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    MECHENRIED

    Was baut Riedbach da für eine Leitung nach Hofheim?

    Hier, in der Hofheimer Kläranlage, wird künftig auch das Abwasser der Gemeinde Riedbach gereinigt. Foto: Martin Schweiger

    Nach über 30 Betriebsjahren und mehreren Verlängerungen läuft die wasserrechtliche Betriebserlaubnis der Kläranlage Mechenried Ende 2020 aus. Die Anlage ist inzwischen völlig veraltet und müsste für eine neue Betriebserlaubnis auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Die Gemeinde hatte deshalb ein externes Planungsbüro beauftragt, verschiedene Sanierungsvarianten vorzuschlagen und die Kosten hierfür zu vergleichen.

    Die unendliche Geschichte um die geplante Sanierung hat nun aber ein Ende: In seiner Dezembersitzung fasste der Riedbacher Gemeinderat einen wegweisenden Beschluss: Das Schmutzwasser aus Riedbach wird in Zukunft mittels einer 2,5 Kilometer langen Druckleitung zur Kläranlage nach Hofheim gleitet. Der Bau der Abwasserdruckleitung soll rund 1,2 Millionen Euro kosten.

    Bürgermeister Bernd Fischer wurde nun vom Gemeinderat ermächtig, die dazu notwendigen Ausschreibungen und Verträge in die Wege zu leiten und die notwendige Verhandlungen mit der Stadt Hofheim umzusetzen.

    120 000 Euro für Ertüchtigung der Hofheimer Kläranlage

    Ausschlaggebend für diesen Beschluss war nach intensiver Beratung im Ratsgremium die aktuelle Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes, dass nur die wirtschaftlich vertretbarste Variante gefördert werde. Dazu stehe im Raum eine Förderquote von rund 50 Prozent mit bis zu 150 Euro pro laufenden Meter für die Druckleitung zur Übergabestelle nach Rügheim. Bis dorthin wäre Riedbach auch unterhaltspflichtig für die Druckleitung. Mit einer einmaligen Zahlung in Höhe von 120 000 Euro würde Riedbach für die Errichtung der geplante Faulungsanlage in der Kläranlage Hofheim mit 15 Prozent beteiligt.

    Andreas Dellert, Leiter der VG Hofheim, stellte heraus, dass die Zeit drängt: Die Baumaßnahme muss bis zum 31. Dezember 2021 abgeschlossen und abgerechnet sein. Riedbach rechnet mit einem jährlichen Schmutzwasseranteil von rund 260 000 Kubikmeter. Als Eckpunkt für den laufenden Unterhalt werden rund 130 000 Euro für die jährlich anfallende Einleitungsgebühr festgesetzt. Diese umfasst die laufende Abwasser- und Klärschlammbehandlung und die notwendigen Betriebskosten, die an die Stadt Hofheim gehen. Darüber hinaus würde Riedbach durch die Hofheimer Anlage finanziell nicht belastet. Auch nicht, wie anfangs befürchtet, bei Kanalsanierungen in Hofheim oder den Stadtteilen mit Umlagezahlungen herangezogen.

    Zweifel an Seriosität des günstigsten Angebots

    Die bis zuletzt noch im November angedachte Ertüchtigung der Sammelkläranlage in Mechenried hätte knapp 3 Millionen Euro gekostet – zu teuer, um in Betracht gezogen zu werden. Die dadurch höheren Umlagen für die Bürger könne man nicht vertreten, betonte Roland Werb.

    Das günstigste Angebot für eine Kläranlage in Höhe von 1,2 Millionen Euro hatte der Rat verworfen, weil zu befürchten stand, dass die Anlage nicht genehmigungsfähig ist. Christiane Marquardt und Arno Nieth bemängelten die fehlende Berücksichtigung des Angebotes. Bürgermeister Fischer zweifelte aber an der Seriosität der Kalkulation, da die Firma vor 15 Jahren ihre letzte Kläranlage in Bayern gebaut habe und vor allem im außereuropäischen Ausland tätig sei.

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