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    Sand braucht Wohnraum: Wer rückt sein Grundstück raus?

    Eng geht es zu in der Gemeinde Sand am Main – Platz für Wohnraum auf der grünes Wiese besteht praktisch nicht mehr. Weil aber Bedarf an weiteren Wohnungen besteht, hofft das Rathaus auf das Einsehen jener Bürger, die Grundstücke „bunkern“. Foto: René Ruprecht

    Die Gemeinde Sand braucht neue Wohnungen und insgesamt mehr Wohnraum. Am Donnerstagabend konnten sich die Sander über die Ergebnisse der Untersuchung zur Innenentwicklung im Rahmen der Bürgerversammlung aus erster Hand informieren. Und das taten rund 70 interessierte Männer und Frauen im Saal des Hotels Goger denn auch.

    Bertram Wegner und Cornelia Seifert vom Planungsbüro Wegner aus Veitshöchheim stellten die Eckpunkte des von ihnen erstellten Handlungskonzeptes vor. Dies dient speziell speziell zur Erfassung von Flächenpotenzial und zeigt Möglichkeiten der Aktivierung von Flächen auf. Insgesamt kommt Sand auf 75 direkt bebaubare Wohngrundstücke, so die beiden Architekten. Momentan gebe es 1381 einzelne Wohnungen. Der Bedarf an Wohnraum werde bis zum Jahr 2033 auf jeden Fall steigen. Unter der Annahme einer gleichbleibenden Bevölkerungszahl würden bis dahin 72 neue Wohnungen benötigt, bei einem einprozentigen Wachstum wären es schon 87. Als Möglichkeiten zur Optimierung der Innenentwicklung, könne zum Beispiel mit der Reaktivierung von Einliegerwohnungen oder der Aufteilung von ungenutzter Wohnfläche in eine weitere Wohnung beitragen.

    Ruß rief auch dazu auf, vorhandene Grundstücke nicht liegen zu lassen, sondern einer Nutzung zuzuführen. Hierfür setze sich jetzt schon die Gemeinde ein und suche das Gespräch mit den Grundstückseigentümern. Aus dem Publikum kam die Anregung, eine Wohnanlage für ältere Mitbürger zu schaffen. Auch hier sei die Gemeinde schon tätig und habe bereits viele Gespräche geführt, so Ruß. Die Verhandlungen gingen jedoch nicht von heute auf morgen, würden jedoch intensiv weiterverfolgt.

    Einverstanden waren die Besucher der Bürgerversammlung offenbar mit dem Vorhaben des Gemeinderates, die Höhe der Einfriedung von Grundstücken neu zu regeln. Aufgrund der Veränderungen der Lebensweise in den letzten Jahrzehnten sieht es Bürgermeister Ruß als sinnvoll an, die bestehende Beschränkung der Höhe von Zäunen und Mauern aufzuheben und künftig die in der Bayerischen Bauordnung vorgegebene gesetzliche Höhe von maximal zwei Meter zuzulassen. Dies erspare auch viel Verwaltungsaufwand, die die bisherigen fallbezogenen Befreiungen gemacht hätten. Gleichwohl appellierte Ruß daran, auch an die Umwelt zu denken: „Sinn und Zweck auf dem Dorf zu leben ist es nicht, dass sich jeder hinter einer Mauer verbarrikadiert“.

    Sinn und Zweck auf dem Dorf zu leben ist es nicht, dass sich jeder hinter einer Mauer verbarrikadiert

    Zum geplanten Allianz-Bad als Ersatz für das geschlossene Zeiler Hallenbad informierte Bürgermeister Ruß, dass das nun vorliegende Gutachten einen Umbau des Freibades in Eltmann in ein kombiniertes Hallen- und Freibad empfehle. Die Stadt Eltmann gebe nun zeitnah ein Planungskonzept mit Kostenschätzung in Auftrag. Ruß sieht auch die Stadt Haßfurt in der Pflicht, sich neben den ILE-Gemeinden kostenmäßig an diesem Projekt zu beteiligen. Im Regionalplan Main-Rhön stehe nämlich festgeschrieben, dass die Kreisstadt unter anderem den Bau eines Hallenbades anstreben solle. Das Schulbad „Welle“ am Schulzentrum zähle nicht als Hallenbad, weil es der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung stehe, so der Sander Bürgermeister.

    Für die zukünftige Querungshilfe am Rewe-Markt ist es vorgesehen, im nächsten Jahr mit den Planungen zu beginnen. Hier müsse noch nach einer Lösung betreffend des genauen Standortes gesucht werden, erklärte Bürgermeister Ruß. Für die Maßnahme, die auch die Geschwindigkeit auf der viel befahrenen Straße bremsen soll, werden dann voraussichtlich 2021 Gelder im Kreishaushalt eingeplant.

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