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    HAßFURT

    Streiflicht: Markthalle und Weihnachtsmarkt für Haßfurt

    Kommentar: Wie Eltmann Zeil das Hallenbad abgekauft hat
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    Nikolausi – nein, Osterhasi! Kennen Sie Polt, Gerhard Polt? Wohl jedem ist der Sketch des bald 77-jährigen Kabarettisten mit dem quengelnden Nikolausi-Kind und dem genervten Osterhasi-Vater („Ja, Rotzbub, frecher, wie soll ich's dir denn noch erklären. Gleich schmier ich dir eine!“) vertraut. Nicht zuletzt wird der Gag ja jedes Jahr zur Osterzeit strapaziert.

    Für den Einzelhandel ist Ostern „das kleine Weihnachten“. Zu dieser Jahreszeit ist der Umsatz – eben nach der Nikolausizeit – am höchsten. Und das nicht nur bei Süßigkeiten, im Schnitt kaufen wir eineinhalb Osterhasi pro Jahr. Rund ein halbes Kilogramm Weihnachtssüßigkeiten vom Schokoniko bis zur Marzipankartoffel gönnt sich jeder Verbraucher im Durchschnitt in der Weihnachtszeit. Aber davon abgesehen wird in der Karwoche allgemein dreimal so viel gekauft wie in einer normalen Woche.

    Apropos Einzelhandel und Nikolausi. Dieser Tage war in Haßfurt wieder einmal der Bamberger Citymanager Klaus Stieringer als Referent zu Gast und einer seiner Ratschläge, die er für die Haßfurter parat hatte, betraf deren rudimentären Weihnachtsmarkt. Während rund um Haßfurt überall Weihnachtsmärkte in großem Rahmen zelebriert werden, sieht es in der Kreisstadt eher mau aus. Das Selbstgebastelte aus heimischen Werkstätten mag zwar von künstlerischem Reiz sein und auch der Montagsmarkt mit Töpfen und Küchenkräutern hat bestimmt seine Bedeutung. Aber die Haßfurter schielen als Mittelzentrum immer auch mit einem Auge links, mit dem anderen rechts auf die benachbarten Oberzentren Bamberg und Schweinfurt.

    Gut, solche Weihnachtsmärkte wie dort wären für Haßfurt eine Nummer zu groß. Aber schon wenige Kilometer entfernt – in Zeil – findet jedes Jahr ein Weihnachtsmarkt statt, der wenigstens zwei Tage lang dauert und nicht um 18 Uhr geschlossen wird. Andere Ortschaften rundum machen es ebenso.

    Aber Stieringer hatte noch eine andere Idee, wie man die Attraktivität und Lebensqualität der Kreisstadt deutlich erhöhen könnte. In vielen Städten, durchaus mit Haßfurt vergleichbar, seien in jüngerer Zeit Markthallen angesiedelt worden, in denen Direkterzeuger aus dem Umland der jeweiligen Städte ihre Produkte frisch verkaufen können. Überall habe sich eine solche Einrichtung als echter Renner herausgestellt, so der Bamberger Manager, schon alleine wegen des Flairs in einer solchen Markthalle.

    Ein Markt für eine solche Markthalle wäre in Haßfurt sicher vorhanden. Schließlich gibt es hier schon immer einen Wochenmarkt und auch zur Spargel- und Erdbeerzeit zum Beispiel stehen regelmäßig Verkaufsfahrzeuge und Erzeugerhäuschen am Marktplatz und auf anderen Plätzen der Kreisstadt. Dazu kommen Selbsterzeuger wie Imker aus der Umgebung.

    Stieringer ließ allerdings deutlich durchblicken, dass die Stadt Haßfurt in einem solchen Fall in Vorleistung gehen müsste. Also wo könnte in Haßfurt ein solches Projekt verwirklicht werden? Die Passage am Floriansplatz wäre zu bescheiden. Aber wird nicht seit längerer Zeit eine sinnvolle Verwendung für „Das Ding“ gesucht? Parkplätze wären auch in genügender Zahl vorhanden und das Gebäude selber muss ja wohl ohnehin, egal für welchen Zweck, gründlich umgebaut, wenn nicht gar weggerissen und neu gebaut werden. Ein „Markt-Ding“ hätte eine Chance verdient.

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