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    KREIS HAßBERGE

    Warum sich über 650 Kinder auf dem Eberner Sportplatz tummeln

    Achtung, Frisbee im Anflug! Beim Aktionstag „Franken aktiv“ auf dem Sportgelände des TV Ebern konnten die über 650 teilnehmenden Kinder und Jugendlichen verschiedenste Sportarten ausprobieren. Foto: Ralf Naumann

    Was für ein toller Anblick: Handball, Drums Alive, Zumba, Fußball, Hockey, Rope Skipping, Karate, Kickboxen, Slacklinern, Schießen, Bungee-Run, Klettern, Turnen, Tischtennis, Kegeln und vieles mehr. Sport, Spiel, Spaß und vor allem Bewegung ohne Ende von über 650 Kindern und Jugendlichen aus Schulen und Kindergärten in Ebern, Kirchlauter, Pfaffendorf oder Rentweinsdorf. Und das alles gleichzeitig. Gibt es nicht? Doch, das gab es am Freitag rund um das Sportgelände des TV Ebern.

    Verschiedene Stationen

    Der Sportkreis Haßberge des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV) machte es möglich. „Einfach nur spitze“, lautete die einhellige Meinung über den Aktionstag „Franken aktiv“. Auf dem Stundenplan standen jedenfalls nicht Mathematik, Deutsch oder Geschichte. „Heute besteht der Stundenplan aus verschiedenen Stationen. Und jede teilnehmende Klasse bekommt altersgerecht einen eigenen Stundenplan“, erklärte Susanne Makowski, die Kreisvorsitzende der Bayerischen Sportjugend (BSJ) im BLSV und hauptverantwortlich für die aufwendige Vorbereitung und Ausrichtung dieses immer noch außergewöhnlichen „Schultags“ mit seinen 30 Angeboten.

    Doch genau darin lag im Verlaufe der Veranstaltung das Problem: Die Teilnehmer konnten in den insgesamt zur Verfügung stehenden vier Stunden nicht alles ausprobieren. Die Fragen „können wir das noch einmal machen?“, „können wir bitte zu dieser Station?“, „warum können wir nicht noch dahin?“ oder „müssen wir schon gehen?“ hatten deshalb Hochkonjunktur bei den Lehrkräften. Es half alles nichts: Die Begrenzung und die straffe Taktung – jede halbe Stunde wurde gewechselt – waren angesichts der zahlreichen Sportler alternativlos.

    Sportarten einfach ausprobieren

    „Franken aktiv“, warum eigentlich? „Der Hauptgrund ist, dass die Kinder und Jugendlichen verschiedene Sportarten in einem zwangslosen Rahmen ausprobieren und vielleicht für sich entdecken können“, machte Makowski deutlich. Die teilnehmenden Vereine, etwa der TV Ebern als Kooperationspartner mit seinen unterschiedlichen Abteilungen, ebenso wie Übungsleiter und Trainer von umliegenden Vereinen und Fachverbänden, bekamen eine Plattform, um sich und ihre Sportart zu präsentieren. „Eine unheimlich aufwendige Veranstaltung, aber unglaublich schön“, lautete das Resümee der Ebelsbacherin, die sich ebenso unter die jungen Sportler mischte und sich unter anderem bei „Drums Alive“ versuchte.

    Viel Lob bekamen alle „Franken aktiv“-Verantwortlichen am Freitag aber nicht nur von den jungen Teilnehmern, die die zuvor gezeigten Anstrengungen gerne in Kauf nahmen. Auch für die Zuschauer war das sportliche Großereignis ein echter Hingucker und somit ein echtes Glanzlicht. „Ich finde es großartig, was da aufgeboten wird. Wenn ich das so sehe, bin ich richtig begeistert“, kam Edi Schneider, der ehemalige Vorsitzende des TV 1863 Ebern, förmlich ins Schwärmen als er von der Seite aus das frohe Treiben beobachtete.

    „Vor allem, mit welcher Begeisterung die Kinder dabei sind. Einfach fantastisch.“ Für den 65-Jährigen war „Franken aktiv“ der Beweis, dass es „durchaus noch schöne Alternativen gibt, als nur am Computer irgendwelche Sportspiele zu machen.“ Und körperliche Ertüchtigung sei schließlich „immer gut.“

    Landrat gegen Schulleiter

    „Es ist ideal, gemeinsam Sport zu betreiben“, freute sich Wilhelm Schneider bei der offiziellen Eröffnung über die große Anzahl der jungen Aktiven. Der Landrat zeigte sich fast schon ein bisschen neidisch. „Wenn ich jünger wäre, würde ich mitmachen“, sagte er lachend. Ein wenig durfte der mit Anzug und Sportschuhen gekommene Kommunalpolitiker am Ende sein sportliches Können doch unter Beweis stellen, bei einem kleinen „Bungee Run“-Wettkampf mit Oberstudiendirektor Martin Pöhner, dem Schulleiter des Eberner Gymnasiums. Neben Anfeuerung von Außen gab es ebenso viele Lacher.

    Drittes Mal im Landkreis

    Tatkräftig unterstützt wurde Susanne Makowski von Laura Dolligkeit, der hauptverantwortlichen Mitarbeiterin aus der Bezirksgeschäftsstelle Mittelfranken. Sie betreut auch die anderen „Franken aktiv“-Veranstaltungen in Ober- und Mittelfranken. Ebenso erhielt der Sportkreis Haßberge Hilfe von den beiden Mitarbeiterinnen der BLSV-Geschäftsstelle Unterfranken, dem BLSV-Kreisvorsitzenden Gerald Makowski (Ebelsbach) und seiner Stellvertreterin Bettina Surkamp (Eltmann). Gerald Makowski bedankte sich „bei allen Beteiligten, die dieses Highlight möglich machten.“ „Nur durch diese Unterstützung kann so eine Veranstaltung durchgeführt werden“, machte der Sportkreisvorsitzende deutlich.

    „Franken aktiv“ war nach Haßfurt (2011) und Ebelsbach (2014) in Ebern nun zum dritten Mal zu Gast im Landkreis. Bleibt zu hoffen, dass es nicht all zu lange bis zum vierten Besuch dauert.

    Auch die Freiwillige Feuerwehr aus Ebern war bei „Franken Aktiv” vertreten. Diese Mädchen hatten bei der genaueren Inspektion des Löschfahrzeuges ihren Spaß. Foto: Ralf Naumann
    Der Turm hält. Während René beim überdimensional großen „Jenga” vorsichtig einen Bauklotz herausnimmt, beobachten seine Freunde Nico, Nigel und Tom die Szene. Foto: Ralf Naumann

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