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    Albertshofen

    Albertshofen: Die Ampel-Frage wird zur Hängepartie

    Der Albertshöfer Gemeinderat konnte sich erneut nicht zu einer Entscheidung durchringen, ob am Übergang von der Waldstraße zur Gartenlandhalle eine Ampelanlage installiert werden soll oder nicht. Foto: Hartmut Hess

    Zu einer Hängepartie ist die Frage geworden, ob in Albertshofen an der Kreuzung der Waldstraße zur Gartenlandhalle eine Ampelanlage entstehen soll oder nicht. In der Ratssitzung am Dienstag behandelte das Ratsgremium zum wiederholten Mal das Thema und wieder fasste der Gemeinderat keinen Beschluss. Denn zwei Lager standen sich mit unterschiedlichen Ansichten gegenüber und Lorenz Hofmann sprach davon, dass es ein schwieriges und emotionales Thema sei. Er wollte vor einem Beschluss einen Ortstermin haben, bei dem Vertreter des Landratsamts, der Polizei, dem Gemeinderat und den Bürgern und Befürwortern das Für und Wider diskutieren. Diesem Vorschlag folgten seine Ratskollegen.

    Gerhard Uhl Fraktionsvorsitzender und Ortsvereinsvorsitzender der SPD, drängte wieder einmal auf eine Ampelanlage und wollte sich mit den ablehnenden Stellungnahmen des Landratsamts und der Polizeiinspektion Kitzingen nicht zufrieden geben. Denn er sah sehr wohl besondere Bedingungen gegeben und ein Gefahrenpotenzial an der Kreuzung über die Umgehungsstraße.

    Bürgermeister ist gegen die Ampel

    Er zitierte den stellvertretenden Landrat Robert Finster (SPD), nach dessen Aussage es eine freie Entscheidung der Gemeinde sei, ob sie eine Ampelanlage installieren oder nicht. Es gebe nur eine Richtlinie, aber kein Gesetz, das eine Ampel-Installation erlaube oder verbiete. Uhl verlas auch eine Stellungnahme des Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib (SPD). "Da es uns kein Gesetz verbietet, fordere ich euch auf, einer Ampelaufstellung zuzustimmen", wandte sich der SPD-Mann an seine Ratskollegen und erinnerte an einen schweren Unfall einer Frau an der Kreuzung vor 23 Jahren.

    Bürgermeister Horst Reuther blieb bei seiner ablehnenden Haltung, da er hauptsächlich der Empfehlungen der Polizeiinspektion Glauben schenke. Denn die Verantwortlichen der Polizei beurteilten die Kreuzung nicht als Unfallschwerpunkt und gaben zu bedenken, dass eine Ampel die Unfallgefahr sogar erhöhen könnte. Das sei möglich durch eventuelle Auffahrunfälle oder Kinder, die sich zu sehr auf die scheinbare Sicherheit einer Ampel verlassen würden.

    Vizebürgermeisterin Katharina Riedel, die ehemals Mitglied der SPD-Fraktion war, vertrat die Ansicht, "dass wir die Chance auf die Ampel nutzen sollen, wenn es uns gesetzlich nicht verboten ist." Philipp Wenkheimer sah Riedels Argumentation schlüssig, wollte aber erst alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft haben, bevor tatsächlich das Geld für eine Ampel ausgegeben wird.

    Weitere Themen im Rat

    Die Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR) will in Albertshofen in Mainnähe unterhalb des Gartenbaubetriebs Höhn auf zwei Grundstücken Sand abbauen, wofür es vor mehreren Jahrzehnten schon eine Genehmigung gab. Jetzt will die Firma ihr Vorhaben in die Tat umsetzen, wofür es aber ein umfangreicheres Genehmigungsverfahren braucht als einst. Der Gemeinderat fasste am Dienstag noch keinen Beschluss, da bis dato weder ein naturschutzfachliches Gutachten noch ein Schallschutzgutachten vorlagen. Die ausgebeutete Fläche wird später renaturiert und einen vier Meter tiefen See ergeben, den laut Bürgermeister Horst Reuther der Anglerverein Kitzingen und Umgebung nutzen will.

    Die Gemeinde ist verpflichtet, jährlich zu prüfen, ob Privatisierungen Einsparungen für die Gemeinde bringen. Die Ratsrunde sah da kein Potenzial und lässt weiter alle Arbeiten von den Bauhofmitarbeitern ausführen. Philipp Wenkheimer pochte aber auf der Feststellung, dass der Bauhof nicht die ausreichende Personalausstattung habe um alle anfallenden Aufgaben zu erledigen und nach Möglichkeit noch mehr Arbeiten als bislang an Firmen vergeben werden sollten.

    Der Gemeinderat stimmte dem Abschluss eines neuen Konzessionsvertrages für die Gaslieferung in der Gemeinde mit dem Energieversorger Licht-, Kraft- und Wasserwerke Kitzingen für die kommenden zehn Jahre zu.

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