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    RAUHENEBRACH

    Rauhenebrach: Das Trinkwasser hat hohe Priorität

    Nur noch die letzten Möbel fehlen, dann kann der Kindergarten Untersteinbach nach der Generalsanierung wieder bezogen werden. Das erfuhren die Rauhenebracher in den Bürgerversammlungen durch Bürgermeister Matthias Bäuerlein. Foto: Sabine Weinbeer

    Auf reges Interesse stießen die Bürgerversammlungen in Rauhenebrach, in denen Bürgermeister Matthias Bäuerlein zunächst auf die Rahmendaten der Gemeinde einging. Die Geburtenzahlen seien durchaus erfreulich, die Sterbefälle überwiegen dennoch, so dass sich die Einwohnerzahlen wohl nicht mehr über die 3000er-Marke bewegen werden. Als Flächengemeinde mit 13 Gemeindeteilen habe Rauhenebrach weiterhin große Herausforderungen bei der Infrastruktur zu stemmen.

    Geld ist da

    Finanziell befinde sich die Gemeinde in ruhigem Fahrwasser, so Matthias Bäuerlein. Die Gewerbesteuer sei in Rauhenebrach zwar klassisch nicht der höchste Einnahmeposten, doch habe sie sich in den vergangenen Jahren bei 400 000 Euro und damit „für unsere Verhältnisse auf sehr beachtlichem Niveau eingependelt“. Sehr positiv entwickelte sich die Einkommensteuerbeteiligung, die 2013 noch bei einer Million, im vergangenen Jahr bei 1,4 Millionen Euro lag.

    Große Projekte wurden seit den letzten Bürgerversammlungen abgeschlossen wie der Neubau der Kläranlage in Prölsdorf und die Rathaussanierung. Wie lange manche Projekte dauern und warum, das zeigte Bäuerlein exemplarisch am Radweg Falsbrunn-Prölsdorf auf, der im Herbst 2019 fertig wurde.

    Oft ist es ein langer Weg

    Der Beschluss dazu war einer der ersten im neu gewählten Gemeinderat 2014. Dann folgte die Planung gemeinsam mit dem Staatlichen Bauamt, der landschaftspflegerische Begleitplan benötigt eine Vegetationsperiode für die Regelung der Ausgleichsflächen, die Grundstücksverhandlungen sind zeitaufwändig „und dann gibt es bei der Regierung natürlich auch ein Budget, in dem man sich platzieren muss“, so der Bürgermeister. Immerhin handelt es sich mit der Straße, die auf einem Teilstück verlegt wurde, auf ein 1,3-Millionen-Projekt bei insgesamt rund 85 Prozent Förderung. Den Radweg insgesamt begrüßten die Besucher der Bürgerversammlungen, die massive Brücke hielten viele für überzogen.

    Umfassender Überblick

    In seinem Überblick ging Bäuerlein auf den Straßenneubau zwischen Schindelsee und Dankenfeld ebenso ein wie auf das neue Nebengebäude für den Kindergarten Prölsdorf, die Generalsanierung des Kindergartens Untersteinbach oder die Planungen für den neuen Dorfplatz in Theinheim ein.

    Gut gelungen sei das Trekkingkonzept in Zusammenarbeit mit zahlreichen weiteren Gemeinden im Steigerwald. Im Gemeindegebiet Rauhenebrach liegen zwei dieser Trekkingplätze und der Zuspruch habe sogar die Optimisten überrascht. In 2019, dem ersten kompletten Jahr, hätten die Plätze bis Mitte Oktober 1300 Übernachtungsgäste genutzt.

    Breitbandausbau ist wichtig

    Als anstehende Projekte nannte Bäuerlein unter anderem den Breitbandausbau in Obersteinbach, Falsbrunn und den Einzelgehöften, die Nutzung der Schule in Falsbrunn oder die Brückensanierung in Untersteinbach. Eine „Riesenaufgabe“, die über viele Jahre abgearbeitet werden muss, sei die Ertüchtigung des Wasser- und Kanalnetzes. Das Kanalkataster werde derzeit vervollständigt, eine Fachfirma befährt dazu die gesamten 45 Kilometer Kanalnetz in Rauhenebrach und listet alle Schäden auf.

    Älter als das Kanalnetz ist in manchen Bereichen die Wasserleitung, hier gibt es Abschnitte, die schon 70 Jahre alt sind. Auch hier gelte es, Zug um Zug zu erneuern, „damit sich nicht irgendwann ein riesiger Investititionsstau aufbaut“, erklärte Matthias Bäuerlein.

    In Untersteinbach und auch anderen Gemeindeteilen wurde das Thema Tagespflege angesprochen. Der Bürgermeister erläuterte die Anstrengungen, die die Gemeinde dazu bisher unternommen hat. Man bleibe am Ball, versprach er, ebenso wie bei der hausärztlichen Versorgung, zu der eine eigene Informationsveranstaltung stattgefunden hatte.

    Frage nach Nationalpark

    Ob die Gemeinde nicht auf Fördermittel verzichte, wenn sich der Gemeinderat gegen einen Nationalpark im Steigerwald stelle, fragte ein Bürger in Untersteinbach. Dazu erklärte der Bürgermeister, dass die Fördermittel, die in Nationalparks fließen, nicht den Kommunen zugewiesen werden, sondern die Nationalparkverwaltung finanzieren. Rauhenebrach mache sich stark für eine ökologische Waldbewirtschaftung mit Blick auf die Stabilität des Waldes auch im Klimawandel im Gemeinde- wie im Staatswald. Gleichzeitig habe man die Nitratwerte im Auge, die ein anderer Bürger angesprochen hatte. Zwar würden überall die Grenzwerte eingehalten, doch würden die Wasserschutzgebiete demnächst angepasst. Die Qualität des Trinkwassers genieße im Rathaus oberste Priorität, versicherte er.

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