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    EBELSBACH

    Starke Stimmen und sanfte Klänge im Advent

    Der Gemeinschaftschor von St. Kilian Haßfurt und St. Magdalena Ebelsbach mit dem Orchester der Musikhochschule Würzburg unter der Leitung von Johannes Eirich boten ein eindrucksvolles Konzert. Foto: Günther Geiling

    „Gaudete in Domino semper – freut euch im Herrn zu jeder Zeit“ – steht über dem dritten Adventssonntag und deutet auf die Vorfreude auf Weihnachten hin. Diese Vorfreude hätte man nicht besser unterstreichen können als mit einem „Adventskonzert“, das die Erwartung der Geburt und das Weihnachtsevangelium musikalisch umsetzte. Mit einer Kantate von Johann Sebastian Bach und dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens boten der Kirchenchor St. Kilian Haßfurt und der Magdalenenchor Ebelsbach zusammen mit dem Orchester der Musikhochschule Würzburg ein beeindruckendes Konzert.

    Musikalisch erfolgte dieser Aufbruch dann mit einer der beliebtesten Kantate von Johann Sebastian Bach „Herz und Mund und Tat und Leben“ (BWV 147), das Orchester der Musikhochschule Würzburg sorgte dabei für den instrumentalen Akzent mit seiner Besetzung aus Violinen, Viola, Cello, Kontrabass, Oboen, der Trompete sowie Florian Mayer am Continuo, ausdrucksstark, aber auch zurückhaltend bei der Begleitung der Sänger und Solisten.

    Die Kantate signalisierte eine dialogische Struktur, als eine Antwort auf das Evangelium im Sinne von Augustinus, der einmal sagte „wer singt, betet doppelt“. Und dies kam dann auch in den „Rezitativen“ in besonderer Weise zum Ausdruck, zumal die solistische Besetzung großartig war.

    Dies galt für die junge Sopranistin Serena Hart mit ihrer überragenden und resonanzreichen Stimme, die bis in höchste Lagen schön und klar erklang. Ihren musikalischen Werdegang hatte sie eigentlich mit dem Schlagzeug- und Percussionunterricht begonnen, doch durch ihre gleichzeitige Mitwirkung in verschiedenen Chören entdeckte sie auch ihre Freude und ihr Talent für den Gesang. Nach ihrem Studium und ihrer stimmlichen Ausbildung ist sie heute als Solistin bei Kirchenkonzerten, Oratorien oder auch Konzertabenden sehr gefragt und gefiel mit ihren Darbietungen.

    Ausdrucksstark auch die Stimme von Tenor Sebastian König, der ja bei Ingeborg Hallstein in Würzburg studierte und inzwischen ein viel gefragter Lied- und Konzertsänger ist und schon an der Philharmonie in Essen, im Wiener Konzerthaus oder beim Würzburger Mozartfest zu hören war.

    Nuancenreich dazu die Altstimme von Jutta Schubert-Friese und großartig auch die Arie von Bassist Volker Joerg. Aber auch der Gemeinschaftschor war über alle Stimmen gut besetzt und stimmgewaltig.

    Maja Dvorasek entlockte dann bei der „Melodie“ von Ch. W. Gluck sanfte Klänge auf ihrer Harfe. Die junge Harfinistin zeigte, dass sie dieses Instrument, das zu den schwersten zählt, meisterlich beherrscht. Sie erhielt ja auch schon mit 10 Jahren den ersten Unterricht. Dass Weihnachten das Fest der Kinder ist, wurde deutlich gemacht durch den Jugendchor, der zum Mitsingen animierte.

    Instrumental erfolgte der Auftakt mit fließenden Klängen zum „Weihnachtsoratorium“, aber nicht von Bach, sondern vom Franzosen Camille Saint-Saens, der als einer der führenden Repräsentanten der Musique francaise des 19. Jahrhunderts gilt. Seine Texte wählte er aus der lateinischen Weihnachtsliturgie und griff dabei auf Texte des Weihnachtsevangeliums nach Lukas und Johannes sowie auf den Propheten Isaias zurück. Die Engelsbotschaft war dabei dem Solistenquartett mit Sopran, Alt, Tenor und Bariton anvertraut und das nachfolgende Gloria dem Chor. Während der Engel im Sopran erstrahlte mit „fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude“, setzte der Chor mit dem „Gloria in altissimo deo“ bei der Stelle „und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“ sehr zart und sanft ein.

    Erstmalig tritt dann auch die Harfe beim Duett von Sopran und Bariton hervor und etwas dramatisch wird es sogar bei „quare fremuerunt gentes – warum toben die Heiden“. Schließlich kommt es noch zum Alleluja-Ruf „Halleluja, jauchzet ihr Himmel, freuet euch Erde!“, zu dem das Orchester die Pastoralmelodie des ersten Teils wieder aufgriff und dann darin auch der Chor einstimmte.

    Das Publikum war begeistert von der großen Leistung der Laienchöre aus Haßfurt und Ebelsbach, die beide Werke unter der Leitung von Kirchenmusiker Johannes Eirich in feiner Abstimmung mit dem Orchester aus Würzburg darboten. Darüber hinaus sorgte die großartige Besetzung der Sänger mit ihren Rezitativen und Arien für einen außergewöhnlichen Hörgenuss.

    Sopranistin Serena Hart begeisterte beim Ebelsbacher Adventskonzert mit ihrer schönen klaren Stimme. Foto: Günther Geiling

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