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    Wort zum Sonntag: Lichter in dunkler Zeit

    Wort zum Sonntag: Lichter in dunkler Zeit
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    Manchmal spricht jemand lange zu mir und sagt mir dennoch nicht viel. Manchmal ist es nur eine kleine Bemerkung und das Herz geht mir auf. Ich brauche Worte, die mich erreichen. Ich suche verlässlichen Zuspruch. Worte, die das Leben hell machen.“

    So drückt der Lyriker Markus Neuland seine Sehnsucht nach Worten aus. Es sind Worte, die ehrlich gemeint sind, offen gesprochen, vertrauensvoll und ermutigend, die uns in dunklen Zeiten begleiten oder aufbauen. Worte, in denen ich mich wiederfinde, die etwas anstoßen oder anrühren in mir. Manchmal weiß ich nicht von vornherein, warum ein Spruch auf einem Schild oder einer Postkarte bei mir „klick“ macht. So habe ich bei einem Arztbesuch in Bamberg in einer Auslage den Spruch entdeckt: „Man muss die Schuld auch mal bei anderen suchen.“ Irgendwie hatten diese Worte für mich etwas in sich. Bei einem heftigen Interessenskonflikt vor ein paar Wochen sind sie wieder aufgeblitzt und haben mich angeregt, nicht nur das eigene Verhalten selbstkritisch anzuschauen, sondern auch die Anteile der anderen in den Blick zu nehmen und nach deren Verantwortung zu fragen.

    Es sind mitunter Worte, die Zeit brauchen, einen Raum brauchen, damit sie formuliert, ausgesprochen werden und ankommen können. Worte wie „Wunderbar, dass es dich gibt.“ „Ja, ich würde dich morgens um halb vier anrufen. Ich vertraue dir.“

    Und manchmal ist es ein Satz aus einem Film, ausdrucksstark gesprochen wie „Meine Frau, die liebe ich sehr.“ Es ist, so meine Überzeugung, kein Zufall, dass gerade in Worten so viel Leben steckt, spürbar wird. Ich glaube, dass Worte göttlichen Ursprungs sind, wo sie Frieden stiften in uns, in der Welt, hell und frei machen, mutig und entschlossen. Am Anfang des Johannesevangeliums heißt es: Das Licht des Wortes Gottes leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht auslöschen können. (Johannes 1,5)

    Ich wünsche Ihnen und mir in diesen dunklen Tagen des Advent immer wieder ein helles Wort, das uns berührt und führt.

    Foto: Carina Glück

    Bearbeitet von Markus Erhard

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