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    ELTMANN

    Wie ein neuer Begegnungsort für Künstler entstanden ist

    Neu in Eltmanns Mauern ist die „Galerie an der Stadtmauer“ mit Geschäftsführer Gerold Jakob. Foto: Günther Geiling

    In Eltmann wurde in diesen Tagen mit der „Galerie an der Stadtmauer“ ein besonderer Akzent gesetzt und eine neue Seite im Stadtbuch aufgeschlagen. Die neue Galerie will eine Plattform für Kunst bieten, möchte aber gleichzeitig auch Begegnungsort für andere Kunstschaffende oder für Veranstaltungen wie Dichterlesungen oder Musikensembles werden.

    In den Räumen des ehemaligen Radio- und Fernsehgeschäftes Mücke in der Georg-Schäfer-Straße 9 haben Regine und Gerold Jakob die passende Idee für ihren Wunschtraum gefunden, eine Galerie zu eröffnen. Dabei sind sie auch auf die Reste der alten Stadtmauer gestoßen und was lag da näher, als mit dem Namen „Galerie an der Stadtmauer“ auf sich aufmerksam zu machen und für sich zu werben?

    Durch die besondere Architektur der Galerie, bei der man durch Bögen auf die Steine dieser Stadtmauer blickt, werden die Kunstwerke auch ins rechte Licht gerückt. Außerdem ist Raum gegeben für Gespräche, Gedanken und einen Meinungsaustausch. Eine Galerie ist in der Regel eine Sammlung von Gemälden und meist handelt es sich um eine Dauerausstellung. So ist es zumindest zu Beginn in der neuen Galerie.

    Die Gemälde und Kunstwerke stammen nämlich von Künstlerin Regine Jakob aus Reundorf im Steigerwald, die sich seit 1979 mit der Malerei beschäftigt; zunächst mit Ölbildern und Kreidezeichnungen, später mit Aquarellen. In jüngster Zeit liegt der Schwerpunkt ihrer Kreationen aber auf der digitalen Veränderung eigener Werke und dem Entwerfen und Herstellen von Miniaturbüchern. Meditativen Texten sind dabei adäquate Fotos zugeordnet.

    Regine Jakob, Mutter von sechs erwachsenen Kindern, ist schon seit Jahrzehnten freiberuflich und schöpferisch tätig. Bisher waren zahlreiche Gemeinschafts- und Einzelausstellungen in Deutschland wesentlicher Bestandteil ihres Schaffens und nun will sie mit ihrem Mann noch einmal ein neues Kapitel ihres Künstlerlebens aufschlagen und für ihre Werke, aber auch für die anderer Künstler, ein Podium bieten.

    Geschäftsführer Gerold Jakob lässt auch wissen, was die Familie bewogen hat, ausgerechnet in Eltmann eine Galerie zu eröffnen. „Tochter und Schwiegersohn haben dieses Haus in Eltmann gekauft und damit bestand auch für uns die Möglichkeit, eine Galerie im Erdgeschoss zu verwirklichen. Dies war schon lange unser Traum. Dabei wollen wir aber auch anderen Künstlern Gelegenheit geben, ihre Werke auszustellen und wir wollen sie auch in den Blickwinkel der Öffentlichkeit bringen und jedes Jahr ein Projekt in den Mittelpunkt stellen. Da wir dies auch ehrenamtlich betreiben, wollen wir alle Gewinne vollständig in gemeinnützige Projekte einfließen lassen.“ In diesem Jahr soll die „Tafel“ in Eltmann davon profitieren.

    Schon jetzt bietet die „Galerie an der Stadtmauer“ eine große Auswahl an Werken von Regine Jakob. In einer Vitrine stößt man dabei auf zahlreiche kleine Bücher mit sinnvollen Texten, Weisheiten des Lebens bis hin zu Indianerweisheiten. Diese stellen eine Symbiose zwischen den Texten und Bildern dar und führen dazu, sich die Texte besser merken zu können. Die Texte sind oft Kraftquellen, fordern zum Innehalten auf oder sind Hilfe wie die „Blumen der Hoffnung“. „Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt; wir haben sie von unseren Kindern geliehen“, liest man dabei eine Weisheit der Suquamish.

    „Dies war schon lange unser Traum.“
    Gerold Jakob, Geschäftsführer

    Oder auch das findet man dabei: „Geld hat an und für sich gar keinen Wert, aber es ist etwas sehr Gutes für den, der es richtig anwendet. Kaufen kann man sich: Essen, aber keinen Appetit; Arznei, aber keine Gesundheit; Bekannte, aber keine Freundschaft. Die Hülle all dieser Dinge kann man für Geld erlangen, aber nicht den Kern.“ Das künstlerische Schaffen mit dem Endprodukt des Bildes steht aber in der „Galerie an der Stadtmauer“ im Mittelpunkt mit den Werken der 65-jährigen Regine Jakob. Da sieht man Aquarelle wie den „Untergang der Titanic“ oder den „brennenden Dornbusch“. Bei den Ölgemälden trifft man auf die „Dame mit Perlenkette“ und den „Sonnenuntergang am Meer“ und bei den Zeichnungen bleibt der Blick am „Mädchen“ oder dem „Kleinkind“ hängen. Neuere Werke sind aber auch Grafiken wie die „Vorfreude“, „der Eisbär in der Wüste“ oder „der Engel mit Flammenschwert“.

    Die Galerie wird vorerst jeden Donnerstag, Freitag und Samstag von 16 bis 22 Uhr geöffnet sein. Einmal im Monat möchten die Galerisen auch ein „Lesetreffen“ veranstalten und gerne wird man die Galerie auch für interessierte Gruppen zu einem gewünschten Termin zur Verfügung stehen.

    „Auszeit“ steht über dieser Collage von Regine Jakob. Foto: Geiling

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