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    GROßEIBSTADT

    Reder-Zirkelbach hat richtig Lust aufs Land

    Wenn man Birgit Reder-Zirkelbach fragt, mit welchen Worten sie sich selbst beschreiben würde, muss sie nicht lange überlegen. „Ich habe richtig Lust aufs Land“, antwortet die 52-jährige Psychologin und Sozialarbeiterin. Sie lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie im beschaulichen Kleineibstadt.

    Das mit der „Landliebe“ war nicht immer so, wie die Direktkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen im Stimmkreis 604 (Rhön-Grabfeld/Haßberge) ohne Umschweife zugibt. „Am Anfang war ich gar nicht begeistert von der Idee, aus der Stadt wegzugehen“, erinnert sich die Grabfelderin, die früher in Erlangen und Bamberg wohnte. In diesen Städten hatte sie sich eigentlich immer ganz wohl gefühlt, gibt sie zu.

    Durch und durch Familienmensch

    Die Familiengründung war aber ausschlaggebend dafür, dass sich Birgit Reder-Zirkelbach Anfang der 1990er-Jahre dann doch für ein Leben auf dem Land entschied – „meinem Ehemann Sigi zuliebe“, wie sie sagt. Denn der ist Bio-Landwirt und mit seinem Hof im Heimatdorf fest verwurzelt. „Ich habe dann aber sehr schnell gemerkt, dass mir das Landleben gefällt“, so die studierte Psychologin und Mutter von drei Kindern, die sich als sehr religiösen Menschen bezeichnet und als Jugendliche sogar Pfarrerin werden wollte.

    Erste Kandidatur vor fünf Jahren

    Dass sie vor 20 Jahren Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen wurde und sich seitdem für die Ziele dieser Partei engagiert, hat vor allem einen Grund. „Ich denke, dass wir Grünen weiter in die Zukunft denken als andere und nicht nur von Wahl zu Wahl“, sagt sie und spielt damit auch auf den Klimawandel an. Der sei in vollem Gange und erfordere sofortiges Handeln. „Deshalb muss der Klimaschutz in die Verfassung aufgenommen werden“, fordert die Gemeinde- und Kreisrätin. Sie hatte sich bereits vor fünf Jahren um ein Mandat für den Landtag beworben, damals noch als Listenkandidatin ihrer Partei.

    Verantwortung für andere übernehmen

    Birgit Reder-Zirkelbach hat sich nie gescheut, Verantwortung für andere zu übernehmen. In ihrem Heimatdorf engagiert sie sich auf vielfältige Weise für ihre Mitmenschen, zum Beispiel als Leiterin der Bücherei. Auch der Tierschutz liegt ihr am Herzen. Was ihr Sorge bereitet, ist die Tendenz, dass immer noch viele junge Menschen in die Metropolen ziehen. „Dabei kann man auf dem Land doch so gut und vor allem billig leben“, meint sie. Deshalb ist ihr die Stärkung des ländlichen Raums besonders wichtig, sei es durch die Verbesserung der ärztlichen Versorgung und des öffentlichen Personennahverkehrs, den Erhalt von Schulen, Kindergärten, Geschäften und Einkehrmöglichkeiten oder auch durch die Stärkung des Ehrenamts.

    Einzige weibliche Direktkandidatin

    Dass sie in ihrem Stimmkreis die einzige weibliche Direktkandidatin ist, gibt Birgit Reder-Zirkelbach zu denken. „Es ist schade, dass es immer noch zu wenige Frauen in der Politik gibt“, klagt sie und deutet damit an, dass für sie und ihre Partei die Gleichstellung von Mann und Frau weiterhin ein zentrales Thema sein wird – ebenso wie die Suche nach Lösungen in der Flüchtlingsfrage. „Wir brauchen ein Einwanderungsgesetz und es muss mehr dafür getan werden, die Flüchtlingsursachen zu bekämpfen.“

    Hoffen auf ein gutes Gesamtergebnis

    Die Kleineibstädterin weiß, dass ihre Aussichten nicht groß sind, als Direktkandidatin der Grünen in einem von der CSU dominierten Stimmkreis in den Landtag gewählt zu werden. Umso mehr hofft sie am 14. Oktober auf ein starkes Gesamtergebnis ihrer Partei. „Laut Umfragen liegen wir momentan ja ganz gut im Rennen“, meint Birgit Reder-Zirkelbach, die sich von den Angeordneten im neu gewählten bayerischen Landtag vor allem eines wünscht: Dafür sorgen, dass auch nachfolgende Generationen noch gut leben können.

    Steckbrief:

    Name: Birgit Reder-Zirkelbach Alter: 52

    Wohnort: Kleineibstadt

    In der Partei engagiert seit: 1998

    Ausbildung/beruflicher Werdegang: 1985: Abitur in Bad Königshofen, 1985 bis 1990: Ausbildung bei der Siemens AG in Erlangen zur Industrietechnologin. 1990 bis 1998: Psychologie-Studium in Erlangen und Bamberg. 1998 bis heute: Tätigkeit als Psychologin und Sozialarbeiterin in der Kinder- und Jugendhilfe

    Familienstand: verheiratet, drei Kinder

    Soziale Medien: privates Facebookprofil

    Ehrenämter: Kreis- und Gemeinderätin, Grüne Co-Kreisvorsitzende, Bücherei-Leiterin

    Hobbys/Interessen: Lesen, Spielen, zum Beispiel Schafkopf, Fahrradfahren, Garten.

    Schwerpunkte der politischen Arbeit: Klima- und Umweltpolitik, Sozial- und Bildungspolitik, Landwirtschaftspolitik und die Stärkung des ländlichen Raums.

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