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    OBERTHERES

    Was mit freiwilliger Arbeit alles möglich ist

    Über das neue Feuerwehrhaus freuen sich bei der Schlüsselübergabe: (von links) Kreisbrandrat Ralf Dressel, Kommandant Dominik Mroz, Bürgermeister Matthias Schneider, MdL Steffen Vogel, Projektleiter Matthias Beck vom Planungsbüro Perleth, Landrat Wilhelm Schneider sowie Staatssekretär und Schirmherr Gerhard Eck. Foto: Christian Licha

    Eines der modernsten Feuerwehrhäuser im Landkreis Haßberge wurde am Sonntag offiziell eingeweiht. Neben seiner modernen Optik ist das neue Domizil der Freiwilligen Feuerwehr Obertheres aber auch sehr zweckmäßig und funktional. Es verfügt über eine Fahrzeug- und Gerätehalle mit drei Stellplätzen und einer Schlauchpflegeanlage. Eine Werkstatt sowie zwei Umkleideräume mit Duschen schließen sich im Untergeschoß an. Fortbilden können sich die Floriansjünger im großen Schulungsraum im Obergeschoss, in dem auch das Kommandantenbüro untergebracht ist. Schließlich gibt es noch einen Aufenthaltsraum für die Jugendfeuerwehr, die ihr 20-jähriges Jubiläum ebenfalls am Wochenende feierte.

    „Mit über 3000 freiwilligen Arbeitsstunden haben es unsere Mitglieder geschafft, sich trotz des normalen Feuerwehrdienstes am Neubau zu beteiligen“, sagte stolz Kommandant Dominik Mroz und lobte die Leistung seiner Kameraden. Zusätzlich beteiligte sich der Feuerwehrverein mit seinem Vorsitzenden Alexander Mahr mit 18 000 Euro an der Beschaffung der Innenausstattung. Ebenso dankte Mroz der Familie Frömel, die als Dauerleihgabe eine Sammlung von mehreren Hundert Feuerwehrabzeichen zur Verfügung stellte, die im Sozialtrakt ausgestellt sind. Bürgermeister Matthias Schneider freute sich, dass nicht zuletzt durch die Eigenleistung der Feuerwehr der geplante Kostenrahmen von 1,5 Millionen Euro unterschritten werden konnte. Auch wenn es einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 186 000 Euro gab, musste dennoch die Gemeinde Theres einen erheblichen Restbetrag stemmen. Notwendig war es aber allemal, denn das bisherige Feuerwehrhaus wurde 1963 errichtet, hatte zahlreiche Mängel und von einer Heizung konnten die Feuerwehrler im Winter nur träumen.

    „Mit 42 Männern und fünf Frauen im aktiven Dienst ist die Freiwillige Feuerwehr Obertheres eine starke Truppe“, stellte Landrat Wilhelm Schneider heraus und dankte gleichzeitig den Verantwortlichen für die Jugendarbeit dafür, dass sie sich für die Nachwuchsgewinnung einsetzen. Mit einer Spende unterstützte der Landrat die Arbeit der Jugendfeuerwehr, der in Obertheres 16 Jugendliche angehören.

    Lob gab's auch von Staatssekretär Gerhard Eck für die Ehrenamtlichen der Oberthereser Feuerwehr. Es sei nicht selbstverständlich, seine Freizeit zum Wohle der Allgemeinheit zu opfern. Als besondere Überraschung verkündetet Eck, der auch Schirmherr der dreitägigen Feierlichkeiten war, ein Wildschweinessen zu spendieren. Der passionierte Jäger fügte scherzhaft hinzu: „Wenn ich die Wildsau nicht kriege, trifft sie der Steffen Vogel.“ Spontan ergänzte Landrat Wilhelm Schneider, für dieses Helferfest 50 Liter Freibier zur Verfügung stellen zu wollen.

    Vor der offiziellen Einweihung im Gerätehaus schlängelte sich ein großer Festzug durch das Dorf. 29 teilnehmende Feuerwehren und Vereine wurden dabei musikalisch von der Trachtenkapelle Obertheres und dem Musikverein Untertheres unterstützt. Pfarrer Dr. Christian Lutz hielt den Festgottesdienst und segnete den Neubau. Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr trugen zum Gottesdienst mit ihren Fürbitten bei.

    Am Nachmittag konnten die Besucher neben einer Schlussvorführung der Jugendfeuerwehr auch ein einmaliges Spektakel miterleben, das sie in eine längst vergangene Zeit versetzte. In historischen Feuerwehranzügen und mit einer Handdruckpumpe aus dem Jahr 1873 wurde dem Feuer in der „brennenden“ Halle des Bauhofes der Garaus gemacht. Eine Drehleiter aus Holz war 1909 ein nützlicher Helfer, um auch von oben löschen zu können. „Diese beiden historischen Geräte waren tatsächlich hier in Obertheres im Einsatz“, erklärte Kommandant Dominik Mroz den zahlreichen Zuschauern.

    Bereits am Samstag konnten die Besucher erleben, wie heutzutage ein Brand gelöscht wird. Simuliert war der Brand eines holzverarbeitenden Betriebes in der Nachbarschaft, zu dem alle Feuerwehren der Verwaltungsgemeinschaft Theres ausrückten. Zusätzlich war die Feuerwehr Haßfurt mit ihrer Drehleiter und dem Abrollbehälter „Wasser“ vor Ort, um die Löschwasserversorgung sicherzustellen.

    Ein Highlight war die historische Feuerwehrübung mit Gerätschaften, die früher wirklich in Obertheres verwendet wurden. Foto: Christian Licha
    Die Feuerwehr Wonfurt hatte ein ganz besonderes „Einsatzfahrzeug“ beim Festzug dabei. Foto: Christian Licha
    Das moderne Feuerwehrhaus in Obertheres, hier auf dem Bild kurz vor Beendigung der Pflasterarbeiten. Foto: Christian Licha
    Am Samstag wurde zur Schauübung der Brand eines holzverarbeitenden Betriebes nachgestellt. Foto: Christian Licha

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