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    ZEIL

    Stadelmann möchte die Haßfurter mit ins Boot nehmen

    Rund 50 interessierte Zeiler kamen zur Bürgerversammlung in die Brauereigaststätte Göller. Foto: Christian Licha

    Das Hallenbad war wieder einmal ein Thema bei der Bürgerversammlung in Zeil. Mit rund 50 interessierten Bürgern war das Schützenzimmer in der Brauereigaststätte Göller am Donnerstagabend voll besetzt. Bürgermeister Thomas Stadelmann erläuterte nochmals im Zeitraffer die bisherigen Ereignisse, die zur geplanten Schließung des Hallenbades zum Anfang der Sommerferien in diesem Jahr geführt haben. Um das in die Jahre gekommene Bad länger am Leben zu erhalten, hätte die Stadt Zeil rund eine Million Euro investieren müssen, die aber „in den Sand gesetzt“ wären, da damit nur das Nötigste hätte repariert werden können. So habe dann im vergangenen Jahr der Stadtrat dafür gestimmt, das Schwimmbad zu schließen. Auch ein Fachmann, der sich damals das Gebäude und die Technik angeschaut hatte, war der Meinung, dass eine Sanierung keinen Sinn mache. „Es müsste alles entkernt werden und nur noch die Hülle könnte erhalten bleiben“, zitierte Stadelmann den fachkundigen Berater. Das Stadtoberhaupt betonte aber auch, dass trotz Betonabplatzungen, Feuchtigkeitsschäden alter Technik in den verbleibenden Monaten, in denen das Hallenbad geöffnet sei, keine Gefahr für Leib und Leben bestehe. Ziel sei nun ein neues Hallenbad im südlichen Landkreis zu errichten, am liebsten natürlich in Zeil. Dafür müsse aber eine Allianz aus Städten und Gemeinden im Umfeld dahinterstehen, denn alleine sei dies nicht zu finanzieren, so der Bürgermeister. Bei jüngsten Gesprächen zu diesem Thema wurden die Chancen für die staatliche Bezuschussung eines Allianz-Bades ausgelotet.

    Für Bürgermeister Stadelmann wäre es wichtig, auch die Stadt Haßfurt mit ins Boot zu holen, aus der in der Vergangenheit die nach den Zeilern zweitmeisten Besucher kamen. Außerdem hätten auch Schulen aus Haßfurt das Hallenbad regelmäßig genutzt.

    Mit der Sanierung der Sander Straße werde es wohl in diesem Jahr nichts mehr werden. Aufgrund der angespannten Situation im Baugewerbe nannte Stadelmann ein Beispiel einer anderen Gemeinde im Landkreis, bei der nur ein Bewerber ein Angebot für ein Bauvorhaben abgegeben habe. Und dies lag mit mehr als 20 Prozent über der Kostenschätzung des Architekturbüros. Deshalb seien die Stadt Zeil und der Landkreis Haßberge übereingekommen, die Ausführung auf Anfang nächsten Jahres zu verschieben mit der Hoffnung auf günstigere Angebote. Denn an eine öffentliche Ausschreibung sei man nämlich gebunden und könnte diese nicht einfach stornieren, wenn nur ein Angebot vorliegt. Vorgesehen sei, dass der Landkreis als Baulastträger der Kreisstraße die Arbeiten an dieser ausführt und zeitgleich die Stadt Zeil den dortigen Kanal saniert.

    Eine ähnliche Situation gebe es bei der Erschließung des neuen Baugebietes „Mittelsetzring II“ an der ehemaligen B 26. Erst wenn hier Angebote vorliegen, könne man eine Aussage treffen, was ein Baugrundstück kosten werde. „Wir können den potenziellen Neubürgern aber keine überzogenen Preise aufzwingen“, erklärte Stadelmann. Auf die Frage eines Bürgers, ob es stimme, dass alle Bauplätze schon reserviert seien, entgegnete der Bürgermeister, dass lediglich diejenigen, die ihr Land für das Baugebiet zur Verfügung gestellt hatten, entsprechend vorgemerkt seien. 20 Plätze seien noch im freien Verkauf verfügbar. Zur Höhe des Walls, der an der Staatsstraße entstehen soll, erläuterte der Bürgermeister, dass dieser nicht der Straße geschuldet sei, sondern sich die Höhe nach der Immissionsschutzgrenze des benachbarten Gewerbegebietes berechne. Für die dortige Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes laufen zur Zeit intensive Gespräche, die wahrscheinlich im Laufe der nächsten Wochen zu Ende gebracht werden können. Von der Firma, die sich ebenfalls in Zeil ansiedeln und „Fleisch in Flaschen“ produzieren wolle, gebe es keine Neuigkeiten.

    In Sachen Kinderbetreuung wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, wie man den Caritas-Kindergarten erweitern könne. Schon jetzt sei dort die halbe Turnhalle nicht nutzbar, weil diese als Speisesaal dient. Auch sei eine Erweiterung der Gruppen notwendig. Dass etwas geschehen muss, ist Stadelmann klar. Momentan laufen aber noch Gespräche und es stehe noch nichts Konkretes fest.

    Der Schuldenstand der Stadt Zeil betrage aktuell 6,24 Millionen Euro. Daraus ergebe sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1120 Euro. Nach den planmäßigen Rückzahlungen in diesem und im nächsten Jahr werden sich die Verbindlichkeiten zum Jahresende auf 5,22 Millionen Euro (938 Euro pro Kopf) reduzieren. Die Finanzlage sei zwar aufgrund der relativ schwachen Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von gut einer Million Euro nicht rosig, aber Zeil erfülle trotzdem seine Pflichtaufgaben und investiert auch zum Beispiel in das neue Brandschutzkonzept an der Mittelschule und andere wichtige Vorhaben. Für den Unterhalt der städtischen Straßen sind in dem Jahr 100 000 Euro veranschlagt. (cl)

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