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    AIDHAUSEN

    Zuschuss-Halbierung findet keine Mehrheit

    Üblicherweise sind Anträge der Flurbereinigungsgenossenschaften auf Zuschuss für Unterhaltungs- und Ausbesserungsarbeiten an Flurwegen und Gräben im Aidhäuser Gemeinderat rasch abgehandelt. Die Handhabung ist klar geregelt: 20 Prozent der veranschlagten Kosten. Die Baukosten sind nach Durchführung der Arbeiten per Rechnung nachzuweisen.

    „Kleinvieh macht auch Mist“ mag sich Bürgermeister Dieter Möhring gedacht haben und regte anlässlich der vorliegenden Zuschussanträge der Flurbereinigungsgenossenschaften Happertshausen und Friesenhausen eine einmalige Halbierung der Zuschüsse auf zehn Prozent an. Seine Begründung: Den Flurbereinigungsgenossenschaften wurde im Zuge des Breitbandausbaus für betroffene Wege eine fiktive Wertminderung gezahlt. Sollten sich die Genossenschaften eines Tages auflösen und die Grundstücke von der Gemeinde übernommen werden, habe dies den Nachteil der in den Wegen verlegten Glasfaserkabel, nicht aber den Vorteil der jetzt gezahlten Entschädigung, argumentierte Möhring. Er schätze die Arbeit der Genossenschaften sehr, betonte das Gemeindeoberhaupt, „es geht mir lediglich um eine Geste.“

    Sein Versuch, dem Gemeindesäckel Geld zu ersparen, stieß bei den Ratsmitgliedern jedoch nicht auf Gegenliebe. „Die Flurbereinigung kümmert sich nicht nur um ihre eigenen Wege, sondern auch um Wege im Gemeindeeigentum“, lehnte Ruth Schwappach eine Kürzung ab. Durch das Verlegen der Glasfaserkabel sei an den Wegen eine Wertminderung entstanden, legte Oliver Hesse die Sicht der Verwaltung dar. Die Entschädigung dafür sollte deshalb nicht den Zuschuss von der Gemeinde schmälern.

    Sanierungsgebiet Happertshausen

    Möhring führte dagegen die Aussage von Hilmar Volkamer vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) an, laut der die Flurbereinigungsgenossenschaften kein Vermögen anhäufen dürften. Auf Rückfrage der Gemeinderäte erläuterte der anwesende Vorsitzende der Flurbereinigungsgenossenschaft Happertshausen, Artur Willner, dass das Geld innerhalb von zwei Jahren verbaut werden müsse, was auch geschehen werde.

    Mit einer Gegenstimme, Möhrings, billigte das Gremium schließlich der Flurbereinigungsgenossenschaft Happertshausen 700 Euro zu, also einen 20-prozentigen Zuschuss zu den voraussichtlichen Baukosten von 3500 Euro. Die Flurbereinigungsgenossenschaft Friesenhausen erhält zu den geplanten Investitionen zwischen 2500 und 3500 Euro ebenfalls 20 Prozent Zuschuss.

    Nicht der Gemeinde, sondern den Bürgern Geld in Form von Steuerbegünstigungen zu ersparen, darum geht es bei der Ausweisung eines Sanierungsgebietes in Happertshausen. Einstimmig brachte der Gemeinderat die erforderliche Untersuchung durch das Architektur- und Ingenieurbüro Perleth auf den Weg. Zu gegebener Zeit werden die Bürger darüber informiert, wie sie bei Sanierungsvorhaben in den Genuss von steuerlichen Vorteilen kommen können, sagte Möhring. Wichtig sei, dass erst nach der Ausweisung förmlicher Sanierungsgebiete mit Bauarbeiten begonnen werden dürfe.

    Um Dorfplätze und Kirchen auch künftig zur Weihnachtszeit mit prachtvollen Bäumen schmücken zu können, wies Förster Bernhard Streck auf Ansinnen der Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Fachkraft für Naturschutz beim Landratsamt Haßberge zwei Flächen in der Gemarkung Aidhausen aus, auf denen Weihnachtsbaumkulturen angelegt werden.

    Waldbegehung: 27. Oktober

    Wie Möhring betonte, sei lediglich eine sukzessive Bepflanzung zur späteren Nutzung für Gemeindezwecke und keinesfalls ein gewerblicher Verkauf von Weihnachtsbäumen geplant. Bei der Waldbegehung am 27. Oktober um 15.30 Uhr könne man die Flächen in Augenschein nehmen.

    Verkehrschaos zu den Öffnungszeiten des Wertstoffhofes in Aidhausen soll bald Vergangenheit sein: Voraussichtlich ab Anfang November können Abfälle am neuen Wertstoffhof am Bauhof abgeliefert werden. Die Öffnungszeit vom Mittwoch wird auf mehrfachen Wunsch hin auf den Freitagnachmittag verlegt. Genaue Öffnungszeiten werden rechtzeitig bekannt gegeben.

    Bürgermeister Möhring bittet die Bürger darum, ihm notwendige Straßenreparaturen zu melden. Ebenso bittet er um Meldung von geeigneten Weihnachtsbäumen für öffentliche Plätze. „Sie werden schonend aus den Gärten entnommen“, sichert er zu.

    Über gravierende Probleme mit Telefon und Internet berichtete Gemeinderatsmitglied Klaus Schirmer. Nach langwierigen Recherchen habe sich die Telekom als mutmaßlicher Verursacher herausgestellt. Bürgermeister Möhring und Breitbandpate Oliver Hesse bitten betroffene Nutzer, ihnen Störungen zu melden.

    Ab Oktober starte der Bau einer 4,5 Megawatt Freiflächen-Photovoltaikanlage durch die Firma Belectric Kolitzheim auf einer Privatfläche in der Gemarkung Kerbfeld, informierte Möhring. Der Flächennutzungs- und Bebauungsplan sei bereits 2015 erstellt worden.

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