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    Bamberg

    Gottesdienste in Bamberg finden unter strikten Vorgaben statt

    Während des Gottesdienstes sind für die Zelebranten besondere Hygienevorschriften angeordnet, zum Beispiel die Kommunion- und Abendmahlspendung mit Handschuhen.
    Während des Gottesdienstes sind für die Zelebranten besondere Hygienevorschriften angeordnet, zum Beispiel die Kommunion- und Abendmahlspendung mit Handschuhen. Foto: Geraldo Hoffmann

    "Probephase" nennt Generalvikar Georg Kestel die nächste Zeit, in der mit einem strengen Schutzkonzept wieder Gottesdienste in Kirchen des Erzbistums Bamberg gefeiert werden dürfen.

    Es müsse geschaut werden, "wie sich die neuen Rahmenbedingungen für Gottesdienste auswirken, um dann durch Erfahrungsgewinn weitere Schritte planen zu können", schrieb er in einem Brief an die Pfarrer und pastoralen Mitarbeiter. Darin rief er zur strikten Einhaltung der Vorgaben auf, besonders beim Austeilen und Empfangen der Kommunion.

    Schutzkonzept schreibt strenge Auflagen vor

    Dankbar sei er, dass wieder öffentliche Gottesdienste in den verschiedenen liturgischen Formen und zu unterschiedlichen Anlässen möglich seien. Im Erzbistum Bamberg sollen ab Sonntag, 10. Mai, einschließlich Vorabendmesse, unter Auflagen Gottesdienste gefeiert werden.

    Mit einer Frist bis zum 10. Mai bekommen die Pfarrgemeinden Zeit, sich auf die Auflagen des Schutzkonzepts vorzubereiten. In welchen Kirchen, zu welchen Zeiten und in welcher Form Gottesdienste stattfinden, beraten die Pastoralteams zusammen mit den Seelsorgebereichs- oder Pfarrgemeinderäten. In Bamberg gibt es zwei katholische Seelsorgebereiche mit 18 Pfarr- oder Filialkirchen: Bamberger Osten und Bamberger Westen.

    Fast acht Wochen lang mussten die Gläubigen jedweder Religion ohne öffentliche Gottesdienste oder Gebetsstunden auskommen. Notwendig war dies aufgrund der Corona-Pandemie und die dadurch resultierenden Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen der Politik geworden. Und auch den Verantwortlichen in den Pfarreien und Gemeinden war es, wie immer wieder zu hören war, ein großes Anliegen, ihre Gläubigen keinen Gefahren auszusetzen.

    Gottesdienste "haben einen anderen Charakter"

    Dankbar, dass wieder Gottesdienste möglich sind, ist auch die Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner. Sie hat federführend für die evangelisch-lutherische Landeskirche die Verhandlungen mit dem Staat geführt hat – in einer engen ökumenischen Abstimmung mit den bayerischen katholischen (Erz-)Bischöfen.

    "Die Gottesdienste, mit denen wir jetzt beginnen, sind freilich keine Rückkehr zum Zustand vor der Pandemie", sagt Greiner. "Sie haben einen anderen Charakter." Trotzdem würden sie stärken und ermutigen: "Gottesdienste sind die Mitte unseres Gemeindelebens. Sie kräftigen unseren Glauben und unsere Liebe, und beides brauchen wir in dieser Krise", betont die Bischöfin.

    Wie Diakonin Andrea Hofmann, Referentin im evangelisch-lutherischen Dekanatsbezirk Bamberg, auf Anfrage mitteilte, werden in den nächsten Tagen die Kirchenvorstände entscheiden, welche der fünf evangelischen Kirchen im Stadtgebiet für Gottesdienste unter Auflagen in Frage kommen. Auf jeden Fall sollten ab 10. Mai wieder Gottesdienste gefeiert werden.

    Jüdische Gemeinde verzichtet noch auf Gottesdienste

    Trotz der offiziellen Erlaubnis will die liberale jüdische Gemeinde Mischkan ha-Tfila vorläufig auf Gottesdienste im Betsaal am Schillerplatz verzichten. "Wir warten noch etwas, weil wir viele Familien mit Kindern und Ältere haben, wir wollen alle gut durch die Krise bringen", erklärt Rabbinerin und Ärztin Dr. Yael Deusel.

    Diese Entscheidung sei nach einer Umfrage unter den Gemeindemitgliedern gefallen. Ohnehin käme bei den strengen Hygieneregeln "keine rechte Gottesdienst-Stimmung auf", verweist die Rabbinerin zum Beispiel auf die sonst üblichen Wechselgesänge, die wegen des Risikos der Tröpfcheninfektion wegfallen müssten.

