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    Albertshofen

    Albertshofen: Macher Horst Reuther will weitermachen

    Er will es noch einmal wissen: Horst Reuther stellt sich in Albertshofen erneut zur Wahl. Die Hausaufgaben sind gemacht, jetzt werden Zukunftsthemen ins Auge gefasst.
    Vor dem Rathaus und hinter Theo Steinbrenners Figur des Tannegäshöppers – das ist einer der Lieblingsplätze von Horst Reuther in Albertshofen. Der Gärtnermeister tritt erneut als Bürgermeisterkandidat an. Foto: Siegfried Sebelka

    Der Mann ist ein Praktiker und ein Macher. Das wird beim Fototermin vor dem Rathaus deutlich. "Moment, der kommt hier nicht weit", sagt Horst Reuther und bremst einen Sattelschlepper ab, der vom Navi in die enge Kirchgasse geschickt wurde. Er lotst den Fahrer zurück, zeigt ihm den richtigen Weg und steht zum Foto bereit.

    "Probleme erkennen, Lösungen miteinander suchen und finden" – das ist das Motto des 53-jährigen Gärtnermeisters, der seit fast zwölf Jahren Bürgermeister in Albertshofen ist. Der ehrenamtliche Job beschert ihm mit seinem Gartenbaubetrieb samt Selbstvermarktung eine 80-Stunden-Woche. Dennoch will der CSU-Mann weitermachen, hat Spaß an den Aufgaben. "Man ist unheimlich nahe dran", sagt Reuther, der mit einem 100-Prozent-Ergebnis in die nächste Runde geschickt wurde.

    Hauchdünn gewonnen

    Die will er ein bisschen ruhiger angehen. "Ich bin keine 30 mehr", sagt er. Deshalb wird er bei einer Wiederwahl seinen Gartenbautrieb auslaufen lassen. Auch weil keines der Kinder einsteigen will, wie der vierfache Vater erzählt. Dafür müssten sich aber erst die Wähler in der 2300 Einwohner starken Gärtnergemeinde für Reuther entscheiden. Nachdem Daniel Bayer für die Albertshöfer Liste antritt, gibt es eine echte Wahl. Beunruhigt wirkt Reuther deswegen nicht. Er kennt das. Als er 2008 erstmals angetreten ist, hat er in der Stichwahl hauchdünn mit 18 Stimmen gegen Roland Kundmüller gewonnen. Sechs Jahre später wurde er mit fast 60 Prozent wiedergewählt.

    "Probleme erkennen, Lösungen miteinander suchen."
    Horst Reuther über seine Strategie als Bürgermeister

    Der Zusammenarbeit im Gemeinderat haben die Wahlkämpfe nicht geschadet. "Ich habe keine Fraktionen, sondern zwölf Leute mit eigener Meinung", sagt der Gemeindechef. "Alle bekommen die gleichen Informationen; wir machen reine Sachpolitik", sagt Reuther. Ergebnis: "Wir haben die niedrigsten Schulden seit 1999", sagt er und einiges auf der hohen Kante.

    Dazu kommt eine positive Bevölkerungsentwicklung. Reuther erklärt sie mit den Vorzügen Albertshofens: Lage am Main, umfassendes Kinderbetreuungsangebot, gute Versorgungslage, kurze Wege nach Kitzingen und Würzburg, reges Vereinsleben und die Ruhe in der Gemeinde in Insellage ohne großen Durchgangsverkehr.

    Hausaufgaben gemacht

    Horst Reuther Foto: Siegfried Sebelka

    Dazu sind die Hausaufgaben gemacht. Den Radweg nach Kitzingen erwähnt Reuther, den Neubau des Anglerstegs, die Ertüchtigung der Kläranlage, die regelmäßigen Sanierung der rund 30 gemeindeeigenen Wohnungen, die sozialverträgliche Mieten ermöglichen. Dazu kommen effektive Investitionen in das lange Wegenetz und die großzügige Unterstützung der Vereine. Dass die Vereine die Sporthallen kostenlos nutzen können, gibt es nicht überall.

    Es ist aber nicht alles optimal gelaufen. Seit über zehn Jahren ziehen sich die Planungen für das Baugebiet Ost in die Länge. Aber jetzt scheint sich eine Lösung abzuzeichnen. Im dem Baugebiet könnte ein Thema umgesetzt werden, das Reuther und dem Gemeinderat am Herzen liegt: Betreutes Wohnen und Wohnen im Alter. Dass das ein Thema ist, sieht Reuther an seinem Terminkalender. Waren es bei seinem Amtseintritt rund 70 bis 80 Geburtstage oder andere Anlässe, zu denen er gratulierte, sind es jetzt weit über 100. "Wir werden alle älter", sagt Reuther. Zeit, etwas zu tun.

    Zu tun gibt es auch in den nächsten Jahren einiges: Die vierte Gruppe im Kindergarten, die Grundschule und Kläranlage oder den Glasfaserausbau bis ins Haus, zählt Reuther auf. Die Sanierung der Gartenlandhalle geht gerade auf die Zielgerade. "Dazu kommen Themen, an die heute noch keiner denkt", da ist sie Reuther sicher. Und die möchte er wie immer angehen: als Praktiker und Macher. Auch wenn auf die Frage nach dem Hobby eine knappe Antwort kommt: "Zwei Motorräder – keine Zeit."

    Horst Reuther
    Alter: 53
    Partei: CSU
    Wohnort: Albertshofen
    Beruf: Gärtnermeister, Fachrichtung Gemüsebau
    Politische und sonstige Ehrenämter: Bürgermeister, Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Kitzingen und des Schulverbands. Mitglied in fast allen Albertshöfer Vereinen, von der Feuerwehr über Spielmannzug, Sportverein  bis zum Brauchtumsverein.
    Familie: verheiratet, vier Kinder
    Hobby: Motorrad fahren
     

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