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    MECHENRIED

    Wohnhaus-Anbau: Weiteres Gespräch soll Vorhaben ermöglichen

    Gleich zu Beginn der jüngsten Sitzung des Riedbacher Gemeinderates gab es eine Ortseinsicht zu einem geplanten Bauprojekt im Altortbereich in Mechenried.

    Eine Familie beabsichtigt im Anwesen am Mühlbachgraben am bestehenden Wohnhausanbau einen weiteren Ausbau der Wohnfläche. Dazu ist geplant, am bestehenden ehemaligen landwirtschaftlichen Dreiseithof (ehemals Bürgermeister Weisensee) die hintere querstehende, nicht mehr benötigte Scheune abzureißen, um an deren Stelle Platz für die geplante Wohnraumerweiterung zu erhalten. Die Familie investiert in das Projekt nach eigener Aussage einen unteren sechsstelligen Betrag. Das Vorhaben sollte mit dem Scheunenabriss in diesem Jahr noch starten.

    Da hier die Altortgestaltungssatzung greift, gab das Architekturbüro Schlicht-Lamprecht aus Schweinfurt (vormals Dag Schröder) als zuständiger Fachplaner für das Städtebauförderungsprogramm im Ortsteil Mechenried seine Stellungnahme vom Gesichtspunkt der Altortgestaltungssatzung ab. Dabei wurden Abweichungen von der Gestaltungssatzung hinsichtlich der Dachgestaltung, Dachneigung und zum Material der Eindeckung sowie zur Fenstereinteilung bemängelt. Wegen der ortsbildprägenden Erscheinung wurde der Erweiterungsanbau und der Abriss der Scheune in dieser Form abgelehnt.

    Es kam zu keinem Kompromiss

    Für Arno Niedt (Kleinmünster) sei es eine unglückliche Konstellation beim seinerzeitigen ersten Ortstermin mit dem Städtebauplaner, den Bauherren und ihrem Architekten gewesen. Die anwesenden Gemeinderäte bedauerten, dass bei diesem Ortstermin kein Vertreter der Gemeinde eingeladen war. Wegen der fehlenden Abstimmung kam hier kein für beide Seiten annehmbarer- Kompromiss zustande.

    Die Altortgestaltungssatzung sei eine rote Richtschnur, im Zweifelsfall habe die Gemeinde Riedbach bis heute immer eine für beide Seiten vertretbare Einigung zuwege gebracht, lautete der Tenor der Gemeindevertreter vor Ort. Wie Bürgermeister Bernd Fischer bekräftigte, sei der Gemeinde sehr daran gelegen, das Wohnen in den Altorten zu fördern und junge Familien im Ort zu halten, um keine Leerstände im Ortskern entstehen zu lassen.

    Für Armin Holzheimer (Mechenried) sei von der Ortsansicht her der Abriss der Scheune kein Problem, da diese kein so starkes ortsbildprägendes Element sei. Zudem sei geplant, die Bruchsteine der Scheune für eine Gartenmauer wiederzuverwenden.

    Der Gemeinderat stellte den Bauantrag bis zur Sitzung in vier Wochen zurück, um zwischenzeitlich ein klärendes Gespräch mit beiden Seiten zu führen. Fischer zeigte sich zuversichtlich, dabei die Belange der Altortgestaltungssatzung und die Wünsche des Bauherrn auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu bringen.

    Neues Förderprogramm

    In diesem Zusammenhang informierte Fischer über ein neues, kurzfristig Ende Mai aufgelegtes Förderprogramm „Innen-Statt-Außen“ für Kommunen in strukturschwachen Regionen. Die Innenentwicklung soll dabei durch Neugestaltung öffentlicher Flächen mit bis zu 90 Prozent gefördert werden. Abgabetermin war Mitte Juli und man habe die Umgestaltung am Bachlauf im Ortskern von Kleinmünster und die Sanierung der Gaden im Kirchenumfeld in Mechenried vorsorglich angemeldet. Der Gemeinderat ermächtigte den Bürgermeister nachträglich, die dafür notwendigen Anträge eingereicht zu haben. Für Bayern seien gerade 100 Millionen Euro im Fördertopf, informierte Fischer. Ob Riedbach unter 2500 Gemeinden das große Los zieht, wie vor zwei Jahren beim Kommunalen-Investitions-Programm (KIP), und bei der Aufnahme ins Förderprogramm berücksichtigt werde, sei nur zu hoffen.

    Grünes Licht gab der Gemeinderat für einen Antragsteller, der in Kreuzthal eine Unterstellhalle von acht auf zehn Meter errichten möchte, sowie für einen Bauherrn in Mechenried für einen beantragten Treppenhausanbau mit Überdachung. Auch ein Tiny-Haus mit Doppelgarage in Kleinsteinach wurde genehmigt, unter der Vorgabe, dass der Bauwerber als Hinteranlieger auf dem Privatgrundstück für die Erschließung mit Zufahrt, Kanal und Wasser selbst zu sorgen hat.

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