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    HAßFURT

    Seniorenbeirat bleibt bei Barrierefreiheit hartnäckig

    Seit über 15 Jahren hat Gertrud Stark (links), Mitglied des Seniorenbeirats der Stadt Haßfurt, jeden Monat einen Spielenachmittag geleitet. Dafür dankte ihr die Vorsitzende Eva-Maria Schwach. Foto: Ulrike Langer

    „Es gibt sehr viel Gutes zu berichten“, sagte Michael Schulz, kommunaler Behindertenbeauftragter der Stadt Haßfurt, in der Sitzung des Seniorenbeirats der Stadt in Ilses Weinstube. „Insgesamt sind wir dieses Jahr ein gutes Stück weitergekommen, was die Barrierefreiheit in den unterschiedlichsten Bereichen betrifft – auch weil wir Hartnäckigkeit bewiesen haben.“

    Schulz lobte das Stadtwerk, das vor kurzem den Aufzug in der Tiefgarage in Betrieb nehmen konnte, und die Stadt Haßfurt, die heuer noch den Aufzug im Rathaus fertigstellen möchte. „Besonders freut mich, dass der Bahnhof in Haßfurt nun nach jahrelangem Kampf ab nächsten Jahr barrierefrei gestaltet wird“, so Schulz.

    Er gab bekannt, dass der Wettbewerb zur Umgestaltung des Bahnhofumfeldes laufe und gegen Ende des Jahres die Ergebnisse präsentiert würden. „Wir wünschen uns vor allem, dass auch ein öffentliches WC eingeplant wird“, teilte er mit.

    Ein großes Lob sprach er auch Harald Bauer von der Bauverwaltung der Stadt Haßfurt aus, der bei allen Festen in der Altstadt vier Behindertenparkplätze vor der Post ausweisen wird.

    Positiv bewertete Schulz den Austausch des Pflasters im Oberen Turm. Dass die Baustelle so lange dauerte, hatte damit zu tun, dass das neue, leise Pflaster auf Beton verlegt wurde, der einige Wochen aushärten muss. „Nächstes Jahr soll auch das Pflaster am unteren Turm vor dem Charleston Wohn- und Pflegezentrum Unteres Tor sowie in der Engelmeßgasse und der Lucengasse ausgetauscht werden“, gab Schulz bekannt.

    Auch der Umbau des ehemaligen Schenk-Anwesens zu barrierefreien Wohnungen sei nun im Gange. Hartnäckig verfolgt der kommunale Behindertenbeauftragte der Stadt auch den Einbau von Induktionsschleifen für Hörgeschädigte und die Umgestaltung des westlichen Eingangs Haßfurt für Rollstuhlfahrer oder für Menschen mit Rollator. „Ich habe der Kirchenverwaltung erneut geschrieben, da beim Besuch des Bischofs Franz Jung zur Einweihung des Hauses St. Bruno etliche Menschen nichts verstehen konnten und andere nicht in die Kirche kamen“, so Michael Schulz.

    Das Thema werde nun in der Sitzung der Kirchenverwaltung im Januar 2020 behandelt. Er monierte, dass bisher noch kein Zuschussantrag an den Lions-Club und den Rotary-Club gestellt worden sei, obwohl sich beide Organisationen in der Vergangenheit immer sehr großzügig gezeigt hätten. Die Stadt Haßfurt bat Schulz außerdem, im Rahmen des Projekts „Smart Green City“ Hinweisschilder an den Ortseingängen anzubringen, die anzeigen würden, ob die Tiefgarage frei oder besetzt sei.

    Nicht nur angesichts des Berichts von Michael Schulz bezeichnete der dritte Bürgermeister Stephan Schneider den Seniorenbeirat als „Energiebündel“. „Die Barrierefreiheit in unserer Stadt wäre längst nicht soweit, wenn nicht ständig jemand den Finger in die Wunde legen würde. Denn die Barrierefreiheit ist noch nicht in allen Köpfen drin“, sagte er. „Doch Michael Schulz macht das super, indem er alle Barrieren, auch in den Köpfen, abbauen möchte!“

    Schneider betonte, dass er erst an den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs glaube, wenn die Arbeiten tatsächlich begännen. „Gut war, dass alle parteiübergreifend an einem Strang gezogen haben“, so Schneider, der auch auf die Umgestaltung des Bahnhofumfeldes einging. „Nicht nur der Bahnhof muss barrierefrei werden, man muss auch barrierefrei dorthin gelangen“, betonte er.

    Was die „Smart Green City“ anbelange, so sei eine Bedingung des Ministeriums für die Zuschüsse, dass alle Bürger beteiligt würden. „Wir sollen diese Stadt der Zukunft erst erfinden und sind auf die Ideen der Bürger, also auch auf Ihre Mitwirkung, angewiesen“, gab er dem Seniorenbeirat mit auf den Weg.

    Die Vorsitzende Eva-Maria Schwach gab dem dritten Bürgermeister den Wunsch von Pflegeheimbewohnern nach einem Münzfernsprecher mit. Sie gab bekannt, dass die Leiterin der Spielenachmittage, Gertrud Stark, ihr Amt zum Ende dieses Jahres abgeben wolle. „Sie hat über 15 Jahre lang jeden Monat einen Spielenachmittag geleitet. Dafür herzlichen Dank“, sagte Eva-Maria Schwach. „Es war mir immer eine große Freude, diese Spielenachmittage abzuhalten, aber einmal muss auch Schluss sein“, so Gertrud Stark. Sie wünsche sich einen rührigen Nachfolger und werde die Nachmittage soweit wie möglich auch weiterhin besuchen. (ger)

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