• aktualisiert:

    Bamberg

    Bamberg: Drei neue Lüpertz-Fenster für St. Elisabeth

    Vor dem Lüpertz-Fenster 'Almosen geben' (von links):  Andreas Steck, Pfarrer Hans Lyer, Christoph Gatz und Johanne Scharnick.
    Vor dem Lüpertz-Fenster "Almosen geben" (von links):  Andreas Steck, Pfarrer Hans Lyer, Christoph Gatz und Johanne Scharnick. Foto: Marion Krüger-Hundrup

    Noch in diesem Jahr werden in der gotischen St. Elisabeth-Kirche im Sandgebiet drei weitere Glasfenster des international renommierten Künstlers Markus Lüpertz eingebaut. Sie sollen im Frühjahr 2021 gemeinsam enthüllt werden. Diese künstlerisch wie inhaltlich herausragenden Objekte reihen sich ein in das insgesamt acht raumhohe Fenster umfassende Programm: Nach den theologischen Vorgaben der Gemeinde St. Elisabeth werden Szenen aus dem Leben der Heiligen Elisabeth in Verbindung mit den im Matthäusevangelium erwähnten Sieben Barmherzigkeiten dargestellt: Hungernde speisen, Fremde beherbergen, Almosen geben, Nackte bekleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen, Tote bestatten.

    Im September und Dezember 2019 wurden die ersten beiden farbintensiven Glasfenster von den Schirmherren des Projektes, Erzbischof Ludwig Schick und Oberbürgermeister Andreas Starke, enthüllt: Almosen geben sowie "Was ihr einen meiner geringsten Geschwister getan habt, das habt ihr mir getan" (Mt 25,40).

    Vertreter der "Initiative Glasfenster Markus Lüpertz" – Pfarrer Hans Lyer, Christoph Gatz, Johanne Scharnick – sowie Kirchenpfleger Andreas Steck gaben nun bekannt, dass dank Großspenden gleich drei Fenster bei der Firma Derix in Taunusstein in Auftrag gegeben werden konnten: Kranke besuchen, Hungrige speisen, Nackte bekleiden. Unter der Berücksichtigung der Fördermittel der Oberfrankenstiftung und der Welterbestiftung der Stadt Bamberg belaufen sich die Kosten für die Herstellung und das Künstlerhonorar je nach Größe der Fenster auf circa 46 000 bis 71 000 Euro.

    "Zwei der neuen Fenster sind komplett bezahlt", erklärte Christoph Gatz. Die Spender wollen anonym bleiben. Das dritte Fenster sei zu zwei Dritteln finanziert, für die fehlenden Restmittel hätten Privatleute ein Darlehen aufgenommen, das durch weitere Spenden wieder abgelöst werden solle. "Es fehlen etwa 25 000 Euro", bilanzierte Kirchenpfleger Steck. Gleichwohl freue er sich, dass die Großspenden "im größten Corona-Chaos kamen". Das zeige eine "Rückbesinnung auf bleibende Werte". Auch Gatz macht ein anhaltendes Interesse an diesem Lüpertz-Projekt aus, das die Meisterschaft des bildenden Künstlers und dessen tiefes Einfühlungsvermögen in theologische Belange beweise.

    Um das fehlende Geld einzuholen und Perspektiven für die noch ausstehenden drei verbleibenden Glasfenster zu eröffnen, haben die Schirmherren jetzt bisherige Einzelspender, mögliche neue Spender und Sponsoren angeschrieben. "OB Starke und Erzbischof Schick haben 400 Briefe jeweils handschriftlich unterzeichnet!" erzählt Gatz. Diese Briefe hätten nicht nur um offene Portemonnaies gebeten, sondern seien obendrein besonders frankiert gewesen: Für die Briefmarkenserie "Plusbrief individuell" der Deutschen Post habe Markus Lüpertz einen Kopf der Heiligen Elisabeth gestaltet. Mit ihrem daran stilisierten "Rosenwunder" soll also die wundersame Vermehrung der notwendigen Euro für das Projekt gelingen.

    Pfarrer Hans Lyer schreibt der in den Fenstern liegende Aufforderung zu sozialem Handeln aus christlicher Überzeugung eine besondere Bedeutung zu – "gerade in dieser Corona-Zeit". Für den Priester und Gefängnisseelsorger Lyer ist die künstlerische Aussage dieser Glasfenster "eine Art von Glaubensverkündigung mit einem besonderen Stellenwert": "Gott hält keinen Abstand, sondern sucht die Nähe zu den Menschen." Er sei bei den Armen, Schwachen, Kranken wie die Heilige Elisabeth.

    Die "Initiative Glasfenster Markus Lüpertz" sucht nun nach einer Lösung, wie die St. Elisabeth-Kirche für Besucher außerhalb der Gottesdienstzeiten offen gehalten werden kann. Christoph Gatz favorisiert eine Alarmanlage in der Kirche, die sich im Eigentum der Stadt Bamberg befindet und liturgisch zur Dompfarrei gehört. "Jede andere Kirche in Bamberg ist tagsüber geöffnet", wirbt er für kreative Lösungen, um Besucher nicht wie derzeit durch ein Gitter abzuhalten.

    Denn die Lage der Elisabethenkirche am frequentierten Touristenpfad der Altstadt ziehe auch auswärtige Besucher an. Inzwischen seien nämlich die beiden schon installierten Lüpertz-Fenster Bestandteil Bamberger Stadtführungen. Um die Stadtführer des Touristen- und Kongress-Services (TSK) noch besser die inhaltliche Aussage dieser Objekte zu vermitteln, sei eine entsprechende Veranstaltung im Oktober geplant, informierte Johanne Scharnick.

    Für Spender

    Wer das Projekt "Markus Lüpertz-Fenster für St. Elisabeth" unterstützen möchte, kann sich an Christoph Gatz wenden, Markusstraße 12b, 96047 Bamberg, Tel.: (0951) 966270. Spendenkonto: Kontoinhaber Dompfarrkirchenstiftung, Kennwort: Fenster St. Elisabeth, Sparkasse Bamberg IBAN: DE93 7705 0000 0578 3423 70. Die Spende kann bei der Steuererklärung als Sonderausgabe berücksichtigt werden.

    Die 400 Briefe der Schirmherren waren mit einer von Markus Lüpertz gestalteten Marke frankiert.
    Die 400 Briefe der Schirmherren waren mit einer von Markus Lüpertz gestalteten Marke frankiert. Foto: Marion Krüger-Hundrup
    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Haßberge-Newsletter!

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!