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    Haßfurt

    Haßfurt: So wird ein Polizist zum Schlangenbändiger

    In einem Garten in der Rotkreuzstraße hatte es sich eine Kornnatter gemütlich gemacht. Die Schlangenart wird bis 1,50 Meter lang, ist aber ungiftig.
    So wie auf dieser Aufnahme aus dem Jahr 2008 sehen Kornnattern aus. Sie leben in Nordamerika, werden aber weltweit in Terrarien gehalten - unter anderem, weil sie ungiftig sind. Was die Maus auf diesem Foto aber nicht getröstet haben dürfte.
    So wie auf dieser Aufnahme aus dem Jahr 2008 sehen Kornnattern aus. Sie leben in Nordamerika, werden aber weltweit in Terrarien gehalten - unter anderem, weil sie ungiftig sind. Was die Maus auf diesem Foto aber nicht getröstet haben dürfte. Foto: David Ebener

    Gartenfreunde wissen: Es kann schon vorkommen, dass sich im Komposthaufen eine Ringelnatter tummelt und ein Nest errichtet. Dass es sich auf ihrem Kompost aber um etwas ganz anderes handelt, war einem Ehepaar in Haßfurt am Donnerstag sofort klar. Die Eheleute entdeckten, wie die Polizeiinspektion Haßfurt berichtet, "eine außergewöhnlich große orange-braun gemusterte Schlange" auf ihrem Grundstück in der Rotkreuzstraße. Das Reptil habe sich zum Sonnenbad auf dem Komposthaufen im Gemüsegarten hinter dem Wohnhaus zusammengeringelt. So wie es die Polizei in ihrem Bericht beschreibt, wollte sich die Frau des Hauses trotz ihrer Angst erkundigen, wie nun mit dem Tier ordnungsgemäß zu verfahren sei. Sie verschickte deshalb ein Foto an die ihrer Meinung nach zuständigen Stellen.

    Polizeihauptkommissar Bernd Thein mit der eingefangenen Kornnatter.
    Polizeihauptkommissar Bernd Thein mit der eingefangenen Kornnatter. Foto: Kurt Etzel/Polizei Haßfurt

    Ein Mann, ein Karton und ein Paar Lederhandschuhe

    Auf Umwegen über das Tierheim Schweinfurt und das Landratsamt Haßberge sei die Information dann zur Polizeiinspektion Haßfurt gelangt. "Da keiner der sonst in solchen Fällen hinzugezogenen Spezialisten greifbar war, schnappte sich Polizeihauptkommissar Bernd Thein einen Karton und seine Lederhandschuhe und begab sich in die Rotkreuzstraße", berichten die Kollegen. Vorher sei allerdings schon festgestanden, dass es sich um eine Kornnatter handelt. Und somit um eine ungiftige Schlangenart aus der Familie der Nattern, die ihre Heimat in Nordamerika hat. Die bis zu 150 Zentimeter großen Tiere sind allerdings bei Terrarienfreunden rund um den Globus sehr beliebt. 

    Besitzer kann die Schlange im Tierheim Zell am Ebersberg abholen

    Den Schilderungen des Polizeiberichtes zufolge konnte Schlangenbändiger Bernd Thein die quirlige Kornnatter problemlos mit der Hand einfangen. Am Freitag haben die Ordnungshüter das 120 Zentimeter lange Reptil dann an das Tierheim in Zell am Ebersberg übergeben. Hier kann die Natter, die in der Nacht Jagd auf kleine Säugetiere, Amphibien oder Vögel macht, artgemäß gehalten werden - bis sie ihr rechtmäßiger Besitzer abholen mag. 

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