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    HAßFURT

    Streiflichter: Ruhe bitte!

    Was ist der Sinn einer öffentlichen Veranstaltung, bei der jemand eine Rede hält? Den meisten Besuchern geht es wohl darum, zu hören, was da gesprochen wird. Leider gibt es auch Leute, denen das vollkommen egal zu sein scheint. Es reicht ein Störenfried im Publikum, der sich lautstark mit seinem Nachbarn unterhält – egal, ob der Nachbar mitredet oder einfach zugelabert wird – um eine ganze Menge Leute zu nerven. Und leider findet sich ein solcher Störenfried bei fast jeder Veranstaltung.

    Beispiele gefällig? Unter anderem wären da diverse Bürgerversammlungen. Ein leises Gebrabbel ist eigentlich immer aus irgendeiner Richtung zu hören. Besonders nervig wird es aber, wenn jemand so laut tratscht, dass er für die Menschen in seiner näheren Umgebung auch die Worte des Bürgermeisters übertönt. In Haßfurt gibt es sogar einen Stadtrat, der hier gerne mal negativ auffällt. Zugegeben: Für die Ratsmitglieder mag die Situation etwas unangenehm sein.

    Einerseits wird von ihnen erwartet, dass sie in solchen Veranstaltungen Präsenz zeigen, andererseits bedeutet das für sie, dass sie sich eine Rede des Bürgermeisters über Themen anhören müssen, die sie bereits in- und auswendig kennen, weil alles schon in der Sitzung im Rathaus ausführlich durchgekaut wurde. Und dann dürfen sie die gleiche Rede auch noch mehrfach in den verschiedenen Ortsteilen hören. Trotzdem täte Haßfurts 3. Bürgermeister Stephan Schneider gut daran, in solchen Sitzungen nicht ganz so oft und nicht ganz so laut mit seinem Nachbarn zu schwätzen. Das gilt übrigens auch für die Sitzungen des Kreistags, in denen man ihn vom Pressetisch aus sehr häufig dabei beobachten kann, wie er sich zu seinem Sitznachbarn hinüberlehnt und irgend etwas sagt – die Frage, wie aufmerksam in diesem Gremium zugehört wird, wurde ja in der Vergangenheit ohnehin schon öfter thematisiert.

    Doch Schneider ist nicht der einzige. Auch ein angesehenes Mitglied des Haßfurter Seniorenbeirats soll während der Neujahrsansprache des Haßfurter Bürgermeisters auf dem Marktplatz so laut geredet haben, dass sich mehrere Leute nach ihm umdrehten, bis ihn schließlich jemand darauf ansprach. Zugegeben: In diesem Fall war ich nicht dabei, ich kenne ihn nur aus Erzählungen. Aber es passt schon ins Bild: Auch ins Kino oder ins Theater kann man kaum noch gehen, ohne dass irgendjemand meint, die Handlung kommentieren zu müssen, was gerade bei dramatischen Stoffen die Stimmung total kaputt macht. Muss das wirklich sein?

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