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    KNETZGAU

    Wer wird neuer Landrat? Wolfgang Brühl tritt für die SPD an

    Bei der Kreisdelegiertenkonferenz im November soll es endgültig werden: Wolfgang Brühl will für die SPD Landrat werden. Seine Kandidatur gilt als sicher, denn der Kreisvorstand der Sozialdemokraten hat sich einstimmig für den 51-Jährigen ausgesprochen. Foto: Martin Schweiger

    Wolfgang Brühl, langjähriger Kreisvorsitzender der SPD und zweimaliger Landtagskandidat, will im März nächsten Jahres Amtsinhaber Wilhelm Schneider als Landrat ablösen. Am Samstag stellte der 51-Jährige seine Pläne erst den Vorsitzenden der SPD-Ortsvereine im Landkreis und dann der Presse im AWO-Heim in Knetzgau vor.

    Johanna Bamberg-Reinwand, Kreisvorsitzende der Haßberg-SPD, ist überzeugt davon, dass ihr Vorgänger als Kreisvorsitzender auch als Landkreischef eine mehr als gute Wahl ist. Die Entscheidung für Wolfgang Brühl sei in der Vorstandschaft des Kreisverbands einstimmig gefallen. Ein großer Vertrauensbeweis für den erfahrenen Kommunalpolitiker. „Die 13 Jahre als Kreisvorsitzender haben ihn wachsen lassen“, lobt die Zeilerin ihren Parteikollegen. „Er hat das Format für einen Landrat und er wäre ein Landrat nah an den Menschen und deren Bedürfnissen.“

    „Wir müssen ein Hauptaugenmerk darauf legen, dass Menschen aus den Randgebieten nicht durchs Raster fallen.“
    Wolfgang Brühl, will für die SPD Landrat werden

    Vorschusslorbeeren, die Wolfgang Brühl gefallen. Eigentlich wollte der 51-Jährige, nachdem er sein Amt als SPD-Chef vor einigen Monaten abgegeben hatte, politisch ein wenig kürzer treten. Als aber der Wunsch, er möge doch als Landrat kandidieren, an ihn herangetragen wurde, da musste der Eltmanner nicht allzu überlegen. „Wahl heißt immer, dass man eine Auswahl haben sollte“, gewährt er Einblick in seinen Entscheidungsprozess. „Als zweitstärkste Kraft im Kreistag sollten wir auf jeden Fall den Anspruch haben, einen Kandidaten zu stellen.“

    Aber eben auch einen der nicht nur auf dem Wahlzettel steht, sondern auch wirklich Landrat werden und den Landkreis besser und lebenswerter machen will. „Mit Schwung und neuen Ideen könnte man sich sicher Einiges bewegen und in ebenso richtige wie wichtige Bahnen lenken“, zeigt er sich kämpferisch. Das Amt des Landrats sei natürlich eine gewisse Herausforderung, aber eine, der sich der langjährige Kreis- und Stadtrat gerne stellen würde. „Ich sehe im Landkreis viel Potenzial, das ich gerne besser ausschöpfen würde“ ist er überzeugt davon, dass er seine Heimatregion in vielen Bereichen voranbringen und besser aufstellen kann.

    „Ich will einen Landkreis mit Zukunft“ lautet der Slogan, mit dem der 51-Jährige ins Rennen um das Landratsamt zieht. Themen, die ihm dabei besonders am Herzen liegen, gibt es einige. Eines, auf dem der Einsatzleiter des Rettungsdienstes und Personalratsvorsitzende beim BRK in Haßfurt seit vielen Jahren als Experte gilt, ist die Gesundheitspolitik. „Gesundheit und die Versorgung der Menschen sind übergreifende Themen, die alle umtreiben und endlich grundlegende zukunftsweisende Entscheidungen verlangen“ meint Bamberg-Reinwand.

    Die würde, davon ist die SPD-Kreisvorsitzende überzeugt, Wolfgang Brühl, der als Verwaltungsrat der Haßberg-Kliniken die Entwicklung der Krankenhäuser in der Region schon lange mitbegleitet und kritisch hinterfragt, in Angriff nehmen und liefern. „Ich stehe für eine Gesundheitsversorgung im Landkreis mit Kliniken als Anlaufstelle für Hilfesuchende, die eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung ermöglichen“ macht der 51-Jährige seine Zielrichtung klar. Ein weiterer Komplex, in den Wolfgang Brühl als ehrenamtlicher Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bund seit zwei Jahrzehnten viele Einblicke bekommen hat und Erfahrungen sammeln konnte, ist der demografische Wandel der Gesellschaft und die Sorge vieler Menschen, wie es im Alter mit ihnen weitergehen soll. „Altersgerechtes Wohnen muss möglich sein“ nennt er eines seiner Ziele. Mehrgenerationenhäuser oder Generationen-Wohngemeinschaften sind Modelle, mit denen man sich befassen und die man fördern müsse.

