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    WONFURT

    Wonfurt: Warum der Bürgermeister keine „Kuschelecke“ braucht

    Wie bereits im Bauausschuss besprochen, sollen alle Spielplätze im Gemeindebereich Wonfurt saniert und auf den technisch aktuellen Stand gebracht werden. Hierfür genehmigte der Gemeinderat einen Kostenrahmen von 110 000 Euro. Foto: Christian Licha

    Eine heiße Diskussion gab es am Dienstag im Gemeinderat Wonfurt. Denn einige Anwohner aus dem Baugebiet „Sandacker“ hatten sich zum geplanten Baugebiet „Stöcklesanger“ geäußert.

    Bei einer gemeinsamen Besprechung im Vorfeld der Sitzung wurde ein Kompromiss erreicht, der in den Entwurf des Bebauungsplanes eingearbeitet wurde. Hierzu gehören die Anpassung von vier Grundstücken im westlichen Bereich auf ein Vollgeschoss und der Wegfall eines Bauplatzes, um die benötigten Flächen zu kompensieren.

    Die Anpassung des Grünweges von drei auf sechs Meter, die Schaffung einer zusätzlichen Böschung zur Abgrenzung zum Baugebiet „Bodenfeld“ mit einen Meter Höhe und einer Bepflanzung von einer zwei- bis dreireihigen Hecke ist ebenfalls vorgesehen.

    Nach intensiven Redebeiträgen von Gemeinderäten, mit dem Tenor auf zusätzliches Bauland nicht zu verzichten, wurde auch auf den Trend, eine höhere Bebauung zuzulassen, um weitere Flächenversiegelungen zu reduzieren, hingewiesen. Auch Kompensationsflächen, Ausgleichsflächen und Grünflächen würden an anderen Orten vermutlich sinnvoller und besser hergestellt werden können.

    Baugebiet als Spielstraße?

    Gemeinderat Franz-Josef Selig (Grüne) stellte einen Antrag, mehrere Punkte zusätzlich in den Bebauungsplan mit einzuarbeiten. So forderte er zum Beispiel, das gesamte neue Baugebiet als Spielstraße mit sehr eingeschränkten Parkmöglichkeiten auszuweisen. Außerdem wünschte sich Selig einige Verweilpunkte mit Sitzgruppen und Spielmöglichkeiten für Kinder. Bürgermeister Holger Baunacher (CSU) entgegnete, dass Verkehrsflächen im ausreichenden Maße eingeplant seien und Straßenausführung, Verkehrsführung, Einbahnstraße, Spielstraße oder ähnliches nicht Bestandteil des Aufstellungsbeschlusses sind. Das müsste bei der Ausführungsplanung im Detail betrachtet werden. In Bezug auf die geforderten Sitzgruppen sagte Baunacher: „Wir sind auf dem Land und angrenzend ist ein Naturdenkmal, Wald, unsere herrliche Flur, da brauchen wir keine Kuschelecken“. Der Gemeinderat lehnte den Antrag also ab.

    Weniger Kunststoffe

    Wie bereits schon im Bauausschuss behandelt, sollen im Gemeindegebiet alle Spielplätze saniert und auf den technisch aktuellen Stand gebracht werden. Die Kostenberechnungen haben ergeben, dass für die Spielgeräte mit einer Investition von circa 110 000 Euro zur rechnen ist, erklärte Bürgermeister Baunacher. Die Spielplätze erhalten – je nach Ort – neue Attraktionen wie Seilbahn, Slackline, Trampolin oder spezielle Spielgeräte und Schaukeln für Kleinkinder. Ebenso soll im Baugebiet „Bodenfeld“ ein neuer Spielplatz entstehen. Auf den Einwand von Gemeinderat Egon Vogt (CSU), den Spielplatz besser im neuen Baugebiet „Stöcklesanger“ unterzubringen, erklärte der Bürgermeister, dass er die Familien nicht zu lange warten lassen wolle. Es stünde nämlich noch nicht fest, wann die Erschließung des neuen Baugebietes stattfinden werde. Mit 11:1 Stimmen beschloss der Gemeinderat die Sanierung auch im sechsstelligen Eurobereich mitzutragen. Ursprünglich waren dafür im Haushalt 80 000 Euro angesetzt - die Summe erhöht sich unter anderem durch den weitgehenden Verzicht auf Plastik.

    Eine neue Fördersatzung wurde einstimmig beschlossen. Wichtigste Änderung ist die Jugendförderung, die sich von 10,50 Euro auf 18,50 Euro je Kind erhöht. Auch können zukünftig die Ausbildung Juleica (Jugendleiter-Card), Übungsleiter und ähnliches mit 400 Euro pro Jahr und Verein gefördert werden. Für Aktive, die im Besitz der Juleica sind, werden 15 Euro pro Jahr anerkannt.

    Geld für den Kindergarten

    Dem Zuschaussantrag des Caritasvereins Wonfurt für die Beschaffung von zusätzlichen Krippenbettchen, Schreibtisch und Wickelkommode sowie zwei beweglichen Klimageräten wurde stattgegeben. Die Gemeinde übernimmt zwei Drittel der Gesamtkosten in Höhe von rund 3500 Euro.

    Weiterhin informierte Baunacher, dass die Kanäle der Hauptstraße und im Speiersbaumerweg in den vergangenen Monaten befahren wurden, zuletzt auch die privaten Hausanschlüsse. Einige Anwesen konnten noch nicht befahren werden, da es hier noch keine Rückmeldung von den Grundstückseigentümern gab. Im Herbst soll dies nachgeholt werden. Nach ersten Erkenntnissen ist der Zustand in der Hauptstraße besser als erwartet, so der Bürgermeister. Allerdings werde es einzelne Bereiche geben, in denen viel zu tun sei.

    Das Gemeindeoberhaupt bedankte sich auch bei Isolde Schuck und Cornelia Klaus für die Organisation des Ferienprogramms sowie bei den mitwirkenden Vereinen. Baunacher teilte mit, das er sich auch einen Tag Zeit nehmen werde, um mit den interessierten Kindern und Jugendlichen im Kletterwald auf der Wasserkuppe zu verbringen.

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