    Doch Deusel hält auch in der gottesdienstlosen Zeit engen Kontakt mit ihrer Gemeinde: Jede Woche bekämen die Mitglieder ein Heft mit einem Wort zum Schabbat, mit Betrachtung, Gebet, Predigt, etwas zum Schmunzeln und mit Bastelvorschlägen für Kinder. "Der Geist von Schabbat geht nicht verloren", ist sich die Rabbinerin sicher, die dazu anhält, am Freitagabends zur eigentlichen Gottesdienstzeit daheim die Schabbatkerzen zu entzünden und im Gebet an die Gemeinschaft mit dem Ewigen und den anderen zu denken.

    Israelitische Kultusgemeinde startet am Freitag

    Die Israelitische Kultusgemeinde Bamberg dagegen bietet bereits ab diesem Freitag, 8. Mai, wieder Gottesdienste in der Synagoge in der Willy-Lessing-Straße an: "Freilich gemäß der Hygieneschutzregeln und Abstandsgeboten", wie Martin Arieh Rudolph, Vorsitzender der Kultusgemeinde, erklärt.

    Am Samstag, 9. Mai, werde der Schabbatgottesdienst zur üblichen Zeit mit Rabbiner Dr. Salomon Almekias-Siegl stattfinden. Einen anschließenden Kidduschim, also ein gemeinsames Essen, werde es nicht geben können. "vielleicht erst ab Ende Mai oder Juni", so Rudolph. Auch die üblichen Aktivitäten wie Sport, Chor, Seniorenclub, Unterricht und Tanz müssten bis mindestens Ende Mai ausgesetzt werden. Dafür gebe es weiterhin religiöse Onlineangebote.

    Wochenlang musste auch das Tages- und Freitagsgebet in der Moschee an der Coburger Straße ausfallen. Doch trotz des derzeitigen Fastenmonats Ramadan wird dies auch bis auf Weiteres so bleiben: "Wir könnten die Menschenmassen nicht bewältigen", bedauert Mehmet Cetindere, Vorsitzender des türkisch-islamischen Kulturvereins.

    Bis auf Weiteres kein Freitagsgebet in der Moschee

    Die Menschen "haben Sehnsucht nach der Moschee", weiß Cetindere. Es sei jedoch notwendig, sich an die Vorschriften zu halten, "was nicht praktizierbar ist bei uns". Angedacht sei aber, schrittweise das übliche Tagesgebet für etwa "20 Personen mit Abstand" einzuführen, allerdings nur viermal statt der eigentlichen fünfmal pro Tag.

    Cetindere verweist auf den Livestream, mit dem das Freitagsgebet weiterhin auf der einschlägigen Facebook-Seite übertragen werde. Sowohl er als auch der Imam würden jeden Freitag um 13.30 Uhr mit der Lesung aus dem Koran, Gebet und Predigt zu sehen und hören sein.

    Obwohl es nun zu Gottesdiensten mit maximaler Besucherzahl je nach Größe der Kirche kommen darf, dürfen Chöre nicht singen und Posaunenchöre nicht spielen. Auch Proben finden nicht statt. Andere Veranstaltungen wie Gemeindefeste, Gruppentreffen, Bildungsseminare oder Wallfahrten sind bis Ende August abgesagt. Das betrifft die traditionelle Fronleichnamsprozession in Bamberg wie das diözesane Heinrichsfest rund um den Dom.

    Hygienemaßnahmen im Gottesdienst
    In Bamberg sollen wieder regelmäßige Gottesdienste in den katholischen und evangelischen Kirchen ab diesem Sonntag, 10. Mai, stattfinden. Dabei sind unter anderem die folgenden Hygienemaßnahmen einzuhalten:
    Besucher halten zwei Meter Abstand zum nächsten und tragen eine Mund-Nasen-Maske. Die Sitzplätze werden entsprechend markiert. 
    Hände am Eingang desinfizieren. Kaum Gemeindegesang. Das Gesangbuch muss selbst mitgebracht werden.
    Kein Friedensgruß, nur Handkommunion. Der Gottesdienst darf nicht länger als eine Stunde dauern. Reinigung der Bankreihen nach jedem Gottesdienst.
    Die türkisch-islamische Gemeinde verzichtet bis auf Weiteres auf das Freitagsgebet in der Moschee an der Coburger Straße.
    Die türkisch-islamische Gemeinde verzichtet bis auf Weiteres auf das Freitagsgebet in der Moschee an der Coburger Straße. Foto: Marion Krüger-Hundrup (Archivbild)
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