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    Kreis Haßberge

    Haßberge: Naturschutz und Landwirtschaft unter einen Hut bringen

    Beweidung am Schafhof Königsberg.
    Beweidung am Schafhof Königsberg. Foto: Robert Lauer

    Um die Belange des Naturschutzes und die Interessen von Landnutzern unter einen Hut zu bringen, setzt die Bayerische Staatsregierung seit Jahren auf den kooperativen Naturschutz. Hierzu zählt vor allem das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm, in dessen Rahmen sich die teilnehmenden Landwirte auf freiwilliger Basis zu einer extensiven und naturschonenden Bewirtschaftung von Wiesen, Weiden, Äckern und Teichen in ökologisch wertvollen Gebieten verpflichten. Sie leisten durch diese ökologisch ausgerichteten Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt, schreibt das Landratsamt in einer Pressemitteilung.

    Zu diesen ökologisch wertvollen und förderfähigen Gebieten zählen Naturschutzgebiete, Natura 2000-Gebiete, gesetzlich geschützte Grünlandbestände, aber auch Flächen, die der Biotopkartierung entsprechen oder seltene Arten beherbergen. Auch BayernNetzNatur-Projekte stellen eine mögliche Förderkulisse dar. Als Gegenleistung für diese Maßnahmen erhalten die Landwirte ein entsprechendes Entgelt, mit dem beispielsweise ein verminderter Ertrag kompensiert werden soll.  

    Auch im Landkreis Haßberge wird diese Möglichkeit von den Landnutzern seit vielen Jahren sehr gut angenommen, so das Landratsamt weiter. Bis zum 31. Dezember 2019 hatten 205 Landwirte Vertragsnaturschutzprogramme für insgesamt 762 Feldstücke auf 625 Hektar abgeschlossen. Die Landwirte erhielten dafür insgesamt 333 000 Euro pro Jahr.

    Fast alle ausgelaufenen Verträge konnten nun neu abgeschlossen und eine große Anzahl an neuen Flächen mit in das Programm aufgenommen werden. Insgesamt wurden von der unteren Naturschutzbehörde 1474 Feldstücke auf 1270 Hektar für die Förderperiode 2020 bis 2024 neu begutachtet. Das entspricht fast drei Prozent  der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche im Landkreis Haßberge. Die Höhe der Fördergelder konnte dabei mehr als verdoppelt werden.

    „Eine derartige Steigerung und Akzeptanz bei einem Förderprogramm des staatlichen Naturschutzes wie in diesem Jahr ist einmalig. Das habe ich so noch nie erlebt“, freut sich Robert Lauer von der unteren Naturschutzbehörde. „Somit sind wir dem von der Staatsregierung bayernweit neugesteckten Ziel, sechs  Prozent der landwirtschaftlichen Fläche über das Vertragsnaturschutzprogramm zu fördern, ein großes Stück näher gekommen.“

    Auch Landrat Wilhelm Schneider freut sich über den Erfolg des Vertragsnaturschutzprogramm im Landkreis: „Dies ist eine positives Beispiel für gelungene Kooperation zwischen Naturschutz und Landwirtschaft“, wird der Kreischef in der Mitteilung zitiert. 

    Nassacher Kulturlandschaft.
    Nassacher Kulturlandschaft. Foto: Robert Lauer

    Die Schwerpunkte der Vertragsnaturschutz-Förderung im Landkreis Haßberge liegen 2020 am Haßbergtrauf. Hier vor allem Bereiche der Gemeinde Aidhausen (Nassach mit der höchsten Dichte an geförderten Flächen) sowie der Stadt Königsberg. Den flächenmäßig größten Anteil mit 182 Hektar hat die Stadt Haßfurt, bedingt durch die Lage in drei größeren Natura 2000-Gebieten (Mainaue, Wässernachtal und Haßbergtrauf).

    Den größten Zuwachs an Vertragsnaturschutzflächen hatte die Gemeinde Ermershausen zu verzeichnen. Hier konnte die Anzahl der mit Vertragsnaturschutz geförderten Feldstücke von sechs auf 34 erhöht werden. Schwerpunkt der Maßnahmen stellt auf insgesamt 1000 Hektar der Düngeverzicht in Kombination mit einem Schnittzeitpunkt (meist nach dem 15. Juni - 600 ha) dar. Ebenso wird die naturschonende extensive Beweidung mit Schafen, Ziegen, Rindern und Pferden auf 223 Hektar gefördert.

    Artenreiche Wiese am Haßbergtrauf.
    Artenreiche Wiese am Haßbergtrauf. Foto: Robert Lauer
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