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    Haßfurt

    Pfarrer Johannes Ziegler ist neu in Haßfurt

    Seit 1. Juli besetzt Pfarrer Johannes Ziegler in der evangelischen Kirchengemeinde Haßfurt die zweite halbe Pfarrstelle. Der Einführungsgottesdienst findet am Sonntag, 19. Juli, um 14.30 Uhr im Pfarrgarten in Haßfurt statt.
    Seit 1. Juli besetzt Pfarrer Johannes Ziegler in der evangelischen Kirchengemeinde Haßfurt die zweite halbe Pfarrstelle. Der Einführungsgottesdienst findet am Sonntag, 19. Juli, um 14.30 Uhr im Pfarrgarten in Haßfurt statt. Foto: Christiane Reuther

    "Kultur des Genug", von diesem Gedanken hat sich Pfarrer Johannes Ziegler vor drei Jahren leiten lassen. Aufmerksam wurde er auf das Thema beim Lesen des Buches "All you need is less" der Autoren Manfred Folkers und Nico Paech. Da reifte in dem Theologen der Gedanke, nicht mehr die Verantwortung einer ganzen Pfarrstelle zu tragen. Deshalb hat er sich auf die vakante halbe Stelle der evangelischen Kirchengemeinde Haßfurt beworben, die er seit 1. Juli besetzt.

    Der Pfarrer arbeitet künftig im Team mit Pfarrerin Sabine Hopperdietzel, die seit eineinhalb Jahren die erste Pfarrstelle und auch die seit dieser Zeit vakante halbe Pfarrstelle besetzt. Die eineinhalb Stellen teilten sich zuvor das damalige Pfarrerehepaar Doris Otminghaus und Gerhard Barfuß. Mit im Team ist Pfarrer Mátyás Beke aus Holzhausen, der für einen begrenzten Dienstauftrag in der Kirchengemeinde Haßfurt mitarbeitet.  

    Johannes Ziegler wurde 1960 in Augsburg geboren und ist dort auch aufgewachsen. Nach dem Abitur hat er zunächst den Zivildienst beim Roten Kreuz in Füssen absolviert. Danach entschied er sich für ein Theologiestudium an der Uni in Erlangen. "Am Anfang hat mir das Studium teilweise gar nicht gefallen", gibt der Pfarrer zu. Mit einem Studienfreund wechselte der angehende Theologe an die Uni Tübingen, wo sich für ihn nach eigener Aussage eine neue Welt der Theologie aufgetan hat.

    Nach dem kirchlichen Examen zog es Johannes Ziegler zunächst für ein halbes Jahr nach Israel, wo er als Volontär arbeitete. Als Vikar wurde Ziegler für zweieinhalb Jahre nach Berg bei Hof in Oberfranken entsandt. Dort lernte er auch seine Frau Esther kennen. Mit ihr hat er zwei Söhne und mittlerweile auch ein Enkelkind. Nach seiner Zeit als Pfarrer zur Anstellung in Coburg wechselte Ziegler ins mittelfränkische Kirchensittenbach. "Als Stadtmensch habe ich hier das Dorfleben wahrgenommen", sagt der 60-Jährige. In einer ländlich geprägten Gemeinde, die sich auf 17 kleine Dörfer verteilte, spürte der Pfarrer das Willkommensein und, wie wichtig das Anteilnehmen und Anteilgeben ist. 20 Jahre war Ziegler in Kirchensittenbach tätig und lebte mit der Familie in einem Pfarrhaus mit großem Garten.

    Vor drei Jahren hat sich Pfarrer Ziegler dann entschieden, volle Verantwortung abzugeben. Er hat sich für eine halbe Pfarrstelle in der Kirchengemeinde Schwebheim bei Schweinfurt beworben. Da zur zweiten Pfarrstelle keine Dienstwohnung gehörte, machten sich die Zieglers auf die Suche nach einem geeigneten Haus, wurden aber nicht in Schwebheim, sondern in Haßfurt fündig. "Es war Liebe auf den ersten Blick", sagt der Pfarrer und ergänzt: "Das Haus stand leider am falschen Ort." Nach Befreiung der Residenzpflicht durch die Landeskirche musste Ziegler nicht vor Ort wohnen und pendelte drei Jahre lang von Haßfurt aus ins 25 Kilometer entfernte Schwebheim.

    Durch das Wohnen in der Kreisstadt ergaben sich Kontakte zur Christuskirche und zu Pfarrerin Sabine Hopperdietzel, die ihm zudem als Pfarrkollegin aus dem Dekanat Hersbruck bekannt war. Es sei für ihn keine leichte Entscheidung gewesen, nach drei Jahren zu wechseln, wie Pfarrer Ziegler betont. In Schwebheim lernte er ökumenische Zusammenarbeit kennen und wusste sie zu schätzen.

    Auf die Frage "Warum nur eine halbe Pfarrstelle?" antwortet Pfarrer Ziegler: "Ich wollte es etwas ruhiger haben. Im Grunde bin ich reich, ich habe ein Dach über dem Kopf, eine wunderbare Familie, zu essen und lebe in einem Land, wo es mir gut geht und ich meinen Glauben frei leben kann." Mit einer halben Stelle ist der 60-Jährige in den letzten drei Jahren gut gefahren. Seine Arbeit vergleicht er mit einem Jongleur: "Wenn zu viele Bälle auf einmal im Spiel sind, kann es sein, dass der eine oder andere Ball verloren geht."

    Nach einer Woche im Dienst in der Kirchengemeinde Haßfurt müsse sich Johannes Ziegler erst noch vom Alten lösen. Der Umzug fällt zwar weg und auch der Weg zur Dienststelle  - mit dem Fahrrad – sei vertraut, aber: "Ich muss mich erst noch integrieren". Pfarrer Ziegler feiert gerne Gottesdienste, in vertrauter Form, aber auch mit neuen Elementen. Dazu könnte die Gründung einer Kirchenband zählen, um den Gottesdienst musikalisch locker zu gestalten. Der Pfarrer hört gerne Musik und spielt selbst Geige und Gitarre. Er zeigt sich offen für die normale pastorale Kirchenarbeit, wird seinen Schwerpunkt aber auf die Konfirmandenarbeit legen. Gespannt ist er auf die Begegnung mit Menschen in den verschiedenen Kirchengruppen und Kreisen.

    In den Haßbergen, die Pfarrer Ziegler als "fränkische Toskana" bezeichnet, fühlt er sich sehr wohl. So bleibt neben der reduzierten Arbeitszeit noch Raum genug, um sich seinen Lieblingsbeschäftigungen zu widmen. Dazu zählen Schreinerarbeiten, Schwimmen oder einfach in der Natur unterwegs zu sein.

    Der Einführungsgottesdienst von Pfarrer Johannes Ziegler findet am Sonntag, 19. Juli, um 14.30 Uhr im Pfarrgarten in Haßfurt statt.

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