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    HAßFURT

    Warum Junghandwerkern die Arbeitswelt offensteht

    72 Gesellenbriefe in Ernährungs- und Bauberufen, für Friseure und Bürokaufleute im Handwerk wurden am Samstag in einer Feierstunde im Landratsamt Haßberge überreicht. Foto: Sabine Weinbeer

    72 frischgebackene Handwerkerinnen und Handwerker konnte Kreishandwerksmeister Hans-Georg Häfner am Samstag von den Pflichten der Ausbildung freisprechen und mit dem Gesellenbrief ins Berufsleben entlassen. Dieses Berufsleben biete für junge Menschen im Handwerk heute die allerbesten Zukunftschancen, betonten nicht nur Häfner und die Obermeister der verschiedenen Innungen, sondern auch Landrat Wilhelm Schneider.

    Häfner und Schneider ermutigten die jungen Leute, die Fertigkeiten, die sie in der Ausbildung erlernt haben, einzusetzen, auszubauen, an künftige Auszubildende weiter zu geben und darauf aufzubauen.

    Viele Wege stünden offen: der Meisterbrief, der Techniker, der Fachwirt „und viele Betriebe in der Region suchen einen Nachfolger“, so Landrat Wilhelm Schneider. Er betonte, wie wichtig es ist, qualifizierte Handwerker im Landkreis zu haben. Der Kreis messe der Berufsschule daher einen hohen Stellenwert bei. Das zeige auch die laufende Generalsanierung, die sich im Zeit- wie im Kostenplan befinde. Die 25 Millionen Euro, die in das Gesamtprojekt fließen, seien „eine direkte Investition in unsere Zukunft. 2023 wird auch der letzte Bauabschnitt beendet sein.“ Wegen der Baumaßnahmen fand die Freisprechungsfeier in diesem Jahr nicht in der Aula der Berufsschule, sondern im Sitzungssaal des Landratsamtes statt.

    Das Ambiente dort wurde von den Festrednern als sehr würdig eingestuft, auch wenn sich der Obermeister der Malerinnung Michael Ott eine humorige fachliche Anmerkung nicht verkneifen konnte: „man sieht schon, dass hier oftmals die Köpfe rauchen...“

    Hans-Georg Häfner bat die Jung-Handwerksgesellinnen und Gesellen, stolz auf ihren Abschluss zu sein und ihrem Beruf sowie dem Landkreis treu zu bleiben. Ein Handwerker müsse sich nicht um Arbeitslosigkeit sorgen, „ein Handwerker kann bis ans Lebensende für sich selbst sorgen“, erklärte er.

    Wenn heute gerade Handwerksbetriebe Probleme hätten, ausreichend Nachwuchs zu gewinnen, liege das heute nicht mehr am Lohn, sondern eher an der Vielzahl an neuen Berufen und an den Aufsplitterungen. Dazu beigetragen hätten auch einige politische Fehlentwicklungen, von denen aber einige derzeit „repariert werden“. Den Wegfall der Meisterpflicht sprach er dabei explizit an. „Da tut sich jetzt endlich etwas und die größten Gegner der Meisterpflicht verlassen ja gerade die EU“, so der Kreishandwerksmeister.

    Für zehn Berufe fand die Freisprechungsfeier statt. Warum nur zehn, bei 131 Ausbildungsberufen in Unterfranken, erklärte Häfner ebenfalls. Diese zehn Berufe haben dreijährige Ausbildungen, werden an der Berufsschule in Haßfurt beschult und/oder der Innungssitz liegt hier im Landkreis. Das erklärt auch, warum die Brauer und Mälzer aus ganz Unter-, Oberfranken und der nördlichen Oberpfalz in Haßfurt ihre Gesellenbriefe erhalten. Ihr Obermeister nämlich ist Franz-Josef Göller aus Zeil. Die Berufe mit dreieinhalb Jahren Ausbildung, wie die Elektriker oder die Schlosser haben ihre Freisprechung im Februar.

    Freigesprochen wurden

    Fleischer/innen (Obermeister Alfred Kaiser): Domenique Bartel aus Hendungen, Laura Gehler aus Römhild, Kilian Göpfert aus Hergolshausen (Prüfungsbester), Andre Rübig aus Kleinsteinach, Marcel Scheuer aus Schweinfurt und Michael Strobel aus Kaisten.

    Fleischereifachverkäufer/innen: Helen Abebe aus Geldersheim, Schreiffer Halbig aus Bad Kissingen, Danil Kononenko aus Schweinfurt, Jessica Rolke aus Königsberg, Jacqueline Ruppel aus Heidenfeld und Jan Sröhr aus Bad Bocklet. Wegen der sehr knappen Prüfungsergebnisse wurden Jessica Aigner aus Frankenwinheim und Jasmin Merklein beide als Innungsbeste ausgezeichnet.

