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    HAßFURT

    Wort zum Sonntag: Den Glauben demonstrieren

    Wort zum Sonntag: Den Glauben demonstrieren
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    Mein Glaube ist Privatsache, der geht niemand etwas an.“ Diese Antwort kann man bekommen, wenn man einen Menschen nach seinem Verhältnis zu Kirche und Glaube fragen möchte. Die Antwort ist korrekt. In Artikel 4 des Grundgesetzes ist unter dem Oberbegriff „Religions- und Gewissensfreiheit“ als ein Grundrecht garantiert, dass man seinen eigenen Glauben haben und danach handeln darf.

    Es waren schlimme Verirrungen, wenn staatliche Gewalt durch Gehirnwäsche mit psychologischen Tricks versucht hat, persönliche Überzeugungen aus einem Menschen auszutreiben und zu vorgeschriebenen Denkweisen umzumanipulieren. Und es ist kein Ruhmesblatt der Kirche, dass solches Vergewaltigen des Denkens auch in sogenannten Ketzerprozessen oder in bestimmten geistlichen Übungen praktiziert wurde.

    Die garantierte Freiheit bedeutet nun aber auch die Chance, das, was einem wichtig ist, öffentlich zu zeigen. In einer Zeit allgemeiner Beliebigkeit ist es gut, wenn Menschen ihre Überzeugung erkennen lassen und als Fundament ihres Lebens deutlich machen. Schon seit Jahrhunderten gibt es in der katholischen Kirche die Prozession, bei der der Glaube an Jesus Christus in der Gestalt der Monstranz – aus dem Lateinischen: „monstrare“, vorzeigen – durch die Straßen getragen und der Glaube öffentlich demonstriert wird.

    Da wird beispielhaft deutlich, dass der christliche Glaube einerseits in der Stille vor Gott „im stillen Kämmerlein“ seinen Platz hat, aber auch das private und das öffentliche Leben gestalten will. Gerade wenn immer weniger die Gemeinschaft der Kirche als ihre innere Heimat empfinden, sollen die Christen zeigen, dass sie nach biblischer Weisung leben wollen in Achtung vor der bedrohten Schöpfung Gottes, im Vertrauen auf Jesus Christus und in seinem Geist im guten Miteinander in Frieden und möglichst fairen Verhältnissen.

    Durch praktizierte christliche Nächstenliebe kann man seinem Wunschbild einer gerechten Gemeinschaft auch noch etwas nachhelfen. Den eigenen Glauben vorzuzeigen, das bedeutet, diesen auch den Jugendlichen der nächsten Generation als Hilfe und Wegweisung zu einem gelingenden Leben zu empfehlen. Dies gelingt dann leichter, wenn wir Älteren umgekehrt bereit sind, den jungen Menschen zuzuhören, wenn sie ihre Zukunftssorgen benennen oder herausschreien.

    Deshalb empfehlen die Kirchen den Erwachsenen, an diesem Freitag mitzuziehen, wenn Schülerinnen und Schüler für einen verantwortbaren Umgang mit den Gaben der Erde und einem zukunftsfähigen Klima demonstrieren. Als Einzelbeitrag im Gesamtbekenntnis zu einem vom christlichen Glauben geprägten Leben. Foto: Rainer Müller

    Bearbeitet von Markus Erhard

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