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    Kreis Haßberge

    Sturmschäden im Landkreis Haßberge

    In Haßfurt stürzte ein Baum auf einen Carport, der zusammenbrach und drei Autos unter sich begrub. Das waren nicht die einzigen Sturmschäden in der Nacht zum Montag.
    Beim Sturm in der Nacht zum Montag stürzte ein Baum am Wildbad in Haßfurt auf einen Carport, der daraufhin einstürzte und drei Autos unter sich begrub. Foto: Felix Kühnl

    Bisher war "Mortimer" in Deutschland vor allem als Name einer Rolle aus Friedrich Schillers "Maria Stuart" bekannt. Dort ist er eine recht emotionale Figur. So ist es durchaus passend, dass auch das Sturmtief, das in Deutschland derzeit für die ersten größeren Herbststürme dieses Jahres sorgt, ebenfalls diesen Namen trägt. Auch im Landkreis Haßberge hat "Mortimer" seine Spuren hinterlassen.

    Am Montagmorgen um 6 Uhr wurde die Feuerwehr Haßfurt alarmiert. In der ersten Meldung war die Rede von einem Baum, der am Wildbad in Haßfurt auf die Straße gestürzt sei. An der Einsatzstelle angekommen, stellten die Feuerwehrleute allerdings fest, dass diese Beschreibung falsch war: Der Baum war nicht auf die Straße, sondern auf einen Carport gestürzt, wie die Feuerwehr Haßfurt in einer Pressemitteilung berichtet. Dieser brach unter dem Gewicht des massiven Baums zusammen und begrub drei darunter geparkte Autos unter sich. Verletzt wurde dabei laut der Pressemitteilung niemand.

    Fachfirma muss Bäume fällen

    Für weitere Probleme sorgte allerdings, dass der Baum, als er umstürzte, einen anderen Baum traf, der daraufhin ebenfalls umzustürzen drohte. Aufgrund der Größe der Bäume und der engen Platzverhältnisse konnte sie die Feuerwehr nicht mir ihren Mitteln sicher beseitigen. Daher forderten die Einsatzkräfte frühzeitig eine Fachfirma zur Unterstützung nach. Feuerwehr, Polizei und der ebenfalls nachgeforderte Bauhof sperrten die Umgebung weiträumig ab, berichtet die Feuerwehr weiter in ihrer Pressemitteilung. Neben Fuß- und Radwegen musste auch die anliegende Nordtangente bis zum Abschluss der Bergungsarbeiten vollgesperrt werden. Der Verkehr wurde über die Hauptstraße und den Großen Anger umgeleitet.

    Als er umfiel, traf der Baum noch einen weiteren Baum, so dass dieser ebenfalls umzustürzen drohte. Von der Nordtangente aus musste eine Fachfirma die beiden Bäume herausheben. Foto: Felix Kühnl

    Nachdem die Fachfirma den angeschlagenen Baum gefällt hatte, konnte die Absperrung der Nordtangente um 10.10 Uhr wieder aufgehoben werden. Wenig später gaben die Einsatzkräfte auch die Fuß- und Radwege wieder frei. Die Feuerwehr Haßfurt war zu Spitzenzeiten mit fünf Fahrzeugen und 15 Einsatzkräften vor Ort. Daneben unterstützen die Polizei, der Bauhof Haßfurt und die Straßenmeisterei Zeil die Einsatzmaßnahmen.

    Fehlalarm durch den Sturm?

    Auch an anderen Orten im Landkreis Haßberge hinterließ Mortimer seine Spuren. Wie die Polizei Haßfurt auf Nachfrage dieser Redaktion berichtet, kam um 5.15 Uhr die Meldung, dass zwischen Hainert und Wonfurt ein Baum auf die Straße gestürzt sei. Vor Ort stellte sich dann allerdings heraus, dass es sich lediglich um einen großen Ast handelte, der sich ohne großen Aufwand beseitigen ließ.

    Auch ein weiteres Ereignis könnte mit dem Umwetter in Zusammenhang stehen: Die Polizei rückte aus, da in einem Einkaufsmarkt in Ebelsbach Alarm losging, vor Ort konnten die Beamten aber nichts Ungewöhnliches feststellen. Wie es zu dem Fehlalarm kommen konnte, ist bisher ungeklärt. Im Gespräch mit dieser Redaktion berichtet ein Beamter der Haßfurter Polizei: "Manchmal wird ein Alarm von Vibrationen bei einem Sturm ausgelöst" - wenn also Windböen Fensterscheiben vibrieren lassen. Möglicherweise könne das auch hier der Fall gewesen sein.

    Schlammlawinen und umgestürzte Bäume

    Recht wenige Schäden hinterließ Mortimer im Dienstbereich der Polizei Ebern. Lediglich zwei kleine Schlammlawinen, die Straßen überfluteten, habe es gegeben, berichtet ein Polizist auf Nachfrage dieser Redaktion.

    Doch nicht von jedem Sturmschaden bekommt die Polizei etwas mit, denn so manchen umgestürzten Baum kann die Feuerwehr auch ohne Beteiligung der Ordnungshüter von der Straße heben. Frank Weitz von der Integrierten Leitstelle in Schweinfurt berichtet daher auf Nachfrage dieser Redaktion von drei weiteren umgestürzten Bäumen im Landkreis Haßberge. Einer davon stürzte auf die Straße zwischen Kirchlauter und Breitbrunn, weitere Fälle gab es bei Hainert und bei Salmsdorf. Insgesamt sei allerdings im Landkreis Haßberge in der stürmischen Nacht, in der es in anderen Teilen Deutschlands zu großen Schäden kam, "relativ wenig" passiert, sagt Weitz.

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