    „Wir müssen es schaffen, dass wir genügend neue Formen von Wohnmöglichkeiten schaffen.“ Eine ebenso entscheidende Rolle für die Zukunft – und zwar sowohl für die ältere Generation als auch für die Jugend und Familien – spielt für Wolfgang Brühl der Bereich Mobilität. „Wir sind nun einmal ein Flächenlandkreis“ führt er aus. „Wir müssen ein auf Hauptaugenmerk darauf legen, dass Menschen aus den Randgebieten nicht durchs Raster fallen.“ Zwar seien Infrastruktur und Versorgung im Maintal gut, aber es müsse auch im nördlichen Landkreis oder im Steigerwald die Möglichkeit geben, „zu vernünftigen Zeiten und Konditionen von A nach B zu kommen.“ Um das zu erreichen, sei die Bereitschaft, auch einmal über neue Wege nachzudenken, wohl unabdingbar. „Modelle mit Bürgerbussen wären eine Idee. Da gibt es gute Erfahrungen aus anderen Landkreisen“ erklärt Wolfgang Brühl, der sich als Landrat auch für ein 365-Euro-Ticket und andere innovative Vorschläge einsetzen würde. „Mobilität ist in einer Gesellschaft, in der der Umweltgedanke eine immer wichtigere Rolle spielt, das A und O!“

    Wobei Umwelt und Klimaschutz für den Kandidaten noch viel mehr bedeuten. Auf jeden Fall aber ein Gebiet, auf dem der Landkreis durchaus noch Nachholbedarf hat. „GUT und BEG sind gute Ansätze“ lobt er die Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte und die Bürgerenergiegenossenschaft Haßberge. Wolfgang Brühl würde aber gerne noch mindestens einen Schritt weitergehen und nimmt sich die Kreisstadt als Vorbild. „Eine eigenständige Energieversorgung, wie sie Haßfurt vorlebt, ist für den gesamten Landkreis anzustreben.“

    Und in noch einem Bereich sieht der designierte Landratskandidat, der am 16. November von der Kreisdelegiertenkonferenz endgültig nominiert werden soll, im Landkreis schlummerndes Potenzial. „Der Tourismus ist eine wachsende Branche“ sagt Wolfgang Brühl.

    „Es wäre wichtig, dass er auch in der Region von den Verantwortlichen die notwendige Aufmerksamkeit und ein planvolles Vorgehen bekommt.“ Aus seiner Sicht könne zum Beispiel eine Vernetzung zahlreicher Sehenswürdigkeiten mit der fränkischen Gastronomie mehr aus diesem Sektor herausholen.

    „Wolfgang Brühl ist ein guter Kandidat und er wäre auch ein hervorragender Landrat“ zeigt sich auch Bernhard Ruß zufrieden. Der Sander Bürgermeister war bei der vergangenen Wahl angetreten und hatte den Sprung ins Landratsamt in der Stichwahl nur knapp verpasst. Für die SPD im traditionell eher schwarz geprägten Landkreis vor sechs Jahren durchaus ein Erfolg, den Brühl jetzt noch toppen möchte.

    Der Steckbrief: 

    Mandatsträger: Der im November 1968 geborene Eltmanner ist als Stadtrat und Fraktionsvorsitzender der SPD seit 1996 fest in der Kommunalpolitik verankert. Er ist im Rat der Wallburg-Stadt unter anderem Mitglied in Finanz-, Personal-, Wald- und Flurausschuss. Seit 2008 sitzt er zudem für die Sozialdemokraten im Landkreis des Landkreises Haßberge und bekleidet dort unter anderem im Kreisausschuss und im Verwaltungsrat der Haßberg-Kliniken verantwortungsvolle Positionen.
    Beruflich: Nach seiner Ausbildung zum Krankenpfleger absolvierte Wolfgang Brühl seinen Zivildienst im Rettungsdienst des Roten Kreuzes in Haßfurt, das seine berufliche Heimat werden sollte. Er erwarb die Zusatzqualifikationen zum Rettungsassistenten und später zum Notfallsanitäter und ist seit 2011 Einsatzleiter Rettungsdienst. Als Ausbilder und Ausbildungsleiter im Kreisverband Ist der 51-Jährige seit vielen Jahren in der Nachwuchsarbeit aber auch in der Erwachsenenbildung tätig, im Landkreis, aber als Dozent des Bayerischen Roten Kreuzes auch in ganz Deutschland.
    Partei und Ehrenamt: In 13 Jahren als Vorsitzender der Haßberg-SPD, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Eltmann, Personalratsvorsitzender beim Kreisverband Haßberge des Roten Kreuzes oder auch bei zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten hat der 51-Jährige viel Erfahrung in Führungsaufgaben sammeln können. Unter anderem engagiert er sich seit 20 Jahren ehrenamtlich als Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bund und unterstützt Menschen bei Rentenanträgen, Kontenklärung und Reha-Anträgen.

     

    Als Ausbildungsleiter beim BRK Haßberge (hier rechts auf einem Archivbild von 2015) will Wolfgang Brühl ein Hauptaugenmerk auf die medizinische Versorgung des Landkreises legen. Foto: Günther Geiling

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