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    EBELSBACH

    Warum das Magdalenenhaus nicht abgerissen wird

    Vom Innenhof und dem neu angelegten Spielgelände Blick auf das Magdalenen-Haus (links) und dem Anbau (rechts). Foto: Günther Geiling

    Zur Erweiterung des Kindergartens in Ebelsbach trug Bürgermeister Walter Ziegler im Gemeinderat den gegenwärtigen Sachstand vor. Im Dezember 2018 habe es eine Besprechung mit Kirchenverwaltung, Magdalenen-Verein, Diözese Würzburg, der Bauverwaltung der VG und der Kindergartenaufsicht des Landratsamtes Haßberge gegeben. Architekt Gerber hatte dazu untersucht, ob und wie drei Krippengruppen im Bestand untergebracht werden könnten. Dies sei nur möglich, wenn das Magdalenen-Haus weggerissen und ein Neubau errichtet werde. In dem Neubau könnten dann drei Regelgruppen und im alten Flachbau die drei Krippengruppen mit entsprechenden Schlafplätzen untergebracht werden.

    In einer weiteren Besprechung am 19. April sei dieser Plan, das Madgalenen-Haus wegzureißen, aber von Kirchenpflegerin Eva Deuringer und der Kirchenverwaltung in Frage gestellt und anschließend verworfen worden. Sie führten den guten Zustand des jetzigen Gebäudes, die hohen Kosten und die Verkleinerung des Spielgartens an. Man habe dabei auch auf den evangelischen Kindergarten verwiesen, wo ein Anbau möglich wäre.

    Bürgermeister Walter Ziegler konnte sich auch vorstellen, Krippen im Bauteil 2 der Schule unterzubringen. Katharina Tschischka vom Landratsamt habe grundsätzliche Zustimmung für eine Unterbringung von Krippen und Regelgruppen in der Schule bereits signalisiert. Es sei eine Unterbringung von Kleinkindergruppen möglich und sollte ab 1. September für eine, wenn nötig auch für zwei Krippengruppen vorbereitet werden.

    Gemeinderat Helmut Zirnsak (BNL) fragte, ob man dann noch in die Schule gehen könne, und wünschte sich ein ganzheitliches Konzept. Bürgermeister Ziegler hatte keinen Zweifel daran, dass man noch in die Schule gehen könne und es wichtig sei, bis zum 1. September eine Regelung zu finden und die Kinder dort unterzubringen.

    Immer wieder führen schon seit längerem im Ebelsbacher Gemeinderat Ebelsbach Genehmigungen von Bauplänen zu längeren Diskussionen, weil sich die Bauwerber nicht an die Festsetzungen von Bebauungsplänen halten, teilweise damit auch gravierende Befreiungen erteilt werden müssen oder auch das Gremium Abweichungen nachträglich genehmigen soll. In zwei Fällen wurde nun das Landratsamt von der Gemeinde aufgefordert, die Verhängung eines Bußgeldes für die Bauwerber zu prüfen.

    In einem Fall ging es um den Umbau eines bestehenden Gartenhauses zu einem Gästehaus in der Haselnussstraße, wo das Vorhaben nicht alle Vorgaben des qualifizieren Bebauungsplanes „Oberer Schönberg“ einhält, insbesondere bei der Dachplanung. Der Gemeinderat beschloss, der Befreiung mit der abweichenden geringeren Dachneigung nachträglich zuzustimmen und dem Bauantrag das Einvernehmen zu erteilen. Das Landratsamt wird aber aufgefordert, die Verhängung eines Bußgeldes zu überprüfen. Dies wurde mit 12:1 Stimmen beschlossen.

    Bei einem Antrag auf einen Vorbescheid zwecks Aufbau einer zusätzlichen Wohneinheit auf dem vorhandenen Erdgeschoss im „Steinweg“ wollte der Bauwerber die Aufstockung aber vorher abklären lassen. Auch hier hält das Vorhaben nicht alle Vorgaben des Bebauungsplanes ein.

    Bei einem weiteren Antrag ging es um den Neubau einer Balkonanlage mit drei Balkonen. Auch hier würden nicht alle Festsetzungen des Bebauungsplanes erfüllt und die vorgeschriebenen Baugrenzen überschritten. Nach Auffassung der Bauverwaltung fügten sich die Balkone aber in die Umgebungsbebauung ein und deswegen wurde dem Vorhaben nachträglich zugestimmt. Das Landratsamt wird jedoch mit 12:1 Stimmen aufgefordert, die Verhängung eines Bußgeldes zu überprüfen.

    Aufgrund von verschiedenen Rechtsänderungen wurde der Erlass der Satzung über die Erhebung von Erschließungsbeiträgen neu beschlossen und damit die Satzung vom 10. November 1978 aufgehoben. Dem Gemeinderat wurde auch die Abschlussrechunung für das Jahr 2018 vorgelegt mit 6 993 718 Euro im Verwaltungshaushalt und 2 699 060 Euro im Vermögenshaushalt.

    Bürgermeister Walter Ziegler berichtete, dass in Schönbach ein Baum widerrechtlich abgesägt wurde. Diejenigen, die dies zu verantworten haben, müssten Schadenersatz zahlen sowohl für die Ersatzpflanzen als auch für die Stunden, welche der Bauhof dort geleistet habe.

    Gemeinderat Roland Metzner (CSU) kritisierte die Werbeanzeige einer Partei in den VG-Nachrichten, worauf Bürgermeister Ziegler zusicherte, dass dies künftig untersagt werde. Gemeinderat Alexander Käb (FW) wollte wissen, ob in der alten Schule in Rudendorf schon eine behindertengerechte Toilette eingebaut wurde. Bauhofleiter Gemeinderat Martin Horn (SPD) meinte, dass man sich darum Gedanken mache, „wenn man mal Luft habe“. Abschließend gab Bürgermeister Ziegler bekannt, dass ein Architekturbüro die Arbeiten für mögliche Nutzungen von Schloss Ebelsbach aufnehme.

    Die Kirchenverwaltung sprach sich gegen den Abriss des Magdalenen-Hauses aus, das sich ihrer Meinung nach noch in einem guten Zustand befindet. Foto: Günther Geiling

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