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    ELTMANN

    Proteste bei Schaeffler: Standorte nicht an die Wand fahren

    Zu einer bundesweiten Protestaktion rief die IG-Metall am Freitag an allen Schaeffler-Standorten auf. Auch in Eltmann beteiligten sich rund 200 Beschäftigte, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Foto: Christian Licha

    Rund 200 Beschäftigte der Schaeffler Technologies Eltmann haben bei einer halbstündigen Protestaktion der IG-Metall am Freitag ihrem Ärger vor den eigenen Werkstoren Luft gemacht.

    So wie in Eltmann war auch an den anderen 25 Schaeffler-Standorten in ganz Deutschland der Tag geprägt von Aktionen, die allesamt unter dem Motto „Transformation bei Schaeffler – Alle mitnehmen“ standen. Hintergrund ist die Vielzahl von Umstrukturierungen und Sparprogrammen im Schaeffler-Konzern, welche die Mitarbeiter zutiefst verunsichern. Der in diesem Zuge geplante Stellenabbau summiert sich in Europa nach Gewerkschaftsangaben auf rund 3500 Arbeitsplätze, betroffen sei vor allem Deutschland.

    Langfristiges Denken gefordert

    Der Ertragseinbruch beim Automotive-Umsatz verlange ein kluges Handeln, so Betriebsratsvorsitzender Uli Schöpplein. Dabei dürfe jedoch langfristiges Denken nicht vernachlässigt sowie die Standorte und Mitarbeiter nicht an die Wand gefahren werden, die schließlich das Fundament des Unternehmens seien.

    Ein Strudel der ständigen Verlagerung bedrohe die strategische Bedeutung und Wirtschaftlichkeit der deutschen Standorte. An den Standorten Hamm, Kaltennordheim, Steinhagen und Unna sehe man viel früher als angenommen, welche Bedrohung sich aufbaue. Alte Produkte würden verlagert, obwohl sie wirtschaftlich seien, um sie an größere Niedriglohn-Standorte zu schieben. „Wir erklären uns deshalb solidarisch mit den betroffenen Standorten: Heute ihr – morgen wir!“, rief Schöpplein den Beschäftigten zu.

    Forderung: Neue Produkte auch für kleine Standorte

    Einen Stopp der Verlagerung nach Osteuropa und die Mitnahme aller Beschäftigten bei notwendigen Veränderungen sind die Forderung der Gewerkschaft, erklärte auch Gewerkschaftssekretär Thomas Höhn. Es dürfe keine Standortschließungen und keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Stattdessen forderte Höhn neue Produkte auch für kleine Standorte.

    Wer nicht kämpft hat schon verloren

    „Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren“, so sieht es auch Norbert Stöhr, einer von insgesamt rund 500 Beschäftigten am Standort Eltmann. Seit stolzen 25 Jahren hat Stöhr dort seinen Arbeitsplatz. Er fordert, dass Schaeffler zu seiner sozialen Verantwortung stehen muss. Die Angst um den Arbeitsplatz ist dem Büroangestellten ins Gesicht geschrieben: „Ich möchte es nicht noch einmal erleben, dass es uns so geht wie im Jahr 2004, als es von heute auf morgen hieß, Eltmann werde komplett zugemacht“.

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