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    NEUBRUNN

    Wie Gärten Besucher anlocken sollen

    Als „Verein des Jahres“ wurde der OGV Königsberg ausgezeichnet. Das Bild zeigt den Vorstand um Vorsitzende Simone Engelmann (Zweite von rechts) zusammen mit Landrat Wilhelm Schneider (links). Foto: Günther Geiling

    Bei der Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege wurde unter anderem das neue Netzwerk „Gartenparadiese Haßberge und nördlicher Steigerwald“ vorgestellt.

    Als Landrat und Vorsitzender des Kreisverbandes gab Wilhelm Schneider seiner Freude Ausdruck, dass die Philosophie, naturnahe Gärten in den Mittelpunkt des Netzwerkes zu stellen, aufgegangen sei. „Wir wollen damit neugierig machen, bei uns im Landkreis auf Entdeckungsreise zu gehen, um neben den Gartenparadiesen auch unsere reichhaltige Kulturlandschaft kennenzulernen. Damit können alle interessierten Gartenliebhaber aus einem wahren Schatz an unterschiedlichen Gartenarten wählen und mit anderen Gartenfreunden in Kontakt treten.“

    Besonderes Augenmerk wolle man künftig auf diese vielfältige Gartenkultur legen, um das Bewusstsein für die Schönheit und die Einzigartigkeit der Region zu stärken. „Unsere abwechslungsreiche Landschaft ist ein wichtiger Baustein für Erholung und Entspannung“, sagte Schneider und sprach zudem von erschwinglichen Grundstücken, moderaten Lebenshaltungskosten und kulinarischen Schätzen. Mit Blick auf das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ meinte er, dass nicht allein die Landwirte die Konsequenzen tragen müssten, sondern alle Bürger in der Pflicht stünden.

    Hobby und Gastfreundschaft

    Reinhard Schneider stellte dann das Netzwerk und die neue Broschüre „Gartenparadiese Haßberge und nördlicher Steigerwald“ in Bild und Ton vor und meinte, dass für einen einzigen Garten niemand aus Bamberg oder anderswo hierher komme. Man habe den Wunsch, verschiedene Gärten vom privaten Garten über Kräuter- und Künstlergärten bis hin zu Schlossparks, Weinbergen und dem Kunsthandwerk anderen Gartenbegeisterten zu öffnen und dabei Hobby und Gastfreundschaft in den Mittelpunkt zu stellen. Hierzu wurde eine Broschüre aufgelegt, die auch im Internet einsehbar ist. Die Seite könne bereits mehr als 33 000 Zugriffe vorweisen. Am 12. Mai steht eine „Gartentour am Muttertag“ an, wozu drei Gärten von 11 bis 17 Uhr geöffnet sind und Führungen angeboten würden.

    Bürgermeister Karl-Heinz Kandler stellte den neuen „Genuss-Erlebnis-Weg“ in der Gemeinde Kirchlauter vor, der ebenfalls am 12. Mai eröffnet wird. Dort gibt es eine Streuobstwiese, einen Lehrbienenstand, einen Anglersee, eine Feuerstelle, eine alte Schmiede und Brennereien.

    Stellvertretende Kreisvorsitzende Birgit Baier ging bei ihrer Begrüßung von einem chinesischen Sprichwort aus: „Willst du ein Leben lang glücklich sein, so leg dir einen Garten an“. Unter anderem von den Kinder- und Jugendaktionen der einzelnen Vereine dürfe man begeistert sein.

    Die beiden Kreisfachberater Guntram Ulsamer und Johannes Bayer gaben dann mit Bildern ihren Geschäftsbericht über das abgelaufene Jahr. Sie könnten sich derzeit vor Nachfragen nach Saatgut von Blühmischungen fast nicht retten, wollen aber weiterhin Saatgut- oder Staudenmischungen anbieten. Außerdem hätten sie sich dem Thema „Verschotterung in Vorgärten“ angenommen.

    An besonderen Veranstaltungen nannten sie den „Tag der offenen Gartentür in Fatschenbrunn“, bei dem sich der Steigerwaldort als eindrucksvolles Dorf gezeigt habe. Ebenso hoben sie die „besondere Veranstaltung“ in Königsberg und den Gartenspaziergang zur Dahlienblüte in der Kreuzmühle in Ibind hervor. Anspruchsvoll sei die Durchführung des Wettbewerbs „Natur im Garten“ gewesen, zu dem 19 Gartenbesitzer angetreten waren. Der Wettbewerb soll in diesem Jahr wieder stattfinden.

    Nutzen für die Bürger

    2019 startet zudem der 27. Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Hier werden noch Teilnehmer-Dörfer gesucht. „Für uns ist es immer begeisternd, wie sich Dorfgemeinschaften präsentieren und was die Bürger selbst aus dem Wettbewerb für einen Nutzen haben.“ Am Kinder- und Jugendwettbewerb „Streuobst-Vielfalt – Beiß rein!“ hatten zwölf Vereine teilgenommen, die einen Geldpreis und eine Apfelschälmaschine erhielten für Aktionen wie Obstbaumpflanzung, Kirschkernweitspucken oder Apfeldruck. Dabei waren die Kindergruppen der Obst- und Gartenbauvereine Ebern, Eschenau, Eichelberg, Ermershausen, Hofheim, Jesserndorf, Mechenried, Neubrunn, Sand, Schönbach, Untermerzbach und Unterpreppach. Sonderpreise des Landesverbandes gingen nach Unterpreppach (1. Preis), Hofheim (2. Preis) und Untermerzbach (3. Preis).

