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    Haßfurt

    Kommentar: Zapfenstreich für Volker Ortloffs Ambitionen?

    Nicht nur SPD-Stadtrat Reiner Greich dachte, dass die drei Haßfurter Bürgermeisterkandidaten ihrem Zieleinlauf entsprechend auch die Bürgermeisterposten bekommen sollten.
    So hätte man sich das künftige Führungstrio der Stadt Haßfurt vorstellen können. Doch aus der - nicht nur von SPD-Stadtrat Reiner Greich favorisierten - Lösung mit (von rechts) erstem Bürgermeister Günther Werner  (Wählergemeinschaft) und seinen Stellvertreten Stephan Schneider (SPD) und Volker Ortloff (CSU) wurde nichts. Die Bürgermeister-Stellvertreter sind nun Norbert Geier (CSU) und Berthold Albert (WG).
    So hätte man sich das künftige Führungstrio der Stadt Haßfurt vorstellen können. Doch aus der - nicht nur von SPD-Stadtrat Reiner Greich favorisierten - Lösung mit (von rechts) erstem Bürgermeister Günther Werner (Wählergemeinschaft) und seinen Stellvertreten Stephan Schneider (SPD) und Volker Ortloff (CSU) wurde nichts. Die Bürgermeister-Stellvertreter sind nun Norbert Geier (CSU) und Berthold Albert (WG). Foto: Silvia Gralla

    Eigentlich war doch alles ganz manierlich gelaufen in Haßfurt. Der Wahlkampf verlief ohne unfaire Attacken, die Wahl selber war eine klare Angelegenheit, Titelverteidiger Werner musste nicht einmal in eine Stichwahl. Es schien alles darauf hinauszulaufen, dass sich in der konstituierenden Sitzung nur wenig ändern sollte, sprich Günther Werner bleibt Chef und seine ambitionierten Herausforderer Volker Ortloff und Stephan Schneider werden Stellvertreter.

    Hartnäckiges Gerücht

    Zumal der Amtsinhaber in sechs Jahren aus Altersgründen ohnehin nicht mehr antreten darf und die Karten somit neu gemischt werden. Ideal für Volker Ortloff - und irgendwo vielleicht auch für den nimmermüden Stephan Schneider -, hätte er so doch sechs Jahre lang die nötigen Erfahrungen sammeln - auch in den Kreistag wurde der Sailershäuser mit einem sehr guten Ergebnis gewählt - und dann durchstarten können. Deshalb erschien das Gerücht, das schon vor der Wahl hartnäckig die Runde machte, aussichtslos: Norbert Geier will zweiter Bürgermeister werden. Wie sollte das denn funktionieren? Wenn Ortloff die Wahl gewonnen hätte, wäre der Stadtrat wohl kaum bereit gewesen, einen CSU'ler zum zweiten Bürgermeister zu wählen. Und wenn nicht, wie jetzt auch geschehen, dann würde das Amt doch eher dem Mann der Zukunft vorbehalten bleiben.

    Der Jahrmarkt der Vorschläge

    Aber weit gefehlt. Alle Experten mussten sich am Montag die Augen reiben, denn erst schlug Reiner Greich von der SPD Volker Ortloff als Bürgermeister vor, dann nominierte der sogar selber Norbert Geier. Der auch mit deutlichem Vorsprung vor Stephan Schneider gewählt wurde. Kein Zweifel. Norbert Geier hat in den vergangenen Jahren die Arbeit im Rat maßgeblich mit bestimmt, nicht zuletzt als Fraktionssprecher der CSU keinen leichten Job gemacht. Dass er nun zweiter Bürgermeister ist, kann als Lohn für sein unermüdliches Engagement gesehen werden, aber dass er nicht der Mann der Zukunft sein kann, das weiß er selber.

    Ein Signal ist kein Signal

    Wenn diese Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter ein politisches Signal gewesen sein sollte, dann kann es nur bedeuten, dass die CSU in sechs Jahren nicht mit einem Kandidaten Volker Ortloff in die Bürgermeisterwahl gehen will. Ebensowenig dürfte die Wählergemeinschaft als Nachfolger für ihr jetziges Aushängeschild Günther Werner den frischgebackenen dritten Bürgermeister Berthold Albert ansehen. Und offener denn je ist auch die Situation bei der SPD, nachdem ihr Traditionskandidat Stephan Schneider sowohl bei der Bürgermeisterwahl als auch bei allen Entscheidungen am Montagabend gescheitert ist.

    Bloß nicht den Bauausschuss

    Es gab aber noch eine Überraschung im Haßfurter Rat. WG-Stadtrat Willibald Geuppert sah sich - nach eigener Aussage - zu stark unter Gruppen- und Fraktionszwang. Deshalb kehrte er der Wählergemeinschaft, deren Vorsitzender er lange war, den Rücken, sagt er. Aus der Fraktion hingegen war zu vernehmen, dass Geuppert wegen Differenzen bei der Verteilung der Ausschusssitze den Rückzug angetreten haben soll. Geuppert wollte auf keinen Fall in den Bauausschuss, heißt es. Er hätte den Finanzausschuss präferiert. Wohl weil das seiner Meinung nach besser zum Rechnungsprüfungsauschuss gepasst hätte.

    Losglück?

    In diesem ist er als Parteiloser jetzt gar nicht mehr vertreten. Allerdings durfte er an einer Verlosung für den letzten freien Sitz sowohl im Finanz- als auch im Bauausschuss teilnehmen. Und - welch eine Ironie des Schicksals - er wurde tatsächlich von der Losfee gezogen. Allerdings ausgerechnet für den Bauausschuss. Ob er deswegen nun aus dem Stadtrat austritt...?

    Willibald Geuppert ist aus der Fraktion der Wählergeeinschaft im Haßfurter Stadtrat ausgtreten. Er gehört dem Gremium nun als parteiloser Stadtrat an.
    Willibald Geuppert ist aus der Fraktion der Wählergeeinschaft im Haßfurter Stadtrat ausgtreten. Er gehört dem Gremium nun als parteiloser Stadtrat an. Foto: Martin Sage
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