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    UNFINDEN

    Unfinden: Ein Baum als Zeichen der Liebe

    Viele Unfindener, Familie, Freunde und Bekannte unterstützten Markus Scheller und seine Frau Regina beim Pflanzen des 88. Hochzeitsbäumchens in Unfinden. Dabei half der Vorsitzende des OGV Unfinden Ingo Wohlgemuth. Foto: André Ankenbrand

    Das 88. Hochzeitsbäumchen wurde am Samstag in Unfinden von Markus Scheller und seiner Regina, geborene Stubenrauch aus Kottenbrunn, an der heimischen Streuobstwiese gepflanzt.

    Damit wurde in diesem Dorf ein Brauch fortgesetzt, der aus dem Jahre 1740 stammt und in der alten Dorfordnung nieder geschrieben wurde. Darauf ging OGV-Vorsitzender Ingo Wohlgemuth ein. Diese Verordnung aus dem 18. Jahrhundert ließ der damalige Vorstand Adolf Korn im Jahr 1985 wieder aufleben. Ingo Wohlgemuth ergänzte, dass vor über 200 Jahren den heiratenden Männern es befohlen war, drei Obstbäume in der Gemarkung Unfinden zu pflanzen. Diese Verpflichtung war sogar mit einer Strafe von einem halben Gulden bewehrt. Heute ist das Hochzeitsbäumchenpflanzen in Unfinden zu einem liebevollen Brauch geworden, der von fast allen Hochzeitspaaren gern angenommen wird.

    Als Bäumchen hatten sich die beiden einen hochstämmigen Klarapfelbaum ausgesucht. Er wird auch Kornapfel, Augustapfel oder Jakobiapfel genannt, da die ersten Früchte schon oft am Namenstag des Heiligen Jakobus reif sind. Er gilt als Liebhaberapfel und ist ein guter Pollenspender. Seine kugeligen, mittelfesten und saftigen Früchte können zu Apfelbrei verarbeitet werden oder man bäckt einen Apfelkuchen daraus, wie der Vorstand ausführte.

    Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich viele Üflder, Familien, Freunde und Bekannte auf den Weg gemacht, um das Brautpaar beim Bäumchenpflanzen zu unterstützen. Im Anschluss gab es dann noch eine zünftige Polterhochzeit. (sn)

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