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    Haßfurt

    Ein Wochenende Arrest für Kiffen und Schwarzfahren

    "Reiferückstände" weist der Angeklagte auf, meint die Jugendgerichtshilfe. Daher war die Strafe für den Wiederholungstäter relativ gering.
    Ein 20 Jahre alter Mann muss ein Wochenende im Jugendarrest verbringen, da wer mit zwei Gramm Marihuana (Symbolfoto) und beim Schwarzfahren erwischt wurde. 
    Ein 20 Jahre alter Mann muss ein Wochenende im Jugendarrest verbringen, da wer mit zwei Gramm Marihuana (Symbolfoto) und beim Schwarzfahren erwischt wurde.  Foto: Bernd von Jutrczenka

    Die Frage von Jugendrichter Martin Kober an einen Angeklagten, ob dieser mit 20 Jahren ledig und ohne Kinder ist, beantwortete der Heranwachsende am Montag am Amtsgericht mit "Ja". Doch dies war ihm eher peinlich. "Daran sind die Frauen schuld", fügte der Flüchtling in gebrochenen Deutsch hinzu. Die Antwort ließ das Gericht schmunzeln und zeigte gleichzeitig die "Reiferückstände" auf, die ihm die Jugendgerichtshelferin im Verlaufe der Verhandlung attestierte.

    Die Liste seiner Straftaten ist lang

    Vor fünf Jahren landete der damals 15-Jährige nach abenteuerlicher Flucht in Deutschland. Die traumatischen Erlebnisse während der Flucht versuchte er mit Alkohol, Selbstverletzungen und aggressivem Verhalten gegen Mitmenschen zu kompensieren. Zweimal wurde er bereits in psychiatrische Einrichtungen in München und Regensburg eingewiesen. Vier Einträge wegen Sachbeschädigung, Beleidigung, Drogendelikten, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und sexueller Belästigung stehen bereits in seinem Bundeszentralregisterauszug.

    Am Montag kam Eintrag Nummer fünf hinzu. Weil er im November letzten Jahres in Bamberg bei einer Polizeikontrolle mit zwei Gramm Haschisch erwischt wurde und er im März mit einem Motorroller in Sand ohne Führerschein fuhr, verurteilte Richter Martin Kober den Auszubildenden zu einem Freizeitarrest, bei dem er ein Wochenende in der Jugendstrafanstalt in Würzburg verbringen muss. Der Anklagevertreter hatte aufgrund der Vorstrafen zwei Freizeitarreste gefordert. Der Angeklagte hatte keinen Antrag gestellt und akzeptierte das Urteil.

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