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    FISCHBACH

    Seltener Beruf: Kathrina Schafhauser ist Waldpädagogin

    Kathrina Schafhauser wusste schon früh, dass sie einen „grünen Beruf” erlernen möchte. Foto: Jürgen Schafhauser

    Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“, heißt es in einem vielen geläufigen Kinderlied. Ganz so ist es bei Kathrina Schafhauser natürlich nicht. Obwohl sie diese Farbe natürlich gerne mag und ihr Schatz auch tatsächlich ein Förster ist. Allerdings ist sie selbst Diplom-Ingenieurin der Forstwirtschaft und Waldpädagogin. Seit dem Wintersemester 2015/16 befasst sich die ehrgeizige junge Frau zudem mit der Erwachsenenbildung.

    Schon als Kind habe sie sich gerne draußen und im Wald aufgehalten, erzählt die gebürtige Mannheimerin. Und da das Wetter passt, führen wir das Gespräch natürlich auch nicht im, sondern vor dem Haus der Schafhausers in Ebern. Während des Studiums der Forstwirtschaft in Weihenstephan hat sie ihren Mann, Jürgen Schafhauser, kennengelernt. Im Jahr 2003 haben sie geheiratet. Inzwischen hat sich zweimal Nachwuchs eingestellt. Da ist viel Organisationstalent gefragt, wenn beide Elternteile ihre beruflichen Pläne umsetzen wollen.

    Vorpraktikum sorgte für Klarheit

    „Dass ich nach dem Abitur einen ,grünen Beruf‘ erlernen möchte, war für mich klar. Stellte sich nur zunächst die Frage, welcher es sein sollte“, erzählt Schafhauser. Das sechswöchige Vorpraktikum im Odenwald habe dann aber gezeigt, dass Forstwirtschaft genau das Richtige für sie ist. Nach dem Vordiplom in Weihenstephan ging sie an die Fachhochschule in Rottenburg am Neckar. Ihren Vorbereitungsdienst verbrachte sie in Bayern und war in Lichtenfels und im Bamberger Forst tätig.

    Im März 2005 ist sie aus der Forstverwaltung ausgeschieden, bekam ihr erstes Kind, nahm eine Stelle im Sekretariat der Uni in Bamberg an und arbeitete freiberuflich weiter als Försterin. „Möglich war dies nur, weil ich meine Tochter mit ins Büro nehmen konnte“, sagt Schafhauser. „Später hat die Oma auf die Kleine aufgepasst.“ Ihr Mann war da schon als Förster in Münnerstadt beschäftigt und hätte die Kinderbetreuung nicht übernehmen können.

    Forstreform als Glücksfall

    Im Rahmen der Forstreform 2005 sind etliche altrechtliche Körperschaften aus der staatlichen Betreuung herausgefallen. Das kam der jungen Försterin zugute. Sie konnte deren Betreuung übernehmen. Außerdem gehörten einige Privatwaldbesitzer zu ihren Kunden. Als sich im Jahr 2010 dann abermals Nachwuchs bei der jungen Familie einstellte, legte die junge Mutter zunächst eine Pause ein.

    Ein weiterer Baustein in ihrem beruflichen Wirken kam 2015 hinzu. „Ich hatte immer großen Spaß, wenn ich bei Schulführungen im Wald dabei war, allerdings fehlte mir das pädagogische Knowhow und so nutzte ich die Möglichkeit, bei der Forstverwaltung, eine zweijährige Ausbildung zur zertifizierten Waldpädagogin zu machen“, erzählt Schafhauser.

    Diese Ausbildung hat sie zwischenzeitlich erfolgreich abgeschlossen. Nun gilt es nur noch, den Studiengang der Erwachsenenbildung mit der Masterarbeit zu krönen. „Dann bin ich beruflich gut gewappnet, denn die Kombination ist gefragt und ich stoße da sozusagen in eine noch weitgehend unbesetzte Nische“, beschreibt Schafhauser ihr Ziel und es wird deutlich, dass ihr beruflicher Werdegang gut durchdacht ist.

    Kurs im Walderlebniszentrum

    Der Erfolg gibt ihr Recht. Bereits jetzt hat sie einige Lehrerfortbildungen durchführen können. Außerdem leitet sie, in Zusammenarbeit mit einem Walderlebniszentrum, den externen Zertifikatskurs Waldpädagogik in Bayern. In diesem Jahr wird der Kurs in Tennenlohe bei (Erlangen) durchgeführt und im kommenden Jahr in Gramschatz (Würzburg). Zunächst steht aber das Ferienprogramm der Gemeinde Burgpreppach an, in dessen Rahmen sie verschiedene Aktivitäten am „Grünen Klassenzimmer“ in Ibind geplant hat.

    Natürlich sei bei der beruflichen Anforderung, vor allem derzeit, ein gehöriges Maß an Organisation gefordert, und ohne die entsprechende Unterstützung durch die Familie wäre das kaum möglich, sagt Schafhauser. Auf längere Sicht gesehen ist sie sich aber sicher, dass sie mit ihrer freiberuflichen Tätigkeit ihr Auskommen sichern kann und sie künftig nicht mehr auf gar so vielen verschiedenen Baustellen tätig sein muss.

    „Genau das Richtige“

    „Die Arbeit mit Menschen in der Natur, im Wald, ist genau das Richtige für mich“, ist Schafhauser überzeugt. Wenn man sehe, wie sich die beruflichen Pläne Stück für Stück entwickeln, seien die Belastbarkeitsgrenzen etwas weiter gesteckt.

    Es sei ihr wichtig, die Menschen auf ein Umdenken in Bezug auf die Nachhaltigkeit hinzuweisen. Wenn man bedenke, dass wir im August bereits alle Ressourcen verbraucht haben, die in einem Jahr nachwachsen, sei klar, dass die Menschen so nicht weitermachen können. Vor allem im Wald könne man dies gut deutlich machen. „Die Natur kommt ohne den Menschen aus – der Mensch aber nicht ohne die Natur. Und darum gilt es, ein Verständnis für nachhaltige Lebensweise zu fördern“, sagt die Försterin.

    bra

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