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    WONFURT

    Wie Wonfurt seine Seen retten will

    Noch immer bemüht sich der Sportanglerverein Wonfurt, mithilfe einiger Sprudelpilze den Sauerstoffgehalt des „Löchle“ zu steigern. Künftig soll der See ebenso wie der See an der Lehmgrube schon im Juni belüftet werden, um ein Umkippen der Gewässer zu verhindern. Foto: Ulrike Langer

    Dass Baggerseen, zumal wenn sie keinen natürlichen Zu- und Ablauf haben, in den heißen Sommermonaten umkippen, kommt immer wieder vor.

    Erst letzte Woche verendeten im „Löchle“ bei Wonfurt Hunderte von Fischen, nur eine aufwändige Aktion konnte den Sauerstoffgehalt des Wassers wieder erhöhen. Für Bürgermeister Holger Baunacher ein Grund, in der Sitzung des Gemeinderats am Montagabend über bauliche Maßnahmen am „Löchle“ und an der „Lehmgrube“ zu sprechen.

    „Das Löchle ist der fünfte See, der in den letzten sechs Jahren in unserer Gemeinde umgekippt ist“, sagte der Bürgermeister. Als Gründe nannte er biologische Zersetzungsprozesse, warme Tage, kühle Nächte und den fehlenden Zulauf. Aber auch dass der Uferbereich an der Windseite völlig mit Büschen und Sträuchern bewachsen sei und somit den Wind nicht direkt an das Wasser heranlasse, trage seinen Anteil zu der prekären Situation bei.

    Er habe mit vielen Fachleuten gesprochen, mit dem Ergebnis, dass es nur zwei Möglichkeiten gebe. So könnten Seen, die einen Zulauf hätten, abgelassen und geräumt werden. „Dies können wir im Einzelfall überlegen“, so Baunacher. Allerdings sei diese Maßnahme mit Kosten im sechsstelligen Bereich sehr teuer. Die anderen Seen sollten seiner Meinung nach schon ab Juni regelmäßig mit entsprechend guten Anlagen belüftet werden.

    So sollte zur Lehmgrube eine hochwassersichere Stromleitung vom Feuerwehrgerätehaus und auch zum Löchle eine hochwassersichere Leitung vom Regenrückhaltebecken in der Maingasse verlegt werden. Als weitere Maßnahme nannte Baunacher das Entfernen von Bäumen und Sträuchern.

    Die Ursache wird nicht bekämpft

    Franz-Josef Selig bedauerte, dass man nur eine Bekämpfung der Symptome betreiben könne. Denn das eigentliche Problem der zu hohen Phosphatgehalte in den Seen könne nicht beseitigt werden. Er war allerdings der Meinung, dass eine Beschattung der Gewässer geeignet wäre, den Lichteinfall, der für das Anwachsen des Phosphats mit verantwortlich sei, zu vermindern.

    Baunacher erwiderte, dass man den Ratschlägen der Fachleute folgen müsse. Er werde Angebote einholen und auch die Jagdgenossenschaft als Eigentümer des „Löchle“ einbeziehen. Damit zeigte sich das Gremium einverstanden.

    Gleichzeitig kam im Gemeinderat auch die Forderung nach Photovoltaikanlagen zur Stromversorgung der Belüftungsanlagen auf. So schlug Baunacher vor, auf dem Feuerwehrgerätehaus eine Photovoltaikanlage mit 27 KW Peak und auf dem Gebäude am Regenrückhaltebecken in der Maingasse eine Anlage mit 9 KW Peak zu installieren. Die geschätzten Kosten lägen bei 42 000 Euro, wobei sich die Investitionen in zehn bis zwölf Jahren amortisiert hätten. Ob ein Stromspeicher in der Maingasse sinnvoll sei, solle noch geprüft werden.

    Weiter plädierte Baunacher für eine Photovoltaikanlage auf der Schule in Dampfach. Er werde auch Angebote für Anlagen für die Feuerwehrgerätehäuser in Steinsfeld und Dampfach sowie die alte Schule in Steinsfeld einholen.

    Bezüglich einer Photovoltaik- und einer Solaranlage auf der Turnhalle in Wonfurt stehe er im Dialog mit dem Bayerischen Landessportverband (BLSV).

    Im Gemeinderat notiert

    • Malte Feltel vom Ingenieurbüro Stubenrauch aus Königsberg stellte die Bedenken und Anregungen der Träger öffentlicher Belange zur geplanten 5. Änderung des Flächennutzungsplans für den Gemeindeteil Dampfach vor. Der Plan muss geändert werden, weil bereits ein Bebauungsplan für vier Bauplätze in der Mühlenstraße aufgestellt wurde und auch ein Teil des Baugebiets Plochweg III sowie eine bebaute Fläche am Rüglersweg noch nicht im Flächennutzungsplan enthalten waren. Zudem wurde noch eine Erweiterungsfläche am Plochweg aufgenommen. Der Gemeinderat zeigte sich mit den Abwägungsvorschlägen einverstanden.

    • Bürgermeister Holger Baunacher berichtete, dass auf Wunsch der Regierung von Unterfranken für ein Teilstück der Gemeindeverbindungsstraße Wonfurt – Hainert ein Baugrundgutachten erstellt worden sei. Man werde nun der Regierung das Konzept der Gemeinde für einen minimalen Umbau zu minimalen Kosten vorlegen.

    • Da das Sanierungskonzept der Gemeinde für die alte Schule in Steinsfeld nicht den Richtlinien des bayerischen Förderprogramms „Innen statt Außen“ entspricht, wird das Konzept noch einmal überarbeitet.

    • Vor sechs Jahren hatte der Gemeinderat beschlossen, dass Sportvereine in der Gemeinde für Wasser, das der Kanalisation nicht zugeführt wird, den jeweils gültigen Bezugspreis zuzüglich zehn Prozent und zuzüglich der Umsatzsteuer zahlen müssen. Da die Laufzeit dieser Regelung abgelaufen ist, beschloss das Gremium, die Kostenregelung bis Ende 2020 zu verlängern.

    • Der Gemeinderat war zudem einverstanden, den Umbau der Rettungswache des BRK-Kreisverbandes in Haßfurt finanziell zu unterstützen. Der Verband hatte die Städte Haßfurt, Zeil und Königsberg und die Gemeinden Gädheim, Knetzgau, Theres und Wonfurt, die sie betreut, um einen Zuschuss in Höhe von fünf Euro pro Einwohner gebeten. Demnach zahlt die Gemeinde Wonfurt einmalig 9850 Euro.

    • Zur Genehmigung weitergeleitet wurde ein privater Bauantrag eines Bauherrn aus Dampfach. (ger)

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