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    KREIS HAßBERGE

    Stabwechsel beim Blindenbund

    Bei der Verabschiedung und Vorstellung des Blinden- und Sehbehindertenberaters im Landkreis Haßberge präsentieren sich (von links) der neue Berater Christoph Stumpf, sein Vorgänger Michael Schulz, stellvertretender Bezirksgruppenleiter Christian Rupp sowie Hans-Josef Hero, der Ansprechpartner im Landratsamt Haßberge. Foto: Günther Geiling

    Rund 300 Sehbehinderte und 100 Blinde leben im Landkreis Haßberge und ihr Ziel ist es, nach Möglichkeit ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Dazu ist eine optimale Betreuung und Beratung notwendig, die in den vergangenen 16 Jahren Michael Schulz als Blinden- und Sehbehindertenberater im Landkreis Haßberge anbot. Nun wurde er feierlich verabschiedet. Als sein Nachfolger wurde gleichzeitig Christoph Stumpf vorgestellt.

    Christian Rupp, stellvertretender Bezirksgruppenleiter des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes (BBSB) Unterfranken, begrüßte zahlreiche Ehrengäste und die Mitglieder mit ihren Begleitpersonen und gestand ein, dass auch er Michael Schulz einiges zu verdanken habe. Seit dem Jahre 1990, als er in den Bezirksgruppenausschuss eintrat, verbinde ihn eine besondere Freundschaft mit ihm. Christian Rupp ging kurz auf die Verdienste von Michael Schulz im Verband ein. 1990 stieg er in die Arbeit beim Blindenbund ein, 1991 schon wurde er Mitglied im Ausschuss und 1995 stellvertretender Bezirksgruppenleiter. Dieses Amt füllte er 16 Jahre lang aus. In seiner Arbeit habe sich Michael Schulz mit elementaren Angelegenheiten befasst, den Arbeitskreis Bildung und Beruf geführt, Beratung geleistet, kulturelle Veranstaltungen und Weihnachtsfeiern organisiert. Intensiv habe er sich im Landkreis Haßberge um die Beratung gekümmert.

    Haus- und Schulbesuche

    Auch habe er das Zertifikat als Blinden- und Sehbehindertenberater im Jahre 2005 erhalten, viele Hausbesuche gemacht und in den Schulen über das Leben und die Probleme von Blinden und Sehbehinderten informiert. Ein besonderes Anliegen sei ihm die Barrierefreiheit gewesen, zu der er sämtliche Institutionen beraten habe. Für seine Leistungen bekam Schulz 2011 die Medaille des Blinden- und Sehbehindertenbundes und 2016 bekam er vom damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer den Bayerischen Verdienstorden.

    „Alles hat seine Zeit und nach insgesamt 28 Jahren geht man natürlich mit einem lachenden, aber auch mit einem weinenden Auge aus solch einem Amt“, sagte Schulz zum Abschied. Er habe jährlich 26 Hausbesuche gemacht, sechs Stammtische organisiert und zehn Schulklassen besucht. Die Beratung von Kommunen und Organisationen sei ihm ein echtes Anliegen gewesen, wenn es darum ging, barrierefreie Einrichtungen zu gestalten. Sein besonderer Dank galt seiner Frau Traudl und seiner Familie. Seinem Nachfolger wünschte er, dass es ihm gelingen möge, den guten Ruf der Arbeit fortzusetzen und damit beizutragen, das den betroffenen Menschen ein selbstbestimmtes und freies Leben möglich sei.

    Christoph Stumpf sagte, er sei froh, dass er auf den professionellen Rat von Michael Schulz oder Hans-Josef Hero vom Landratsamt zurückgreifen könne. „Ich bitte alle Mitglieder um ihr Vertrauen für meine Arbeit, auch wenn ich nicht in der gleichen Professionalität von Anfang starten kann. Aber ich werde mir alle Mühe geben, es zu schaffen“, sagte er.

    MdB Sabine Dittmar sah es als Gesundheitspolitikerin als wichtig an, „mit den Playern vor Ort in Kontakt zu bleiben und auch die Wertschätzung für die Arbeit eines Menschen über 30 Jahre hinweg zu zeigen.“ Mit besonderer Freude ging sie auf die schon so lange geforderte Barrierefreiheit für den Bahnhof in Haßfurt ein, wo nun doch einiges geschehen sei. „Was Michael Schulz in Haßfurt mit der Selbsthilfe geleistet hat, ist schon vorbildlich für andere Landkreise. Die Selbsthilfe erfüllt eine ganz wichtige Funktion.“

    Angebote für Sehbehinderte

    Auch stellvertretender Landrat Oskar Ebert dankte Schulz für dessen Arbeit und Hans-Hero sprach Schulz seine Anerkennung dafür aus, dass er auch ihm treu zur Seite gestanden sei.

    Für die Blinden und Sehbehinderten war mit der Tagung auch die Möglichkeit gegeben, sich über Hilfsmittel zu informieren und diese teilweise auch käuflich zu erwerben. Das Angebot reichte von Blutdruckmessgeräten, Thermometern oder Fieberthermometern mit Sprachausgabe bis hin zur sprechenden Armbanduhr, dem Großtastentelefon, Bildschirmlesesystemen oder Vorlesegeräten.

    Neuer Berater

    Christoph Stumpf war nach dem Studium der Wirtschaftspädagogik als Berufsschullehrer tätig und die vergangenen zwölf Jahren Schulleiter an der „Heinrich-Thein-Berufsschule“ in Haßfurt. Beim BSB ist er seit über zehn Jahren Mitglied. Inzwischen hat er die Ausbildung zum Blinden- und Sehbehindertenberater absolviert. Er ist unter Tel. (0 95 25) 12 11 zu erreichen.

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