    Ebenso wurden Vereine für ihre Aktivitäten und Initiativen mit Geldpreisen ausgezeichnet. Es waren dies der Gartenbauverein (GV) Königsberg (Renovierung eines sterilen, besplitteten Vorplatzes am Sportheim des TV Königsberg), der GV Holzhausen (Ruhebänke am Kirchberg); der GV Obertheres (Umfeld Prozessionsaltar in der Nähe der alten Klosteranlage), GV Goßmannsdorf (Neugestaltung Bildstock in der Eichelsdorfer Straße) und der GV Wasmuthausen (Bildstock am Schlossweg).

    Traum von der Rosenstadt

    Als „Verein des Jahres“ wurde der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Königsberg ausgezeichnet, weil er sein besonderes Augenmerk auf die Ortsbildpflege lege mit Pflanzaktionen oder der Aufwertung von Häuserfassaden. Rosen und Lavendel sollen die romantische Altstadt von Königsberg dabei ins richtige Licht setzen. Vorsitzende Simone Engelmann, die als „Motor des Vereins“ in Königsberg bezeichnet wurde, verriet dabei auch ihren Wunsch, die Auszeichnung als Rosenstadt zu bekommen. „Wir sind nahe daran, denn wir feiern schon 20 Jahre das Rosenfest. Wir kümmern uns darum, dass in unserer Stadt alles schöner wird.“

    Die Veranstaltung wurde bereichert durch die Händler und Direktvermarkter Mathias Berninger (Edelbrände und Liköre), Hans Dünninger (Brot und Wurst), Rudolf Hölzer (Honig und Imkerprodukte), Rainer Lang (Nistkästen und Insektenhotels), Nicole Strätz (Töpferarbeiten). Musikalische Akzente setzte Pauline Berninger mit einem Geigensolo und die „Magical Moves“ zeigten Tanzeinlagen.

    Zu den Veranstaltungen, die der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege in diesem Jahr geplant hat, gehören ein geführter Rundgang durch einen Naturgarten und das „Golddorf“ Unfinden am 9. Mai, die Garten-Studienreise „Barocke Gartenpracht in Österreich“ vom 6. bis 11. Juni, der „Tag der offenen Gartentür“ in Wasmuthhausen am 30. Juni und das Apfelfest in Ebern am 31. Oktober, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiert.

    Die Broschüre „Gartenparadies“ gibt es auch im Internet unter www.gartenparadiese-hassberge.com.

    Die geehrten Mitglieder

    Ehrennadel in Bronze: Rainer Gerber (OGV Sailershausen), zehn Jahre Vorsitzender, Biologe und Baumsachverständiger und seit Jahren im Kreisverbandausschuss aktiv.

    Ehrennadel in Silber: Irene Hüttner (OGV Neubrunn), seit 26 Jahren Mitglied und seit elf Jahren Vorsitzende, im Verbandsauschuss tätig; Barbara Jakob (OGV Hellingen), seit 27 Jahren im Verein und seit 17 Jahren Vorsitzende; Andrea Werner (OGV Pfarrweisach), seit 16 Jahren Vorsitzende, Verantwortliche für Pflanzentauschbörse, Kräuterwanderung oder Kräuterbüschelaktion; Ingrid Markert (OGV Schönbach), seit elf Jahren Vorsitzende, im Verbandsausschuss tätig; Adam Bühl (Verein für Dorfentwicklung und Heimatpflege Unterschleichach), Vorsitzender des Vereins seit Gründung im Jahr 2002, jährliche Pflanzaktionen entlang des Dorfbaches.

    Ehrennadel in Gold: Walburga Kerzinger (OGV Humprechtshausen), seit 25 Jahren Vorsitzende, außerdem viele Jahre im Verbandsausschuss des Kreisverbandes.

    Für ihre Aktivitäten erhielten drei Vereine Sonderpreise des Landesverbandes. Das Bild zeigt (von links) Landrat Wilhelm Schneider, Maria Florschütz (OGV Unterpreppach), Kreisfachberater Guntram Ulsamer, Steffen Hömer (OGV Hofheim), Stefan Schorn (OGV Untermerzbach) sowie Kreisfachberater Johannes Bayer. Foto: Günther Geiling
    Die Preisträger der letztjährigen Wettbewerbe für Aktivitäten und Initiativen, wie beispielsweise das Sanieren von Bildstöcken, freuten sich zusammen mit ihrem Kreisvorsitzenden Landrat Wilhelm Schneider sowie den beiden Kreisfachberatern Guntram Ulsamer und Johannes Bayer. Foto: Günther Geiling
    Für ihre Kinder- und Jugendarbeit erhielten diese Vereinsvorsitzenden Präsente. Foto: Günther Geiling
    Landrat Wilhelm Schneider (links) sowie die Kreisfachberater Guntram Ulsamer (Zweiter von links) und Johannes Bayer (rechts) mit den Geehrten (weiter von links) Walburga Kerzinger, Irene Hüttner, Barbara Jakob, Rainer Gerber, Ingrid Markert und Adam Bühl. Foto: Günther Geiling

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