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    RÜGHEIM

    Warum die Stadt Hofheim nicht für die Kirche bezahlen darf

    Gerhard Schmidt aus Hofheim erhielt am Montag im Schüttbau den Flüchtlingstaler der Stadt Hofheim. Unser Bild zeigt (von links) Christina Bendig, Vorsitzende des Freundeskreises Asyl, Gerhard Schmidt, Bürgermeister Wolfgang Borst und Heinrich Goschenhofer, Stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises Asyl. Foto: Martin Schweiger

    Für seinen vorbildlichen Einsatz bei der Integration von Flüchtlingen ist Gerhard Schmidt aus Hofheim, ehemaliger Chef der Verwaltungsgemeinschaft Hofheim, im Rahmen der Stadtratssitzung am Montag im Schüttbau mit dem Flüchtlingstaler der Stadt Hofheim geehrt worden.

    Christina Bendig, die Vorsitzende des Freundeskreises Asyl, sagte, dass Schmidt von Anfang an die Alphabetisierung von Flüchtlingen und Ausländern übernommen habe. Er habe jeweils montags und donnerstags Deutschkurse gegeben, teilweise auch in den Schulferien. Dabei habe er zum Teil auch mit Menschen zu tun gehabt, die auch in ihrer eigenen Muttersprache nicht das Lesen und Schreiben gelernt hatten.

    Bürgermeister Wolfgang Borst sagte, dass derzeit Menschen aus 61 Nationen auf dem Gebiet der Hofheimer Allianz wohnen. Wegen des Bevölkerungsrückgangs sei man auf den Zuzug angewiesen. Ohne Sprache sei ein Ankommen im Land nicht möglich, sagte Borst.

    Grundwasser verzögert den Bau

    Mit der „Bedarfsmitteilung an die Städtebauförderung“ hat der Stadtrat die Bauprojekte für die kommenden Jahre festgelegt. Darunter fallen die Neugestaltung der Grünen Marktstraße und der Landgerichtsstraße, die Neugestaltung der Fläche zwischen Alter Schule, Oberer Sennigstraße und dem VHS-Gebäude, das im Jahr 2022 abgebrochen werden soll und die Errichtung eines Parkplatzes in der Lendershäuser Straße. Dort verzögern sich die Arbeiten wegen Vorschriften, die das Grundwasser betreffen.

    Das Rügheimer Tor, das momentan als Obdachlosenunterkunft dient, soll saniert werden und dann Vereinen oder für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Das Goßmannsdorfer Tor soll im Jahr 2023 modernisiert werden. Das ehemalige Brauhaus in der Lendershäuser Straße soll im Jahr 2022 saniert werden und zu einem Museum für das Bayerische Rote Kreuz und Schreibmaschinen werden.

    Die Kapazitäten sind da

    Da die Sanierung der Kläranlage der Gemeinde Riedbach mit drei Millionen Euro mehr kostet als geplant, prüft die Gemeinde Riedbach nun einen Anschluss an die Kläranlage in Hofheim. Die Kapazitäten für die Aufnahme des Riedbacher Abwassers sind in der Kläranlage Hofheim nach der geplanten Umstellung des Betriebs auf eine Faulungsanlage vorhanden.

    Die Übergabestelle des Abwassers könnte an der bisherigen Kläranlage in Rügheim sein. Von dort könnte das Abwasser mit dem Abwasser aus Rügheim und anschließend mit dem Abwasser aus Ostheim und Goßmannsdorf zur Kläranlage nach Hofheim gepumpt werden. Die Kosten für die Gemeinde Riedbach betragen hierfür jährlich zirka 130 000 Euro. Hinzu käme eine einmalige Beteiligung an den Kosten zum Bau der Faulungsanlage in Hofheim in Höhe von 15 Prozent der Kosten, sowie eine zukünftige Beteiligung an den Investitionskosten der Anlagenteile, die für die Behandlung des Riedbacher Abwassers nötig sind, im Verhältnis zur Abwassermenge der Gemeinde.

    Der Stadtrat drängte auf eine baldige Entscheidung des Riedbacher Gemeinderats. Borst betonte, dass sich die Gebühren für Hofheims Bürger durch einen eventuellen Anschluss Riedbachs an die Kläranlage nicht erhöhen würden, da Riedbach die Mehrkosten, die durch einen Anschluss entstehen, selbst tragen müsse.

    Gibt es doch einen Ausweg?

    Die Reparatur der Läuteanlage in der evangelischen Kirche St. Laurentius im Stadtteil Lendershausen kostete 433 Euro. Da der Stadt keine Baulastverpflichtung für die Kirche vorliegt, könne sie die Kosten nicht übernehmen und auch keinen Zuschuss gewähren, sagte Borst. „Die Stadt würde gerne zahlen. Aber ohne eine Baulastverpflichtung würde uns das die Finanzaufsicht um die Ohren hauen“, sagte der Rathauschef. Der Stadtrat beschloss mit zwei Gegenstimmen, dass bei der Landeskirche nachgeforscht werden soll, ob eventuell doch eine Baulast besteht.

    In seiner Jahresabschlussrede ließ Borst die abgeschlossenen Projekte Revue passieren und stellte fest, dass es durch die kommenden Kommunalwahlen im Jahr 2020 eine massive Zäsur im Stadtrat geben werde, verbunden mit einer großen Abschiedsfeier am 30. April 2020. Zweiter Bürgermeister Reinhold Giebfried dankte Borst dafür, dass er noch weitere drei Jahre als Bürgermeister antritt, obwohl er im Jahr 2020 hätte aufhören können und lobte ihn für seinen Einsatz für seine Heimatstadt.

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