsgruppe hat sich im Gemeinderat gebildet, nachdem die „Soziale und Unabhängige Bürgergemeinschaft Theres“ (SUBT) 2017 den Antrag gestellt hatte, dass von der Gemeinde verpachtete Flächen zum Schutz der Natur künftig nach ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaftet werden sollten.

    Allerdings hat die SUBT nun den Antrag modifiziert. Sie fordert künftig nur noch eine extensive Bewirtschaftung. Um eine Verpachtung sowohl an konventionelle Landwirte als auch an Bio-Bauern zu ermöglichen, sollte ein Kultur- und Landschaftsprogramm als Vorgabe dienen. Weiter sollten Neonicotinoide generell verboten werden.

    Bürgermeister Matthias Schneider betonte, dass Begriffe wie „ökologisch“ relativ dehnbar seien und man konventionelle Landwirte nicht ausschließen wolle, zumal es nur einen Bio-Bauern in der Gemeinde gebe. Auch seien die Flächen bereits ausgeschrieben worden.

    Der Sprecher der Arbeitsgruppe, Joachim Türke, teilte mit, dass man die Obmänner des Bayerischen Bauernverbandes und einige Imker in der Gemeinde um ihre Stellungnahme gebeten habe. Sobald diese vorlägen, sollte das Thema erneut behandelt werden.

    Im Gemeinderat Theres kurz notiert

    Mit dem Gestattungsvertrag mit den Stadtwerken Schweinfurt für die Fernwasserleitung Schweinfurt-Wohnau war der Gemeinderat einverstanden. Für die Fernleitung wird im Bereich Horhausen noch ein rund 500 Quadratmeter großer Standort für ein Pumpwerk gesucht. Daher wird geprüft, ob eventuell das gemeindeeigene Grundstück nördlich des Autobahnrastplatzes infrage kommt.

    Einverständnis bestand mit den drei eingereichten privaten Bauanträgen und mit einem eingereichten Tekturplan.

    Im Zuge der Sanierung der Brunnenstraße in Untertheres und der darin liegenden Kanalisation im kommenden Jahr sollte nach Meinung des Bürgermeisters Matthias Schneider auch der Kanal in der Ölgartenstraße saniert werden. Denn dort sei Quellwassereintrag festgestellt worden. Die Kosten für die Kanalsanierung in der Brunnenstraße bezifferte Schneider auf 431 970 Euro, in der Ölgartenstraße auf 101 150 Euro. Damit zeigte sich der Gemeinderat einverstanden. Allerdings verlangte er, dass das beauftragte Ingenieurbüro Stubenrauch aus Königsberg prüfen sollte, ob für die Ölgartenstraße auch das günstigere Inlinerverfahren angewendet werden könnte.

    Die notwendigen Investitionen für die Entwässerungsanlagen in allen Gemeindeteilen werden zu gegebener Zeit über Verbesserungsbeiträge finanziert. Die Höhe der Kosten, auch im Bereich des Abwasserzweckverbandes, wird aktuell ermittelt. Die Verbesserungsbeiträge/Vorauszahlungen sollen in mehreren Raten eingehoben werden. Über die Höhe der Beiträge können noch keine Angaben gemacht werden.

    Der Verwendungsnachweis für bauliche Maßnahmen und insbesondere für die Außenanlagen am Kindergarten Obertheres wird derzeit nach Aussage des Bürgermeisters erstellt. Die Gesamtkosten betragen rund 121 000 Euro.

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