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    Kirchlauter

    Solidarität in der Corona-Krise: Bürger helfen sich gegenseitig

    In vielen Ortschaften im Landkreis Haßberge gibt es bereits Hilfsangebote für Risikogruppen. Dabei geht es nicht nur um Lebensmitteleinkäufe.
    Die Hilfsangebote nehmen zu. In vielen Ortschaften im Haßbergkreis gibt es bereits Ehrenamtliche, die älteren Menschen Lebensmittel vorbeibringen.
    Die Hilfsangebote nehmen zu. In vielen Ortschaften im Haßbergkreis gibt es bereits Ehrenamtliche, die älteren Menschen Lebensmittel vorbeibringen. Foto: Roland Weihrauch, dpa

    Die Corona-Krise stellt viele Menschen vor Herausforderungen. Besonders ältere und kranke Bürger trifft der Ausbruch der Pandemie hart. Schließlich sollen sie das Haus nicht verlassen – nicht einmal, um einkaufen zu gehen. Deshalb werden auch im Landkreis Haßberge immer mehr Menschen aktiv und bieten ihre Unterstützung an.

    Ökomenische Hilfsaktion

    Eines der Hilfsangebote organisieren die katholische und die evangelische Kirche in der Region Maintal/Heilige Länder. „Wir wollen in den Gemeinden Ebelsbach, Stettfeld, Breitbrunn und Kirchlauter ein Netzwerk aufbauen, damit jeder Hilfe bekommt, der sie braucht“, sagt Diakon Joachim Stapf. Die beiden Kirchen wollen deshalb eine Nachbarschaftshilfe und eine Einkaufspatenschaft für hilfsbedürftige Menschen aus der Gegend auf die Beine stellen. Dabei gehe es darum, Lebensmittel für andere einzukaufen, aber auch Botengänge zu übernehmen, Medikamente aus der Apotheke zu besorgen oder bei Bürotätigkeiten - etwa dem Ausfüllen von Anträgen - zu helfen, erklärt Stapf.

    „Wir haben am Samstag einen Flyer verteilt und schon jetzt sehr viel Resonanz bekommen“, sagt der Diakon. Insgesamt hätten sich schon 30 Helfer auf den Aufruf der Kirchen hin gemeldet. „Es wäre sogar jemand dazu bereit, stundenweise auf Kinder aufzupassen.“ Hilfesuchende hätten sich hingegen bisher noch nicht gemeldet. Trotzdem sei er davon überzeugt, dass es jede Menge Bedarf gebe. Nicht jeder der Unterstützung bräuchte, traue sich auch um Hilfe zu bitten, sagt Stapf. Deshalb werde das Helferteam jetzt auch auf Menschen zugehen, die zur Risikogruppe gehören und Hilfe anbieten. 

    Projekte im ganzen Landkreis

    Ähnliche Aktionen gibt es auch in weiteren Ortschaften im Landkreis. In Goßmannsdorf etwa bietet die vor etwa sechs Jahren gegründete Nachbarschaftshilfe der Zukunftswerkstatt seit vergangenem Freitag auch einen Einkaufsservice an. "Seitdem haben wir schon drei weitere Helfer dazu gewonnen", sagt Projektleiter Werner Kaffer.

    In Zell und Knetzgau kümmern sich Mitglieder des jeweiligen Turn- und Sportvereins darum, ältere und kranke Menschen, aber auch Personen in Quarantäne, mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen. Die Gemeinde Knetzgau wolle die beiden Initiativen unterstützen, kündigt Bürgermeister Stefan Paulus an. Außerdem sei ein zweites Projekt geplant, damit sich ältere Menschen, die nun keinen Besuch bekommen können, weniger einsam fühlen. Dafür sollen Kinder malen und basteln. Ihre Bilder können sie entweder an die Gemeinde oder direkt an die Senioreneinrichtungen St. Martha oder der Arbeiterwohlfahrt (AWO) schicken. "Ältere Menschen würden sich darüber sicher sehr freuen", sagt Paulus.

    Gemeinsames Gebet

    In den Pfarreien in Haßgau, Maintal und Steigerwald sind die Mesner dazu aufgerufen, täglich um 21 Uhr die Glocken zu läuten und zum Gebet anlässlich der Corona-Krise einzuladen. Darauf hat die Pfarrei Aidhausen-Riedbach hingeweisen. Als Zeichen der Solidarität ruft die Kirche dazu auf, eine brennende Kerze ins Fenster zu stellen.

    Landkreisweit können sich alle, die Hilfe suchen oder selbst gerne helfen möchten, an die Facebook-Gruppe "Corona Hilfe Haßberge" wenden. Hier koordinieren aktuell knapp 800 Menschen aus dem Haßbergkreis Hilfsmaßnahmen aller Art.

    Hier können sich Helfer und Hilfesuchende melden:
    Katholische und evangelische Kirche in Breitbrunn, Ebelsbach, Kirchlauter, Stettfeld: Tel. von 9 bis 12 Uhr unter (09522) 80243 oder (09536) 227, per E-Mail pfarramt.gleisenau@elkb.de oder joachim.stapf@bistum-wuerzburg.de
    "Nachbarschaft HILFT" Goßmannsdorf: Tel. von 9 bis 17 Uhr unter (09523) 6837 (Monika Ullrich)
    TSV Knetzgau: Tel.: 0171 9925874 (Kenny Reichart) oder 0151 42453940 (Michael Mühlfelder)
    TSV Zell: Tel.: 0160 90158262 oder (09529) 9516930 (Thomas Braun) oder 0176 63008624 (Sandro Gehring) oder 0152 53396208 (Holger Betz)
    Gemeinde Knetzgau: Tel.: (09527) 790 oder info@knetzgau.de
    Facebook: Corona Hilfe Haßberge
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