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    SAND

    Warum Landrat Wilhelm Schneider jetzt auf Instagram ist

    Mit Dorothee Bär, der Staatsministerin für Digitalisierung, dem Landtagsabgeordneten Steffen Vogel und Landrat Wilhelm Schneider waren kompetente Ansprechpartner vertreten, die mit Gunther Krines, Sebastian Pollach und Otto Kirchner über die Digitalisierung diskutierten. Foto: Christian Licha

    „Der ländliche Raum als Gewinner der Digitalisierung“ war das Thema einer Podiumsdiskussion in Sand, zu der der CSU-Kreisverband einlud.

    Mit Dorothee Bär, der Staatsministerin für Digitalisierung, dem Landtagsabgeordneten Steffen Vogel und Landrat Wilhelm Schneider, habe man kompetente Ansprechpartner für das Thema gewinnen können, freute sich CSU-Ortsvorsitzender Gerhard Zösch. Aus der Praxis berichteten Otto Kirchner, der Geschäftsführer von „Fränkische“ in Königsberg, Gunther Krines von der gleichnamigen Schreinerei in Sand sowie Sebastian Pollach, Architekt und ehemaliger Sprecher der Wirtschaftsjunioren.

    Bis zum letzten Platz gefüllt, war der Konferenzraum der Firma PID Prüfungen & industrielle Dienstleistungen, der als Veranstaltungsort diente. Das Unternehmen mit über 40 Mitarbeitern, das mit der Digitalisierung eng verknüpft ist, testet Produkte aus der Automobilindustrie mit eigenen Prüfständen.

    „Die Digitalisierung bringt mehr Vorteile als Nachteile“, zitierte Staatsministerin Dorothee Bär eine Studie der Uni Wien. Laut dieser hätten die Deutschen am meisten Angst vor einem Wandel, würden sich aber auch am besten anpassen können, wenn Veränderungen notwendig seien. „Es ist nichts schlimmes, wenn die Kinder bereits in der Grundschule mit dem Programmieren anfangen“, sagte Bär und stellte in Bezug auf das dort verwendete Programmiersprache „Scratch“ klar, dass hierbei die Schülerinnen und Schüler keineswegs den ganzen Tag vor dem Computer sitzen, sondern lernen, quasi sich selbst zu programmieren.

    Immer ein offenes Ohr

    „Zukunfts-Landrat“ nannte die Digitalministerin Wilhelm Schneider, der für den Fortschritt immer ein offenes Ohr habe. Ganz nebenbei lud Bär den Landrat zu Instagram ein, der daraufhin sein eigenes Profil dort einrichtete und bereits in den ersten Minuten nach Veröffentlichung rund 100 Abonnenten hatte.

    Als eine der größten Chancen bezeichnete Landrat Wilhelm Schneider die Digitalisierung. Es sei in Sachen schnelles Internet zwar schon viel geschehen, aber besonders beim Glasfaseranschluss bis ins Haus bestehe noch Nachholbedarf. Im Landkreis verfügen momentan gerade einmal sieben Prozent aller Haushalte darüber. Lobend erwähnte Schneider das Projekt „Smart City“ in Haßfurt, mit dem sich viel verwirklichen lasse.

    Manchmal dauert es länger

    „Derjenige, der die Digitalisierung unterschätzt, ist auf dem falschen Dampfer“, machte Otto Kirchner den Zuhörern klar. Wo es ginge, ermögliche er in seinem Unternehmen Home-Office, wenn es zu den Lebensumständen und dem Berufsbild des Arbeitnehmers passe. Bei seinen Geschäftspartnern merke Kirchner, dass in manchen Branchen der Einzug der Digitalisierung etwas länger dauere. So gebe es vor allem im Baustoffhandel noch Kunden, die ihre Bestellung per Telefax tätigen. An die Politik stellte der Geschäftsführer von „Fränkische“ die Forderung, dass auch in kleinen Ortschaften die Digitalisierung weitergehen müsse.

    „Schreinermeister Eder gibt es nicht mehr“, machte Gunther Krines klar. In seiner Schreinerei gebe es alleine zwei Angestellte, die sich nur um das Netzwerk kümmern, weitere acht Beschäftigte erstellen Arbeitsvorlagen am PC.

    Auch im Verkauf wurde schon einiges digitalisiert, Home-Office-Arbeitsplätze würden hier ebenfalls angeboten. Weiterhin betonte Krines mit seinen rund 70 Beschäftigten, dass man schon eine gewisse Betriebsgröße brauche, um in teure CNC-Automaten und Programme investieren zu können.

    Architekt Sebastian Pollach ist in seinem Büro ebenfalls auf die Digitalisierung angewiesen. So ließen sich Pläne schneller mit den beauftragten Unternehmen austauschen und auch ansonsten würde die Arbeit erleichtert. Er gebe auch gerne Stellenbewerbern um einen Home-Office-Platz eine Chance, Hauptsache die abgelieferte Qualität stimme.

    Als wichtigstes Infrastrukturprojekt der Bayerischen Staatsregierung bezeichnete der Landtagsabgeordnete Steffen Vogel die bayerische Breitband-Initiative. Dafür investiere der Freistaat Bayern bereits über eine Milliarde Euro. Nach aktuellem Planungsstand würden nach Abschluss aller Baumaßnahmen über 99 Prozent der Haushalte mit schnellem Internet versorgt sein.

    Finanzspritzen gibt es viele

    Mit der Gigabit-Pilotförderung sei der Freistaat europaweit Vorreiter beim geförderten Glasfaserausbau in den Bereichen, die zwar mit mindestens 30 Mbit/s versorgt seien, aber noch keine Gigabit-Bandbreiten erreichen. Auch das Bundesförderprogramm unterstütze Bayern zusätzlich mit bis zu 165 Millionen Euro. Der individuelle bayerische Förderhöchstbetrag für die Kommunen sei verdreifacht worden, in besonderen Härtefällen werde sogar das vierfache bezahlt, so Vogel. Außerdem fördert der Freistaat seit Juni 2018 direkte Glasfaseranschlüsse für die rund 4800 öffentlichen Schulen und 366 Plankrankenhäuser, denen in rund 600 Fällen bereits schon Bescheide in Höhe von 15 Millionen Euro übergeben werden konnten.

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