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    KÖNIGSBERG

    Wie die neue Königin in der Königsberger Marienkirche klingt

    Orgelbauer Thomas Barthold führte in die Mechanik der neuen Königsberger Orgel ein.
    Orgelbauer Thomas Barthold führte in die Mechanik der neuen Königsberger Orgel ein. Foto: Gerold Snater

    „Eine neue Orgel mit guter Mechanik und neuen klanglichen Möglichkeiten“ wünscht sich der Orgelbauverein Königsberg auf seiner Homepage. „Eine Orgel unter Beibehaltung des barocken Prospektes. Eine neue Orgel in entsprechender Disposition und Intonation kann den akustisch und ästhetisch wunderbaren Kirchenraum der Marienkirche in Königsberg bereichern.“

    Dass dieser Wunsch in Erfüllung gehen wird, das konnte man schon am Freitagabend beim sogenannten „Baustellenkonzert“ mit der neuen Orgel erleben. Obwohl von den 27 Registern, die später an der Orgel einmal zur Verfügung stehen werden, mit dem Subbass 16' und Principal 8' sowie den zwei Nebenregistern „Zimpelstern“ und „Nachtigall“ nur zwei gespielt werden konnten, konnten sich die Zuhörer schon jetzt einen ersten Eindruck von der zu erwartenden Klangfülle verschaffen, die Dekanatskantor Matthias Göttemann mit seinen Vorträgen der neuen „Königin der Instrumente“ entlockte. Dabei spielte er nicht nur kleine Orgelstücke, er demonstrierte auch, wie einzelne Töne und Register einzeln, zusammen und in den unterschiedlichsten Tonhöhen klingen können.

    Historischer Prospekt von 1660

    Orgelbauer Thomas Barthold stellte nicht nur kurz die Orgelbaufirma Mühleisen in Leonberg vor, er führte auch in die Mechanik der neuen Orgel ein, die hinter dem historischen Prospekt, der 1660 von Matthias Tretscher aus Kulmbach geschaffen wurde, eingerichtet wird.

    Die Vorgängerorgel war eine Strebelorgel aus dem Jahr 1904 mit 13 Registern auf zwei Manualen und Pedal. 1956 wurde aber das romantische Klangbild der Strebelorgel durch einen Umbau dem Zeitgeist angepasst und die ursprüngliche Orgel zerstört. Die neue Orgel weist nach Fertigstellung 14 Register mehr mit der selben Anzahl von Manualen und Pedal auf und lehnt sich aber nicht stark an ihre Vorgängerorgel an. Sie hat insgesamt 1525 Pfeifen und wird als ein kreativ erdachtes und vielseitiges Instrument im Stil unserer Zeit gebaut, das über vielfältige Klangfarben und Möglichkeiten verfügt, um auf diesem auch große Werke aus verschiedenen Epochen der Orgelliteratur spielen zu können. Mit der neuen Orgel entsteht in der klangvollen Marienkirche ein immenser Beitrag zur Kirchenmusik in den Haßbergen.

    Beeindruckter Landrat

    Darauf ging auch Landrat Wilhelm Schneider in seinem kurzen Grußwort ein, der die Schirmherrschaft für dieses „Baustellenkonzert“ übernommen hatte. Er zeigte sich zudem sehr beeindruckt davon wie sich in Königsberg Bürger für den Bau der neuen Orgel engagierten und „damit auch ein Zeugnis des Glaubens setzen“. Froh war er zudem darüber, dass für die alte Orgel ein Kompromiss gefunden wurde und diese nicht, wie ursprünglich vorgesehen eingelagert, sondern an eine andere Kirchengemeinde ausgeliehen wurde, die sich verpflichtet hat, die Orgel zu erhalten und das wertvolle Kulturerbe zu bewahren.

    Fertigstellung im Januar

    Vollkommen fertig gestellt werden soll die neue Orgel laut Orgelbauer Thomas Barthold bis Mitte Januar 2020. Schon heute darf man, nach dieser noch unvollständigen Demonstration, gespannt darauf sein, welches Klangerlebnis dem Zuhörer dann geboten werden wird. Zum Schluss des Konzertes wies Pfarrer Peter Hohlweg darauf hin, dass Spenden jederzeit willkommen sind, da die Kosten für die neue Orgel noch nicht völlig gedeckt sind. (sn)

    Mit der neuen Orgel entsteht in der klangvollen Marienkirche in Königsberg ein immenser Beitrag zur Kirchenmusik in den Haßbergen.
    Mit der neuen Orgel entsteht in der klangvollen Marienkirche in Königsberg ein immenser Beitrag zur Kirchenmusik in den Haßbergen. Foto: Gerold Snater
    Matthias Göttemann spielte die neue Orgel.
    Matthias Göttemann spielte die neue Orgel. Foto: Gerold Snater
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