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    NASSACH

    Wie 1800 Meter Schlauch die brennende Mühle retten

    Die Rampertsmühle im Wald bei Nassach war das angenommene Brandobjekt. Foto: Christian Licha

    Der Brand einer abgelegenen Mühle im Wald bei Nassach war das Szenario einer Großübung der Dispositionsgruppe „Wasserförderung“ des Inspektionsbezirkes 3. Hierzu mussten rund 1800 Meter Schlauchleitungen von der Saugstelle am See beim Zeltplatz verlegt werden.

    Es war schon eine besondere Herausforderung, denn die Rampertsmühle ist nur über einen schmalen Waldweg erreichbar. Die beiden Kreisbrandmeister Stephan Biertempfel und Martin Horn, die als Kontingentführer der Dispogruppe fungieren, hatten die Lage jedoch im Griff und disponierten die Einsatzfahrzeuge so, dass es zu keinem Verkehrschaos im Wald kam.

    Die Schlauchstrecke befand sich auch zum Teil auf der Dorfstraße, so dass an Kreuzungen und Einmündungen Schlauchbrücken zusätzlich aufgestellt werden mussten. Diese verhindern eine Beschädigung der Schläuche, die entstehen kann, wenn ein Fahrzeug direkt über die Leitung fährt. Mit insgesamt fünf Tragkraftspritzen wurde das Wasser , das 100 Höhenmeter überwinden musste, den Berg hinaufgepumpt.

    Die Technik hilft

    Kreisbrandmeister Klaus Oster errechnete mit Hilfe moderner GPS-Technik den jeweils günstigsten Standort der Pumpen, damit immer ein Mindestdruck von acht bar gewährleistet war. Etwa auf halber Strecke wurde ein Faltbehälter mit einem Volumen von 3000 Litern aufgestellt, so dass hier auch ein gewisser Wasservorrat als Zwischenpuffer vorgehalten werden konnte. Nach rund eineinhalb Stunden hieß es „Wasser marsch“, das angenommene Brandobjekt konnte gelöscht werden.

    Bei der Übung kam so mancher gehörig ins Schwitzen. Wegen des heißen Sommerwetters durften die Feuerwehrler deshalb auf ihre Einsatzjacke verzichten, die jedoch bei einem echten Alarm Vorschrift ist.

    „Wir wollten als Schikane eine defekte Pumpe simulieren, die auszutauschen ist, aber die Wirklichkeit hat uns eingeholt“, sagte Stephan Biertempfel und erklärte, dass tatsächlich eine Pumpe nicht in Gang gebracht werden konnte und ausgetauscht werden musste. Wie es auch bei einem wirklichen Einsatz vorkommen kann, platzte ein Schlauch. Aber auch diese Herausforderung meisterten die Floriansjünger hervorragend und hatten sofort ein Ersatzstück parat.

    Als Beobachter waren die Kreisbrandinspektoren Peter Hegemann und Peter Pfaff anwesend, die mit dem Verlauf der Übung sehr zufrieden waren. Insgesamt rund 90 Ehrenamtliche der Freiwilligen Feuerwehren aus Haßfurt, Prappach, Königsberg, Römershofen, Zeil, Ziegelanger, Stettfeld, Breitbrunn, Kirchlauter, Neubrunn, Ebelsbach und Schönbrunn waren an der Großübung beteiligt. Mit 14 Fahrzeugen trafen sich alle Beteiligten am Schulzentrum in Haßfurt und fuhren gemeinsam im Konvoi, so wie auch im Ernstfall vorgesehen, zum Einsatzort im Aidhauser Ortsteil.

    Versorgung ist gewährleistet

    Im Landkreis Haßberge gibt es in jedem der vier Inspektionsbezirke jeweils eine Dispositionsgruppe „Wasserförderung“, die jeweils in anderen Inspektionsbezirken bei Großschadenslagen eingreifen soll. Hintergrund dafür ist, zu gewährleisten, dass nicht die kompletten Feuerwehren rund um den Brandort angefordert werden müssen, um die dortige weitere Einsatzbereitschaft für andere mögliche Einsätze zu gewährleisten.

    Jede der Dispogruppen verfügt über B-Schläuche mit einer Gesamtlänge von insgesamt rund 5000 Meter und genügend Pumpen, so dass auch außergewöhnlich lange Leitungen – wie im Falle Nassachs – verlegt werden können.

    Mit insgesamt fünf Tragkraftspritzen wurde das Wasser den Berg hinauf gepumpt. Foto: Christian Licha
    Am See in der Nähe des Nassacher Zeltplatzes wurde die Saugstelle eingerichtet. Foto: Christian Licha

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