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    KREIS HAßBERGE

    Warum es keine Alleingänge gibt in der Lebensregion +

    Die Mitglieder der ILE Lebensregion+ – darunter ist auch die Gemeinde Sand (unser Bild zeigt die dortigen Baggerseen) – sind sich einig, an einem Strang zu ziehen. Das wurde bei der Tagung in Klosterlangheim deutlich. Foto: René Ruprecht

    Die ILE Lebensregion+ fühlt sich als kommunale Gemeinschaft, die gemeinsame Ziele verfolgt, Stärken bündelt, viel erreicht hat und weitere Ziele fest im Blick hat. Das ist das Ergebnis eines zweitägigen Seminars an der Schule für Dorf- und Flurentwicklung in Klosterlangheim, in dem die Bürgermeister, ihre Stellvertreter, einige Gemeinderatsmitglieder, Verwaltungsmitarbeiter, Allianzmanagerin Ulla Schmidt und externe Begleiter den bisherigen ILE-Prozess evaluierten. Die Lebensregion+ bilden die 5-Sterne-Gemeinden (Rauhenebrach, Oberaurach, Knetzgau, Sand und die Stadt Eltmann) mit der Stadt Zeil und der VG Ebelsbach.

    Eine solche Evaluation ist in regelmäßigen Abständen wichtig, um die Umsetzung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) zu überprüfen – und auch die weitere Gewährung von Zuschüssen ist an solche Bestandsaufnahmen gekoppelt.

    Die Seminarleiter Kathrin Riedel und Johanne Krüger strukturierten die Tage straff, Prof. Jürgen Rauh und Rebecca Hummel von der Uni Würzburg beobachteten, um den Evaluierungsbericht zu verfassen.

    Allianzmanagerin Ulla Schmidt konnte von vielen umgesetzten Projekten berichten: vom Bewegungsparcours am Eltmanner Mainufer über die Naturerlebnispfade Tretzendorfer Weiher, Pfad der Artenvielfalt in Untersteinbach oder zuletzt den Genussweg in Kirchlauter. Viel wurde erreicht zum Erhalt von Streuobstwiesen und alter Obstbaumsorten.

    Große Geschlossenheit

    Die ILE-Gemeinden hätten es geschafft, ihre Stärken zu erkennen und sich gegenseitig zu unterstützen. Die gemeinsame Image-Kampagne sei nur ein Zeichen dafür, auch bei der Umsetzung von besonderen Projekten wie den Sandsteinwelten in Breitbrunn oder dem Main-Informationszentrum sei große Geschlossenheit gegeben. Ein zentrales Anliegen ist allen Lebensregion-Kommunen der Erhalt mindestens eines Frei- und eines Hallenbades in der Region, darin waren sich alle Teilnehmer des Wochenendes einig.

    Einmal monatlich treffen sich die Bürgermeister der ILE, um einerseits gemeinsame Projekte zu besprechen, andererseits auch über Maßnahmen in der jeweiligen Gemeinde zu berichten, um sich mit der Kollegin und den Kollegen auszutauschen. „Schließlich muss man das Rad nicht in jedem Rathaus neu erfinden“, so Matthias Bäuerlein. Der Rauhenebracher Bürgermeister ist Vorsitzender dieser ILE-Sitzungen.

    Unbedingt häufiger sollten gemeinsame Stadt- und Gemeinderatssitzungen der ILE-Kommunen stattfinden, war man sich einig. Das Klima zwischen den Gemeindeoberhäuptern sei gut, bestätigten alle, die Unterstützung sei groß.

    Einige ungelöste Probleme kamen ebenfalls auf den Tisch. So bleiben ein geschlossenes Radwegenetz und die Sicherheit von Radfahrern ein wichtiges Anliegen. Deshalb soll in der ILE eine Resolution verabschiedet werden, dass der Radweg zwischen Unterschleichach und Tretzendorf realisiert werden kann.

    Warten auf das liebe Geld

    Auf den Durchbruch warten die Kommunen auch bei der gemeinsamen Klärschlammentsorgung, eine Lösung zeichnet sich aber ab. Beim Versuch, Bauland aus privater Hand zu aktivieren, ist ein langer Atem nötig, ebenso bei der Umsetzung des Main-Informationszentrums. Alle Teilnehmer hielten das Projekt aber für richtungweisend. Die Initiative „geMainsam“ des Knetzgauer Bürgermeisters Stefan Paulus hat viel Interesse gefunden. Einige schöne Projekte liegen in der Schublade und warten auf eine Finanzierungsmöglichkeit, wie etwa ein neues Konzept für den Marswaldspielplatz zwischen Knetzgau und Oberaurach.

    Alle Mitglieder waren sich abschließend einig, dass die „Lebensregion+“ ein sinnvoller und produktiver Zusammenschluss ist. Keiner möchte die ILE verlassen, eine Vergrößerung sei aber auch nicht sinnvoll, war man sich auf Frage der Seminarleitung einig. Schon jetzt sei die Vielfalt sehr groß, so dass in manchen Handlungsfeldern die Anliegen auch unterschiedlich sind. Gemeinsames Ziel bleibt aber, die Infrastruktur für die Bevölkerung möglichst gut aufzustellen, die Region und den demographischen Wandel aktiv zu gestalten und weiterhin den sanften Tourismus zu stärken, wie etwa durch das Trekking-Konzept im Steigerwald, das ebenfalls ein ILE-Projekt ist. Attraktiver werden möchte die Region für junge Besucher und Bewohner. So wurde der Gedanke eines Musikfestivals aufgegriffen, konkreter sind die Pläne für Mountainbike-Strecken im Steigerwald und eventuell in den Haßbergen.

    Weitere Themen sind der Trinkwasserschutz, die Kindergartenstruktur, die medizinische und pflegerische Nahversorgung, die Schaffung von innerörtlichem Wohnraum und die noch stärkere Intensivierung des interkommunalen Austauschs.

    Zur Evaluierung ihrer bisherigen Zusammenarbeit trafen sich die Bürgermeister, Bürgermeister-Stellvertreter, einige Gemeinderäte und Verwaltungs-Mitarbeiter der „ILE Lebensregion+” zwei Tage lang in der Schule für Dorf- und Flurentwicklung in Klosterlangheim. Foto: Kathrin Riedel

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