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    HAßFURT

    Standpunkt: Ossis und Wessis? Allmählich ist das albern!

    Standpunkt: Ossis und Wessis? Allmählich ist das albern!
    Wir können doch den Stoiber nicht zum Kanzler wählen. Wie oft habe ich 2002 diesen Satz aus dem Mund von Verwandten und Bekannten gehört, und überhaupt nicht beschränkt auf Gegner der Unionsparteien. Außerhalb des Freistaats hieß es da oft: „Egal wer, ein Bayer als Kanzler? Niemals!“ Als würde sich einen Regierungschef selbst und von vornherein selbst dadurch disqualifizieren, dass er aus dem Alpenvorland kommt. Von wegen keine „geografischen“ Ressentiments in der alten Bundesrepublik. Drei Jahre später wählten die Bürger dann die ehemalige DDR-Bürgerin Angela Merkel zur Kanzlerin. Ossis, Zonis, Wessis, Besserwessis: 30 Jahre nach der Wende kommen einem diese (schon zu Mauerzeiten) in die Köpfe hüben wie drüben betonierten Begriffe reichlich albern vor. Vor allem, wenn man – wie im Landkreis Haßberge – ganz nahe am ehemaligen eisernen Vorhang lebt oder arbeitet und die Todesstreifen heute in beide Richtung passiert, ohne dass sich irgendetwas Nennenswertes ändern würde in der Landschaft oder bei den Menschen. Klar, die neuen Bundesländer haben ihre Eigenheiten (die aber nur dadurch hervortreten, dass die alten Bundesländer ihre eigenen Eigenheiten haben) und sie haben weiterhin Nachholbedarf. Schaut man sich aber zum Beispiel die Verschuldung an, so stehen die fünf Neulinge viel besser da als alle Oldies mit Ausnahme Bayern und Saarland. Da haben dann eher Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Berlin Nachholbedarf. Es ist schwer zu verstehen, dass vielerorts und bei vielen so wenig von der Freude über die Wiedervereinigung übrig geblieben ist, über diesen großen Glücksfall der deutschen Geschichte. Ist die brutale Zerrissenheit unseres Volks schon vergessen? Viele Bürger im Osten beklagen, dass sie die ihnen einst versprochenen blühenden Landschaften nicht erspähen können. Wunderbar ist die Antwort des „Schnellen Meyers“ darauf: Die blühenden Landschaften bestünden nicht daraus, „dass uns gebratene Tauben in den Mund fliegen, sondern daraus, dass man mit einem wachen Geist, gesunden Händen und einem festen Willen etwas erreichen kann“, hat er unserer Redaktion erklärt. Diesen Leitsatz sollte sich jeder Bürger zu Herzen nehmen, egal ob er aus Brunsbüttel, Berchtesgaden, Bochum oder Bautzen kommt.

    Wir können doch den Stoiber nicht zum Kanzler wählen. Wie oft habe ich 2002 diesen Satz aus dem Mund von Verwandten und Bekannten gehört, und überhaupt nicht beschränkt auf Gegner der Unionsparteien. Außerhalb des Freistaats hieß es da oft: „Egal wer, ein Bayer als Kanzler? Niemals!“ Als würde sich ein Regierungschef selbst und von vornherein dadurch disqualifizieren, dass er aus dem Alpenvorland kommt. Von wegen keine „geografischen“ Ressentiments in der alten Bundesrepublik. Drei Jahre später wählten die Bürger dann die ehemalige DDR-Bürgerin Angela Merkel zur Kanzlerin.

    Schuldenkönige sind die alten Länder

    Ossis, Zonis, Wessis, Besserwessis: 30 Jahre nach der Wende kommen einem diese (schon zu Mauerzeiten) in die Köpfe hüben wie drüben betonierten Begriffe reichlich albern vor. Vor allem, wenn man – wie im Landkreis Haßberge – ganz nahe am ehemaligen eisernen Vorhang lebt oder arbeitet und die Todesstreifen heute in beide Richtung passiert, ohne dass sich irgendetwas Nennenswertes ändern würde in der Landschaft oder bei den Menschen.

    Klar, die neuen Bundesländer haben ihre Eigenheiten (die aber nur dadurch hervortreten, dass die alten Bundesländer ihre eigenen Eigenheiten haben) und sie haben weiterhin Nachholbedarf. Schaut man sich aber zum Beispiel die Verschuldung an, so stehen die fünf Neulinge viel besser da als alle Oldies mit Ausnahme Bayern und Saarland. Da haben dann eher Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Berlin Nachholbedarf.

    Es ist schwer zu verstehen, dass vielerorts und bei vielen so wenig von der Freude über die Wiedervereinigung übrig geblieben ist, über diesen großen Glücksfall der deutschen Geschichte. Ist die brutale Zerrissenheit unseres Volks schon vergessen?

    Gebratene Tauben fliegen nicht von alleine

    Viele Bürger im Osten beklagen, dass sie die ihnen einst versprochenen blühenden Landschaften nicht erspähen können. Wunderbar ist die Antwort des „Schnellen Meyers“ darauf: Die blühenden Landschaften bestünden nicht daraus, „dass uns gebratene Tauben in den Mund fliegen, sondern daraus, dass man mit einem wachen Geist, gesunden Händen und einem festen Willen etwas erreichen kann“, hat er unserer Redaktion erklärt. Diesen Leitsatz sollte sich jeder Bürger zu Herzen nehmen, egal ob er aus Brunsbüttel, Berchtesgaden, Bochum oder Bautzen kommt.

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