    Malerinnung (Obermeister Michael Ott): Bastian Bischoff aus Ebelsbach (Stappenbacher GmbH Oberaurach), Mohamad Kilany aus Gleisenau (Maler- und Verputzerbetrieb Müller Eltmann), Philipp Lempa aus Eltmann (Maler- und Verputzerbetrieb Hofmann Dippach), Severin Pörner aus Haßfurt und Manuel Pätzold aus Augsfeld (beide InStyle Haßfurt), Benjamin Tübner aus Ebern (Maler Klee Ebern) und Max Zunker aus Knetzgau (Pabst Qualitätsservice am Bau Unterschleichach).

    Als Prüfungsbeste wurden Max Zunker, Mohamad Kilany und Benjamin Tübner ausgezeichnet. Michael Ott sprach Mohamad Kilany besondere Anerkennung aus. Erst seit vier Jahren ist er in Deutschland und viele dachten, er würde die theoretische Prüfung in Deutsch nicht schaffen können. Doch er lehnte sogar die Unterstützung, die ihm zugestanden hätte, ab und lieferte das zweitbeste Prüfungsergebnis. Dafür erhielt er herzlichen Beifall der Anwesenden.

    Schreiner/innen (Obermeister Klaus Döllner): Sascha Axmann aus Eschenbach (Königsberger Lehrwerkstätten), Daniel Baum aus Sand (Schreinerei Krines), Valentin Doppel aus Haßfurt (Schreinerei Käb Oberhohenried), Alina Eckert aus Königsberg (Holz-Lounge Storch Hainert, Gewinnerin des Wettbewerbs „Gute Form“), Paul Felber aus Breitbrunn (Schreinerei Stark Limbach), Nicole Gock aus Stadtlauringen (Ress Möbelwerkstätten Bad Königshofen), Oskar Keller aus Hergolshausen (Därr Tische Eisenheim, Prüfungsbester), Raphael Krug aus Pfarrweisach (Schreinerei Brückner Hofheim), Christian Kutze aus Schonungen (Möbelwerkstätten Eck Gädheim), Noah Schmitt aus Königsberg (Schreinerei Pfaff Fatschenbrunn), Florian Stadelmann aus Sand (Schreinerei Krines Sand), Lina Thein aus Mühlhausen (Schreinerei Vogel Obertheres), Lukas Wasser aus Ebelsbach (Schreinerei Kann Zeil) und Ulambayar Buinlkham. Sie kommt eigentlich aus der Mongolei, studierte dort Innenarchitektur, wollte aber das deutsche Schreinerhandwerk kennenlernen und absolvierte hier jetzt erfolgreich die Ausbildung, obwohl auch sie die Ausbildung ohne Deutschkenntnisse allein mit dem Google-Übersetzer begann, wie stellvertretender Schulleiter Jochen Brüggemann im Gespräch mit dieser Redaktion erklärte.

    Friseure (Obermeister Oliver Merkl): Elena Anding, Dawn Michelle Trammel, Sophia Hofmann und Sophia Pfuhlmann (beide Maas-Creativ), Sophie Pfuhlmann wurde Prüfungsbeste.

    Bauinnung (Obermeister Karl Böhner): Fliesenleger: Dominik Holzschuh aus Westheim (Hofmann GmbH Sand). Maurer: Marvin Koch aus Friesenhausen (Kirchner GmbH Hofheim), Fabian Achtziger aus Theres (Roth GmbH Haßfurt), Simon Späth aus Maroldsweisach (Michael Krug Burgpreppach), Luca Thieler aus Sylbach (Bergmann Bau GmbH Oberhohenried), Dominic Wittig aus Krum (Krauser GmbH Oberhohenried) und der Innungsbeste Christian Willim aus Prappach (Roth GmbH Haßfurt).

    Kaufleute für Büromanagement (OSTR Weber): Prüfungsbeste Luisa Buld aus Hellingen (Meuster GmbH Haßfurt), Loreen Dorsch aus Pfarrweisach (Autohaus Gelder und Sorg Ebern), Sabrina Leidner aus Pfarrweisach (Autohaus Hölzer Bad Königshofen), Franziska Manietta aus Haßfurt (Heppt Design in Holz Sylbach), Michelle Pfister aus Neubrunn (EVUS GmbH&Co KG Zeil), Lea Postler aus Goßmannsdorf (Autohaus Trummer Zeil), Sandra Simon aus Zapfendorf (Naturbäckerei Oppel Untersteinbach), Kevin Steinmann aus Tretzendorf (Steinmann Naturstein GmbH Trossenfurt), Christiane Stubenrauch aus Kottenbrunn (Elektro Störcher Haßfurt), Laura Thema aus Ermershausen ( Autohaus Gelder und Sorg Haßfurt) und Felix Willinger aus Unterhohenried (Sanitätshaus Mannl und Hauck Haßfurt).

    Brauer und Mälzer: Josip Bartulovic aus Ostheim vor der Rhön, Maximilian Muhr und Dominik Peter aus Lengenfeld, Andreas Strobel aus Hirschau und Sebastian Zweck aus Grafenwöhr.

    Sie haben als Prüfungsbeste die Gesellenprüfung in ihren Berufen abgelegt. Preise und Glückwünsche gab es von den Innungs-Obermeistern sowie Kreishandwerksmeister Hans-Georg Häfner (rechts) und Landrat Wilhelm Schneider. Foto: Sabine Weinbeer

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