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    WDR-Sendung mit Markus Barth: Ein Zeiler steckt voller Ideen

    Der aus Zeil stammende Kabarettist und Stand-up-Comedian Markus Barth ist ab Samstag mit seiner eigenen Show "Soweit dazu" im WDR zu sehen. Foto: Ulrike Langer

    Markus Barth hatte in den letzten Tagen viel um die Ohren. Ab Samstag, 21. September, läuft seine Satireshow "Soweit dazu" im WDR am Freitag, 13. September, wurde die erste Folge des halbstündigen Formats aufgezeichnet, vorher standen Leseproben und andere Vorbereitungen an. Dennoch hat sich der Comedian zwischendurch etwas Zeit für ein Gespräch mit dieser Redaktion genommen. Denn auch, wenn man es ihm an der Sprache bei seinen Auftritten nicht mehr anhört: Der Komiker stammt aus Zeil.

    Viel möchte Markus Barth noch nicht darüber erzählen, was in der Sendung passiert; immerhin sollen die Zuschauer ja noch einen Grund haben, auf die erste Folge gespannt zu sein. Was er allerdings im Vorfeld berichtet: Er selbst wird in der Show an einem Schreibtisch sitzen und in jeder Folge über ein bestimmtes Thema sprechen, dazu passend zeigt er Internetclips und Zeitungsausschnitte. "Wir schnappen uns Themen, von denen wir glauben, dass sie wichtig sein könnten", meint er. "Wir", das sind in diesem Fall vor allem Markus Barth und sein Autorenkollege Jochen Winter.

    Fränkische Freude ist schwer zu erkennen

    In der ersten Folge soll sich alles um die Verkehrswende drehen. "Es geht um neue Formen der Mobilität – und auch um eine sehr alte", kündigt Barth an. Dabei sieht er die Möglichkeit, dass auch eine Satireshow ein paaren Informationen vermitteln kann. Das Ziel der Sendung beschreibt er: "Ich möchte, dass die Zuschauer gut unterhalten werden, aber dass sie vielleicht auch sagen: ,Das hab ich noch nicht gewusst.'"

    Markus Barth wurde 1977 in Bamberg geboren und wuchs in Zeil auf, wo seine Eltern auch heute noch leben. Er selbst wohnt seit 1999 in Köln und arbeitet als Autor und Headwriter für verschiedene Fernsehsendungen wie beispielsweise die "Wochenshow", "Ladykracher" oder die "Heute-Show". Außerdem steht Markus Barth seit 2007 als Standup-Comedian auf der Bühne.

    Und nun kommt eben noch die Sendung im WDR dazu. Die Zusage zu dieser Zusammenarbeit bekam Markus Barth im Dezember. "Lustigerweise waren meine Eltern gerade in Köln zu Besuch, als die SMS vom WDR kam", erzählt er. Daraufhin machten sie erst einmal eine Flasche Sekt auf. "Ich glaube, sie haben sich gefreut. Bei Franken kann man das ja nie so genau sagen", lacht er.

    Selbstgedrehte Pilotfolge

    Und wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen dem Komiker und dem Fernsehsender? Immerhin gibt es so manchen Künstler, der mit Redakteuren und anderen Senderverantwortlichen eher schlechte Erfahrungen gemacht hat. Unter anderem hat der Cartoonist Ralph Ruthe, mit dem auch Markus Barth befreundet ist und schon an einigen Projekten zusammengearbeitet hat, mehrfach öffentlich geäußert, dass seine bisherigen Versuche zur Zusammenarbeit mit dem Fernsehen recht unbefriedigend verlaufen seien: Zu viele beteiligte Personen und damit zu viele Stimmen, die ihm in seine Ideen hineinquatschen, seien eben nicht gut für den künstlerischen Prozess.

    "Das kenne ich alles auch", sagt Markus Barth, immerhin arbeite er schon seit 20 Jahren beim Fernsehen. "Manchmal hört man Sachen, die man nicht hören möchte." Im Fall seiner eigenen Sendung sei er da einen anderen Weg gegangen: Zusammen mit dem Produzenten Wolfgang Link hatte er selbst eine Pilotfolge gedreht und diese an die Fernsehsender herangetragen. Damit gab Markus Barth den Verantwortlichen beim WDR bereits vor, worauf sie sich einlassen würden.

    Zwar gebe es dennoch zu einzelnen Details noch unterschiedliche Meinungen, auch die Redakteure vom Sender bringen sich ein. Aber: "Der Clou ist, den Goldenen Mittelweg zu finden. Und ich denke, wir schaffen das ganz gut."

    Auch auf der Bühne geht es weiter

    Zu einem lustigen Schreibfehler kam es in der Kommunikation zwischen dieser Redaktion und dem WDR auf der Suche nach einem möglichen Interviewtermin: Eine Mitarbeiterin des Senders schrieb dabei eine E-Mail an die Main-Post mit dem Betreff: "Interviewanfrage Mario Barth." Markus Barth lacht, als er darauf angesprochen wird. "Mir ist das vollkommen wurscht, wir haben keinerlei Berührungspunkte", sagt er. "Ich bin ihm nur einmal auf dem Comedy-Preis begegnet." Viele Leute seien der Meinung, er müsse doch ein großes Problem damit haben, dass es einen anderen Comedian gibt, der "den Nachnamen und drei Buchstaben des Vornamens" mit ihm gemeinsam hat und dessen Name offenbar in vielen Köpfen präsenter ist. Tatsächlich sei ihm das recht egal, eigentlich denke er immer nur dann an Mario Barth, wenn er mal wieder von einem Journalisten auf die Namensähnlichkeit angesprochen werde.

    Trotz eigener Show soll es auch mit den Bühnenprogrammen weitergehen. Mit dem aktuellen Programm "Haha... Moment, was?" ist Markus Barth noch bis Anfang 2021 regelmäßig in ganz Deutschland zu sehen; auch in seiner alten Heimat. So steht er am Freitag, 27. September, um 20 Uhr im Rudolf-Winkler-Haus in Zeil auf der Bühne. Über seine alte Heimat sagt er: "Ich freue mich schon auf Zeil. Ich plane schon, wann ich wo esse." Derweil ist auch schon das nächste Programm in Planung. Das soll dann frühestens ab 2021 zu sehen sein.

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