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    HOFHEIM

    Wenn der Entenkopf die Stimmung macht

    Die Band „F.U.C.K.“ präsentierte beim Hofheimer JUZ-Geburtstag am Freitagabend Rocksongs. Foto: Martin Schweiger

    Wenn sie feiern, dann tun sie es richtig, die Vereinsmitglieder des Hofheimer Jugendzentrums JUZ. Mit einem „Outer-Limits“-Festival über vier Tage feierten sie den 40. Geburtstag des Vereins, der mit seinen 450 Mitgliedern inzwischen der zweitgrößte Verein der Stadt Hofheim nach dem Turnverein ist sowie das mitgliederstärkste ehrenamtlich geführte Jugendzentrum in Unterfranken.

    Nach einer 90-er-Party mit „Culture Beat“, der einstigen Nummer 1-Band, umrahmt von Lokalmatador DJ Hammer, am Mittwoch und dem Familientag mit der Band „Akustica unplugged“ am Donnerstag kamen am Freitag die Rock-Freunde auf ihre Kosten. Die Band „Number Nine“ gab Klassiker wie „Hotel California“ von den Eagles oder „Nothing else matters“ zum Besten, bevor „F.U.C.K.“ gegen Mitternacht die Bühne betrat und Hardrock vom Feinsten seinen Anhängern bot.

    Immer unter der Maske

    Am Samstag wehte ein Hauch von Mallorca über dem Veranstaltungsgelände auf dem Schwimmbadparkplatz, als die Ballermann-Entertainer Ikke Hüftgold, Ingo ohne Flamingo, Geilomat und DJ Chris Mega ihre Fans in Partylaune versetzten. Als erster betrat Geilomat gegen 22 Uhr die Bühne, um mit seinen Klassikern „Fette Mädchen“ oder „Alle trinken Bier“ die Stimmung anzuheizen. Gegen 23.30 Uhr hatte „Ingo ohne Flamingo“ seinen Auftritt und gab seine Meisterwerke „Hartz 4 und der Tag gehört dir“ oder „Saufen, morgens, mittags, abends“ zum Besten. Dabei trug er über die gesamte Dauer seiner rund einstündigen Vorstellung eine Plastik-Maske mit einem Entenkopf über seinem Kopf gestülpt – ohne in der dicken Festzeltluft Atemprobleme zu bekommen.

    Höhepunkt des Abends, oder besser der Nacht, war der Auftritt von Ikke Hüftgold, der noch um 19.30 Uhr einen Auftritt in Freiburg hatte und auf der Autobahn im Tiefflug nach Hofheim jettete, um dort um 1 Uhr aufzutreten. Er ist wohl der einzige Künstler, der darauf besteht, vom Publikum mit erhobenem Zeigefinger begrüßt zu werden. Mit Liedern wie „Dicke Titten, Kartoffelsalat“ oder „Mama Lauda“ traf er den Nerv seiner Fans, die lauthals die sinnfreien Gassenhauer mitgrölten.

    Auch Cheforganisator Daniel Fischer war mitten im Getümmel, allerdings ohne mitzufeiern. Er ist die Triebfeder, die im Hintergrund des Großevents die Fäden spinnt, ist Vorsitzender des JUZ und auch des Kreisjugendrings. Er taxiert die Kosten für das Event im hohen fünfstelligen Euro-Bereich. Der Hauptblock der Ausgaben seien natürlich die Bands, die Bühne und das 2000-Mann-Festzelt. Aber auch an der Werbung habe man nicht gespart, um sich nicht vorwerfen zu müssen, zu wenig getan zu haben. Rund 10 000 Euro habe man allein für die Werbung ausgegeben. Aber auch ungeplante Kosten gibt es. So musste die Sängerin von „Culture Beat“ aus Dänemark eingeflogen werden. Ein anderer Musiker musste aus Berlin per Shuttle-Service geholt werden. Dennoch könne man nicht mehr als zehn Euro Eintritt in Hofheim verlangen. „Die Leute geben beim Oktoberfest 15 Euro für eine Maß Bier aus. Aber beim Eintritt knausern sie“ meint Fischer.

    Im Lieferantenbereich habe man große Firmen, die mit ihrem Werbeetat das Event großzügiger unterstützen können als lokale Firmen, die dafür allerdings vollstes Verständnis zeigen. Es sei eine Null-auf-Null-Veranstaltung, meint Fischer. Geld müsse der Verein keines verdienen.

    Enge Bindung

    Durch Festivals wie das Outer-Limits, das zuletzt im Jahr 2011 stattfand, würden junge Menschen an den Verein gebunden. Sie identifizieren sich mit dem Verein und packen an, wo sie können. Rund 150 Helfer, nur aus dem JUZ Hofheim, seien an den vier Tagen und davor und danach im Einsatz. Getränke- und Essensstände habe man outgesourct. „Das sind Profis, die können das besser als wir“, meint Fischer, der mit seinem Verein durch die zahlreichen Konzerte und Großveranstaltungen in Hofheim über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt wurde.

    Allein durch die Festivalreihe „Outer Limits“ habe man rund 25 000 Besucher in Hofheim begrüßen können. Seit der Gründung im Jahr 1979 spielten über 250 verschiedene Bands in Hofheim unter der Regie des JUZ. Hier ist der Verein auch sehr stolz darauf, international bekannte Gruppen nach Hofheim gelockt zu haben.

    Gewinnorientiert sei man freilich nicht. Einnahmen – so sie denn anfallen – werden direkt in die Jugendarbeit gesteckt, so Fischer. Der Verein gliedert sich inzwischen in mehrere Unterabteilungen: den Jugendtreff, die Fußballabteilung, die Veranstaltungssparte, den Stammtisch und die Sparte Freizeit und Urlaube.

     

    Diese Besucherinnen waren in bester Feierlaune. Foto: Martin Schweiger
    Er war vom Rockabend am Freitag begeistert. Foto: Martin Schweiger
    Ingo ohne Flamingo und DJ Chris Mega sorgten für Mallorca-Stimmung. Foto: Martin Schweiger
    Der Sänger Geilomat hatte sich Verstärkung auf die Bühne geholt. Foto: Martin Schweiger

     

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