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    Unterschwappach

    Unterschwappach: Die wildesten Geschichten um einen Transporter

    Seit gut zwei Wochen steht ein Ford Transit auf einem Feldweg in der Nähe de Knetzgauer Gemeindeteils. Was es damit wirklich auf sich hat.
    Im Raum Unterschwappach verbreiteten sich in den vergangenen Tagen Gerüchte, dass dieser Ford Transit bei einer Entführung Verwendung fand. Dem widerspricht die Polizei. Sie legte das Fahrzeug lediglich still, seitdem steht es auf einem Flurweg in der Nähe des Knetzgauer Gemeindeteils.
    Im Raum Unterschwappach verbreiteten sich in den vergangenen Tagen Gerüchte, dass dieser Ford Transit bei einer Entführung Verwendung fand. Dem widerspricht die Polizei. Sie legte das Fahrzeug lediglich still, seitdem steht es auf einem Flurweg in der Nähe des Knetzgauer Gemeindeteils. Foto: Jochen Reitwiesner

    Bei Polizeieinsätzen kann es um alles mögliche gehen. Manchmal ist es eine Kleinigkeit, die gar keine Erwähnung wert wäre, manchmal geht es um große, schwere Straftaten. Knifflig wird es, wenn Anwohner beobachten können, dass irgendwo die Polizei anrückt, aber keine Ahnung haben, was die Beamten dort tun. Schnell beginnt dann die Gerüchteküche zu brodeln und aus einem kleinen, unspektakulären Polizeieinsatz kann die Geschichte von einer ganz großen Straftat entstehen. Genau das ist nun wohl in Unterschwappach passiert.

    Dort bekamen Anwohner am Sonntag, 19. April, mit, dass ein Kleinbus mit Frankfurter Kennzeichen auf einem Feldweg ein Stück außerhalb des Dorfes stand. Das weiße Fahrzeug stand direkt neben einer Bank am Wegrand, auf der die Fahrzeuginsassen Platz genommen hatten. Dann rückte die Polizei an und nahm die Leute schließlich mit. Der Ford Transit, dessen Nummernschilder nun abmontiert sind, steht noch immer an diesem Platz, in den Polizeimeldungen in der Zeitung war bisher nichts über den Einsatz zu lesen.

    Entführung mit geklautem Fahrzeug?

    Soweit die bekannten Fakten. Wie aus einer Nachricht hervorgeht, die diese Redaktion anonym erreichte, spricht sich mittlerweile die Geschichte herum, die Haßfurter Polizisten hätten da eine Entführung beendet. Demnach soll der Kleinbus gestohlen gewesen sein. Bei zwei der drei Personen, die auf der Bank saßen, solle es sich demnach um Kriminelle gehandelt haben, die bereits einige Wochen zuvor ein Mädchen entführt und mit dem angeblich gestohlenen Fahrzeug transportiert hätten. Die dritte Person sei das entführte Kind gewesen. Somit sei es bei dem Polizeieinsatz darum gegangen, das Kind zu befreien und die Entführer festzunehmen.

    Über diese Räuberpistole kann Kurt Etzel von der Polizei Haßfurt nur den Kopf schütteln: "Wenn es eine Entführung gewesen wäre, dann hätten wir das Auto da sicher nicht stehen lassen", betont er. Denn dann wäre es nötig gewesen, den Kleinbus für weitere Untersuchungen mitzunehmen. Und auch von einer Verhaftung kann keine Rede sein: Auf den Fahrzeughalter kommt lediglich eine Anzeige nach dem Pflichtversicherungsgesetz zu.

    Ermittlungen laufen noch

    Der Polizist berichtet, bei den Personen, die mit dem Fahrzeug unterwegs waren, habe es sich um drei südosteuropäische Handwerker gehandelt. Den Kleinbus hätten sie nicht gestohlen, sondern gebraucht gekauft, allerdings nicht ordnungsgemäß zugelassen. Das ist auch der Grund, warum das Auto noch immer an dem Feldweg steht: So lange der Halter den Bus nicht zulässt, darf er ihn auch nicht von seinem aktuellen Standort wegfahren. Die Zulassung wiederum gestalte sich schwierig, da einer der Voreigentümer angibt, die Fahrzeugpapiere nicht mehr wiederzufinden.

    Ein weiteres Rätsel geben der Polizei die Kennzeichen des Kleinbusses auf: Diese waren zwar als verloren gemeldet, befanden sich aber am Fahrzeug, als die Polizei eintraf. So waren es die Beamten, die die Nummernschilder abmontierten.

    Dass die Polizei die Presse bisher nicht über den Fall informiert hatte, begründen die Haßfurter Beamten damit, dass der Sachverhalt noch nicht abschließend geklärt ist und eigentlich nicht vor Abschluss der Ermittlungen in den Medien hätte erscheinen sollen – wären da nicht die Gerüchte um eine angebliche Entführung gewesen.

    Die Benutzer des Kleinbusses legten auf der Sitzgruppe (rechts im Bild) gerade eine Pause ein, als die Polizei die Kontrolle vornahm - mit dem Ergebnis, dass der Ford Transit stillgelegt wurde. 
    Die Benutzer des Kleinbusses legten auf der Sitzgruppe (rechts im Bild) gerade eine Pause ein, als die Polizei die Kontrolle vornahm - mit dem Ergebnis, dass der Ford Transit stillgelegt wurde.  Foto: Jochen Reitwiesner
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