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    HOFHEIM

    Zwei Faktoren schaden dem Wald im Haßbergkreis

    Käfer und Dürre machen dem Wald schwer zu schaffen. Die Forstbetriebsgemeinschaft Haßberge bietet derzeit gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt mehrere Informationsveranstaltungen zu diesem Thema für Waldbesitzer an. Foto: Stefanie Brantner

    Die Forstbetriebsgemeinschaft Haßberge (FBG) bietet derzeit gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt (ALEF) Informationsveranstaltungen für Waldbesitzer an. Die Auftaktveranstaltung fand am Mittwoch im Gasthaus Burgblick in Hofheim statt.

    Birgitt Ulrich, Geschäftsführerin der FBG, freute sich, dass so viele Gäste der Einladung gefolgt waren. Speziell in Unterfranken und besonders in den Haßbergen sei man der „Hot Spot“, was die Trockenheit angeht. Hier treffen anders als in Südbayern, wo man es nur mit dem Schädlingsbefall zu tun hat, zwei negative Faktoren zusammen: durch die Trockenheit geschädigte Bäume und Käferbefall. Alle in der Waldbewirtschaftung Beschäftigten laufen somit derzeit am Limit. Schon von daher freute sich Ulrich, den Waldbesitzern mitteilen zu können, dass man die FBG personell aufgestockt habe und nun drei Förster für die derzeit 880 Mitglieder auf einer Fläche von 21 600 Hektar im Einsatz seien. Die FBG, die ihre Tätigkeitsfelder in der Waldpflege und -bewirtschaftung, dem Holzverkauf, der Beratung, der Materialbeschaffung und der Fortbildung sieht, versteht sich aber auch als Fürsprecher für die Waldbesitzer in politischen Gremien. So habe man mit Landrat Wilhelm Schneider, MdL Steffen Vogel und MdB Anja Weisgerber einen Waldbegang unternommen und sie auf die Problematik aufmerksam gemacht. Inzwischen habe man auch in politischen Kreisen wohl die Dramatik besser erfasst und zumindest die Fördersätze angehoben, wenn auch nicht in ausreichendem Maße.

    Zusammenschlüsse

    Gerade in Bezug auf die politische Einflussnahme sei es wichtig, dass sich Waldbesitzer zusammenschließen. Auch für die Vermarktung seien Zusammenschlüsse unabdingbar, denn auch die Käufer schließen sich zusammen und hier kann man als Einzelkämpfer auf dem Markt kaum bestehen. Über die Förderrichtlinien informierte Florian Beierwaltes vom ALEF Schweinfurt. Bei Fragen zur Förderung und Trockenlagerplätzen sollen sich die Waldbesitzer an ihren staatlichen Revierleiter oder direkt ans ALEF in Schweinfurt wenden. Er ging auch auf die Verbreitung des Schwammspinners und dessen Bekämpfung ein.

    Was derzeit im Wald passiere, sei schon keine Krise mehr, sondern eine Katastrophe, sagte Ulrich. Es sei dringend notwendig, von Schädlingen befallenes Holz möglichst schnell aus dem Wald zu bringen. Die FBG helfe den Waldbesitzern dabei. Ulrich warb aber für Verständnis, dass auch die FBG nicht von heute auf morgen eingreifen könne, sondern sich von Gemarkung zu Gemarkung durchkämpfen müsse. Zudem habe die FBG die Schwierigkeit, dass sie nur so viel aufarbeiten lassen kann, wie die Forstunternehmen eben leisten können. Was geht, versuche man rauszuholen. Und 15 000 Festmeter habe man auch schon in die Vermarktung gebracht. Außerdem sei inzwischen schon eine beträchtliche Anzahl an Holzlagerplätzen akquiriert worden. Genauere Auskunft über die derzeitigen Schadbilder durch Käferbefall und Dürre lieferte Forsttechniker Patrick Valtenmeier. Buchdrucker und Kupferstecher sind die Schädlinge, die den Fichtenbeständen zusetzen.

    Was die Holzpreise betrifft, so konnte Ulrich den Waldbesitzern wenig Hoffnung auf satte Erträge machen. In Europa rechnet man mit einem Holzanfall von etwa 70 Millionen Festmeter im Jahr 2019. Der Nadelholzmarkt sei äußerst angespannt und bei Paletten-Holz und Sägeholzresten habe man massive Preiseinbrüche. Bis dato sei der Laubholzverkauf zwar gut, aber das derzeitige Buchensterben könnte wohl auch hier bei den minderwertigen Sortimenten zu einem Preisrückgang führen. Einzig der Brennholzmarkt sei stabil und die Nachfrage noch gut.

    Wiederaufforstung ist wichtig

    Jetzt, da aufgrund des Klimawandels so viel Schadholz aus Waldschutzgründen entnommen werden muss, sollten die Waldbesitzer die Wiederaufforstung, wenn es die Witterung zulässt, nicht vernachlässigen, bat Ulrich. Die FBG arbeite mit einigen Baumschulen zusammen. Trotzdem sei es hilfreich, wenn die Waldbesitzer bereits Ende September ihre Bestellungen von Pflanzen und Pflanzschutzmaterial (Zaun und Einzelschutz) anmelden.

    Abschließend wurde in kleiner Runde auf die spezifischen Probleme der einzelnen Waldbesitzer eingegangen.

    Die Termine für die weiteren Informationsveranstaltungen sind: 29. Juli, 19.30 Uhr, in Ebern (Gasthof Frankenstube), 5. August, 19.30 Uhr, in Roßstadt (Landgasthof Schramm), 7. August, 19.30 Uhr, in Königsberg (Herrenschenke).

    bra

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