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    HASSFURT

    Urteil: Marktleiter behält nach Unfall doch noch seinen Job

    Ein Auffahrunfall zwischen Haßfurt und Zeil am 26. Oktober 2018 hat einen 37-jährigen Marktleiter aus dem Landkreis fast den Arbeitsplatz gekostet. Der 37-Jährige war mit einem Firmen-Lkw unterwegs, als er auf ein vorausfahrendes Auto auffuhr und dabei einen Bagatellschaden verursachte.

    Da es sich um ein Firmenfahrzeug handelte, rief er dennoch die Polizei, die feststellte, dass der Unfallfahrer aufgrund früherer Geschwindigkeitsüberschreitungen gar nicht hätte fahren dürfen. Denn er hatte sich trotz bestehenden Fahrverbots ans Steuer gesetzt. In der Folge erhielt der Havarist einen Strafbefehl über 800 Euro und – was ihn viel mehr schmerzte – ein zweimonatiges Fahrverbot. Dies hätte ihn fast den Job gekostet, weil sein Bezirksleiter und Vorgesetzter ein Fahrverbot ab zwei Monaten als K. O. -Kriterium für den Arbeitsplatz erachtet.

    Der 37-Jährige legte Einspruch gegen den Strafbefehl ein und musste am Mittwoch – nicht zum ersten Mal – auf der Anklagebank des Amtsgerichts Platz nehmen. Dort gab er den Ahnungslosen. Er habe nicht gewusst, dass gegen ihn ein Fahrverbot ausgesprochen worden sei. Der Bußgeldbescheid mit dem verhängten Fahrverbot sei an seine alte Adresse bei seiner Mutter in einem anderen Landkreis zugestellt worden.

    Fünf Vorstrafen

    Da er mittlerweile im Landkreis Haßberge baue, habe er den Brief nicht erhalten und nichts von einem Fahrverbot gewusst, gab er zu Protokoll. Darüber hinaus erachte er ein Fahrverbot für überzogen, zeigte er sich uneinsichtig. Als ihm Anklagevertreter Ilker Özalp klar machte, dass er eine Rücknahme des Fahrverbots auch aufgrund der fünf Vorstrafen des Angeklagten nicht mitmache, erwiderte der 37-Jährige: „Sie betrifft?s ja nicht.“

    Einschlägig vorbestraft ist der Angeklagte zwar nicht. Dafür stehen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Hausfriedensbruch unter Waffeneinsatz und dreimal Betrug in seinem Sündenregister. Der Unfall ereignete sich nur einen Monat, nachdem eine 15-monatige Bewährungsstrafe abgelaufen war. Dennoch verminderte Özalp in seinem Plädoyer das Fahrverbot auf einen Monat und erhöhte die Geldstrafe auf 1200 Euro. Der Angeklagte habe dafür zu sorgen, dass er „postalisch erreichbar“ sei, schrieb er ihm hinter die Ohren. Unwissenheit schütze vor Strafe nicht.

    Fahr-Pause über Weihnachten

    Richterin Ilona Conver verhängte eine Geldstrafe von 990 Euro wegen fahrlässigen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und beließ es beim einmonatigen Fahrverbot. Dies rettete dem Verurteilten den Arbeitsplatz. Denn er kann frei verfügen, wann er seinen „Lappen“ abgibt. Er werde dies über Weihnachten tun, weil dann eh nichts los sei, sagte er erleichtert.

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