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    Volkach

    20. Geburtstag "Eine Stunde Zeit": 175.200 Stunden verschenkt

    "Eine Stunde Zeit": Die Helferinnen und Helfer der Organisation schenken anderen Menschen eine Stunde ihrer Zeit. Hier in Form eines Ausflugs zur Kartause in Astheim. Foto: Waltrud Klapheck

    Die Idee einer Volkacher Gruppe, Zeit an andere Menschen zu verschenken, entstand 1999 zusammen mit der Caritas in Kitzingen. Das Leitungsteam setzt sich aus fünf Frauen zusammen: Wiltrud Klapheck, Elisabeth Fenn, Stephanie Klapheck, Maret Martens und Doris Petersen. Betreut wird die Organisation von Katrin Anger von der Caritas. "Diejenigen, die es können – helfen denjenigen, die es brauchen", das ist einer der Leitsätze für Koordinatorin Waltrud Klapheck.

    Ein vielseitiges Angebot

    Das Angebot wird von vielen Menschen genutzt – sowohl jungen Familien, Alleinerziehenden und Berufstätigen als auch von kranken und alten Personen. Deshalb bezeichnet Klapheck ihre Zielgruppe "einfach als Mensch". Manchmal geht es nur darum, eine Stunde lang für eine andere Person da zu sein, ihr zuzuhören und ihr Gesellschaft zu leisten. Die Gruppe hat sich die aktive Nachbarschaftshilfe zur Aufgabe gemacht. Die ehrenamtlichen Helfer begleiten zum Beispiel bei Behördengängen und Arztbesuchen und unterstützen bei Einkäufen und im Haushalt.

    Dieses Angebot ist vor allem für ältere Personen eine große Hilfe. Außerdem wird eine Altersberatung angeboten, die beim Verfassen von Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen hilft. Wiltrud Klapheck steht dafür mit Rat und Tat zur Seite. Auch die Betreuung von Kindern ist ein Standbein der Organisation. Die Betreuer, die oftmals im Rentenalter sind, werden dabei schnell zu "Leihgroßeltern" und werden von Eltern und Kindern wie ein Teil der Familie behandelt. Sie helfen bei Hausaufgaben, spielen oder machen Ausflüge mit den Kindern.

    Dankbare Helfende und Hilfesuchende

    Helfende und Hilfesuchende sind gleichermaßen dankbar für die Möglichkeiten, die sich für sie durch die Gruppe "Eine Stunde Zeit" eröffnet haben. Die Mitarbeiter haben verschiedene Gründe, warum sie anderen Menschen helfen möchten: "Ich habe viel Glück erfahren und möchte das gerne an andere weitergeben." Oder: "Ich möchte Neues lernen und eigene Fähigkeiten erproben." Für manch einen ist Helfen Motivation genug: "Ich bin glücklich und zufrieden, etwas Gutes zu tun."

    "Diejenigen, die es können – helfen denjenigen, die es brauchen."
    Wiltrud Klapheck, Koordinatorin von "Eine Stunde Zeit"

    "Bei den Hilfesuchenden erfährt vor allem die menschliche Nähe und das Gefühl, nicht verlassen zu sein, eine hohe Wertschätzung", sagt Klapheck. Das äußert sich in dankbaren Aussagen der Beschenkten: "Der Mittwoch ist mein Sonntag, weil Sie da immer kommen", heißt es da beispielsweise. Oder auch: "Mein Leben hat wieder mehr Wert" sowie "Sie sind mein Engel auf Erden."

    Nicht nur in Volkach wird Zeit verschenkt

    Der Volkacher Gruppe gehören zurzeit 28 Helfer an. Das Modell wird inzwischen auch in anderen Orten umgesetzt. Bereits ein Dutzend andere Gruppen sind nach dem Vorbild "Eine Stunde Zeit" im Landkreis entstanden.

    Für ihr Engagement wurde die Organisation bereits mehrfach ausgezeichnet – 2003 mit dem Förderpreis der Aktion "Zeichen setzen", 2004 mit dem Bürgerkulturpreis für ehrenamtliches Engagement des Bayerischen Landtags, 2008 erneut mit dem Förderpreis der Aktion "Zeichen setzen" und 2010 mit dem Ehrenamtspreis der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern. 

    All das ist Grund genug zu feiern. Am Freitag, 25. Oktober, findet im Schelfenhaus Volkach das Jubiläumsfest mit geladenen Gästen statt.

    Weitere Infos zur Organisation unter (0160) 98749077 oder per Mail unter einestundezeit-volkach@hotmail.com sowie unter https://einestundezeit-volkach.hpage.com.

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